Eisenverhüttung mit dem Rennofen: Unterschied zwischen den Versionen

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==Die Verhüttung von Eisen==
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= Eisenverhüttung mit dem Rennofen =
*Knapp 6% der Erde bestehen aus Eisen, es ist damit eines der häufigsten Elemente, die es überhaupt gibt.  
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Die '''Eisenverhüttung mit dem Rennofen''' gehört zu den bedeutendsten technologischen Entwicklungen der Menschheitsgeschichte. Mit diesem Verfahren gelang es bereits während der frühen Eisenzeit, aus natürlich vorkommenden Eisenerzen metallisches Eisen zu gewinnen und daraus Werkzeuge, Waffen sowie Gebrauchsgegenstände herzustellen.
*Als Rohstoff ist es in Form von Raseneisenerz, Bohnerzen, Limonit, Hämatit und in Form von sogenannten Eisenerzschwarten auffindbar.
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*In der Vorgeschichte wurde das Raseneisenerz bevorzugt, da es nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt und verhältnismäßig ohne großen Aufwand gebrochen werden kann.  
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Über mehr als zweitausend Jahre blieb der Rennofen die wichtigste Technologie der Eisengewinnung in Europa. Erst mit der Entwicklung leistungsfähiger Hochöfen im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit wurde das Verfahren schrittweise verdrängt.
*Die Raseneisenerze sind für die Eisenverhüttung von Bedeutung und werden als Rot- oder Brauneisenstein unter der Grassole gebrochen.
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*Zunächst werden sie auf einem Scheiterhaufen „geröstet“.  
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Die Besonderheit des Rennofens besteht darin, dass das Eisen während des gesamten Verhüttungsprozesses nicht vollständig schmilzt. Stattdessen entsteht eine poröse Eisenmasse – die sogenannte '''Luppe''' –, die anschließend durch Schmieden weiterverarbeitet wird.
*Bei diesem Vorgang findet eine chemische Reinigung statt, in der das Eisen von störenden Schwefelverbindungen getrennt wird.
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*Diese verbrennen beim sogenannten "Rösten".  
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== Geeignete Eisenerze ==
*Im Anschluss werden die gereinigten Raseneisenerze zerkleinert, damit sie später in den Rennfeuerofen passen.
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*Doch bevor sie in diesen gelangen, wird eine knapp 50cm tiefe Ofengrube angelegt, darüber wird ein freistehender Schacht, Ofenesse genannt, aus Rutenringen aufgebaut und mit Ton überzogen.  
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Eisen gehört mit einem Anteil von etwa fünf Prozent an der Erdkruste zu den häufigsten Elementen der Erde. In der Natur kommt es jedoch fast ausschließlich in chemischen Verbindungen mit Sauerstoff vor und muss daher zunächst aus seinen Erzen gewonnen werden.
*In einem ersten Brennvorgang wird der Ofenschacht ausgehärtet.  
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*Danach wird die Ofengrube mit aufrecht stehenden Spalthölzern und im Anschluss mit den gerösteten und zerkleinerten Raseneisenerzen und Holzkohlestücken im Verhältnis 1:1 zu gefüllt.  
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Zu den wichtigsten natürlichen Eisenerzen gehören:
*Die Verfüllung kann vermischt oder auch schichtweise erfolgen.  
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*Nun wird der Ofen angefeuert.
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* [[Raseneisenerz]]
*Er erreicht dabei in der Grube eine Temperatur von 1200°C bis 1300°C.  
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* Bohnerz
*In der oberen Ofenöffnung (Gicht genannt) ist es mit 800°C weniger heiß.  
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* Limonit
*Die Schlacke rinnt bei 900-1200°C, der Schmelzpunkt von Eisen dagegen liegt allerdings bei 1540°C, d.h. der Ofen wird nicht heiß genug, um das Eisen kann im Brennvorgang nicht vollständig von der nutzlosen Schlacke getrennt werden.  
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* Hämatit
*Die Schlacke verflüssigt sich als erste (Fließschlacke) und rinnt durch Lücken zwischen den aufrecht stehenden Spalthölzern nach unten in die Ofengrube.  
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* Magnetit
*Im Bereich über der Grube bleiben Ofenschlacke und Luppe zurück.
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*Luppe ist ein Gemisch aus Eisen und Schlacke, also der Teil, der für die Eisengewinnung von Bedeutung ist.  
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Während in späteren Jahrhunderten zunehmend tief liegende Lagerstätten erschlossen wurden, spielte in der Eisenzeit vor allem '''Raseneisenerz''' eine bedeutende Rolle. Es entsteht in feuchten Niederungen durch natürliche chemische Prozesse und liegt häufig bereits wenige Zentimeter unter der Grasnarbe. Dadurch konnte es ohne aufwendigen Bergbau gewonnen werden.
*Da die Rennfeueröfen keine Abstichöffnungen besaßen, konnte sie nur einmal verwendet werden und mussten nach dem Brennvorgang zerstört werden, um die begehrte Luppe preiszugeben. *Bei einem Brennvorgang entstanden bis zu 100kg nutzlose Schlacke und 18 bis 30kg verwendbares Eisen.
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*Bei dieser Ausbeute ist es verständlich, dass mit der Eisenverhüttung ein enormer Verbrauch von Holzkohle einherging.  
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== Vorbereitung des Erzes ==
*Um die viel benötigte Holzkohle für die Eisenverhüttung zu gewinnen, musste stark in die Umwelt eingegriffen werden.
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[[Datei:Raseneisenerz.png|700px|rechts]]
*Es ist davon auszugehen, dass seit der beginnenden Eisenzeit noch drastischer in die Natur eingegriffen wurde als in den Jahrhunderten davor.
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Vor der eigentlichen Verhüttung musste das Erz vorbereitet werden.
*Dem hohen Bedarf an Eisen werden einige Wälder zum Opfer gefallen sein.
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Hierzu wurde es zunächst auf einem Holzfeuer oder Scheiterhaufen '''geröstet'''. Dieser Arbeitsschritt erfüllte mehrere Aufgaben gleichzeitig:
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* Feuchtigkeit wurde aus dem Erz entfernt.
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* Organische Bestandteile verbrannten.
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* Schwefelhaltige Verbindungen wurden weitgehend ausgetrieben.
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* Das Erz wurde spröde und ließ sich leichter zerkleinern.
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Nach dem Rösten wurde das Material auf etwa walnussgroße Stücke zerschlagen und für den Einsatz im Rennofen vorbereitet.
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== Der Rennofen ==
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Der klassische Rennofen bestand aus einer etwa 40 bis 60 Zentimeter tiefen Ofengrube sowie einem darüber errichteten Ofenschacht aus Lehm. Häufig wurde der Schacht zunächst aus einem Gerüst aus Ruten gefertigt und anschließend vollständig mit Lehm verstrichen.
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Vor der ersten Nutzung musste der Ofen langsam aufgeheizt werden. Dabei brannte der Lehm aus und erhielt seine notwendige Festigkeit.
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Anschließend wurde der Ofen schichtweise mit Holzkohle und Erz befüllt. Beide Materialien wurden entweder lagenweise oder leicht vermischt eingebracht.
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Die Holzkohle erfüllte dabei eine Doppelfunktion:
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* Sie diente als Brennstoff.
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* Gleichzeitig lieferte sie das Kohlenmonoxid, das für die chemische Reduktion des Eisenerzes erforderlich war.
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== Der Verhüttungsprozess ==
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[[Datei:Rennofen-002.png|mini|rechts|700px|Schematische Darstellung eines weiterentwickelten Rennofens mit Blasebalg und Schlackeabstich.]]
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Nach dem Entzünden entwickelte sich im unteren Bereich des Rennofens eine Temperatur von etwa 1.100 bis 1.300 °C. Im oberen Bereich des Ofenschachtes lagen die Temperaturen deutlich niedriger.
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Obwohl diese Temperaturen erheblich unter dem Schmelzpunkt von reinem Eisen (1.538 °C) liegen, reichen sie aus, um den eigentlichen Verhüttungsprozess einzuleiten.
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Das im Erz enthaltene Eisen liegt überwiegend als Eisenoxid vor. Während der Verbrennung der Holzkohle entsteht Kohlenmonoxid (CO), das dem Eisenoxid den Sauerstoff entzieht.
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Vereinfacht lässt sich dieser Vorgang durch folgende Reaktionsgleichung beschreiben:
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'''Eisenoxid + Kohlenmonoxid → Eisen + Kohlendioxid'''
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Dieser Vorgang wird als '''Reduktion''' bezeichnet.
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Während das metallische Eisen fest bleibt, schmelzen viele unerwünschte Begleitstoffe des Erzes bereits bei niedrigeren Temperaturen. Sie verbinden sich zu einer flüssigen Schlacke, die sich im unteren Bereich des Ofens sammelt.
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Bei später entwickelten Rennöfen konnte diese Schlacke über eine Abstichöffnung regelmäßig entfernt werden. Frühere Ofentypen besaßen eine solche Öffnung häufig noch nicht.
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== Die Luppe ==
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Am Ende des Brennvorganges befindet sich im Ofen keine flüssige Eisenmasse, sondern ein poröser, schwammartiger Eisenklumpen. Dieser wird als '''Luppe''' bezeichnet.
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Die Luppe besteht aus:
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* metallischem Eisen,
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* eingeschlossener Schlacke,
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* unverhütteten Erzresten,
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* sowie kleinen Holzkohleresten.
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Sie stellt das eigentliche Ziel der Rennofenverhüttung dar und bildet den Ausgangspunkt für alle weiteren Schmiedearbeiten.
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Da viele frühe Rennöfen keine Entnahmeöffnung besaßen, musste der Ofenschacht nach jedem Brennvorgang teilweise oder vollständig abgetragen werden, um die Luppe entnehmen zu können.
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Je nach Größe des Ofens entstanden während eines Brennvorganges häufig zwischen 20 und 100 Kilogramm Schlacke, während die Eisenausbeute meist lediglich etwa 18 bis 30 Kilogramm betrug.
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== Raffination der Luppe ==
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Die unmittelbar aus dem Rennofen entnommene '''Luppe''' war noch kein gebrauchsfertiges Eisen. Sie enthielt zahlreiche Schlackeneinschlüsse und besaß eine ungleichmäßige Struktur. Um daraus einen hochwertigen Werkstoff zu gewinnen, musste sie zunächst raffiniert werden.
  
==Falten und Hämmern==
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Die noch glühende Luppe wurde auf einem Amboss mit schweren Hämmern ausgeschmiedet. Durch die wiederholten Hammerschläge wurden flüssige Schlackenreste aus dem Eisen herausgepresst und die einzelnen Eisenpartikel miteinander verschweißt.
===Dieser Prozess diente der Reinigung der Luppeneisens===
 
*Die Luppe wurde zu kleineren Stücken zerteilt, die zu längeren Platten ausgeschmiedet wurden.
 
*Diese Platten wurden nun so oft in sich selbst gefaltet, bis alle Verunreinigungen ausgeschmiedet waren und der Block einheitliche Durchmischung aufwies.
 
*Je nach Qualität konnte das nach einmaligen ausschmieden oder erst nach 3 bis 6 Faltungen erreicht sein.
 
  
===Eine andere Raffinationstechnik war das sogenannte Ausheizen===
+
Dieser Arbeitsgang wurde häufig mehrfach wiederholt, bis ein möglichst homogener Eisenblock entstand.
*Eisenstücke die wegen ihres zu hohen Kohlenstoffgehaltes nicht oder kaum schmiedbar waren, wurden in kleinere Stücke zerteilt und im Schmiedefeuer solange auf Schweißhitze gebracht, (was für moderne Stähle der sichere "Tod" wäre), damit er Funken sprüht, bis der überflüssige Kohlenstoff durch diese Maßnahme verbrannt ist.
 
*Das Eisen konnte dann wieder zu einem großen Barren zusammengeschweißt werden.
 
*Diese Technik kann als die Vorstufe des Frischfeuers angesehen werden, was aber erst seit der mittelalterlichen Gusseisenerzeugung angewendet wird.
 
  
==Stahlherstellung==
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=== Falten und Ausschmieden ===
*Stahl ist eine Legierung von Eisen mit Kohlenstoff, die durch Abschrecken in Wasser oder Ölen härtbar ist und etwa 0.6 bis 2 % Kohlenstoff enthält.
 
*Ein hoher Kohlenstoffanteil macht Eisen immer härter, bis es ab 2% zu hart und spröde zum Schmieden wird; dann nennt man den Stahl Gusseisen, da er nur durch Gießen in Formen geformt werden kann.
 
*Um den Kohlenstoffanteil in dem vom Rennfeuerofen erzeugtem Schmiedeeisen, der meist bei 0,5% liegt, zu steigern, damit härtbarer Stahl entsteht, schmiedete der Schmied Eisenbarren zu dünneren Stangen aus und tat sie in einen Tiegel voll mit Holzkohlepulver.
 
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==Rennofen alter Typ==
 
'''A: Rennofen während der Verhüttung''' <br>
 
'''1:''' Gasfackel dort verbrennt zum größten Teil Kohlenmonoxid (CO)<br>
 
'''2:''' Raseneisenerz und Holzkohle<br>
 
'''3:''' Die Ofenesse oder der Ofenschacht<br>
 
'''4:''' Düsenöffnung<br>
 
'''5:''' Senkrechte Spalthölzer für die Aufnahme der entstehenden Schlacke<br>
 
'''B: Ofen nach der Verhüttung'''<br>
 
'''6:''' Ofenschlacke<br>
 
'''7:''' Eisenluppe<br>
 
'''8:''' Verkohle Spalthölzer<br>
 
'''C: Ofen nach der Entnahme der Eisenluppe'''<br>
 
'''9:''' Reste des Ofenschachts<br>
 
'''10:''' Fleißschlacke<br>
 
  
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Je nach Qualität des gewonnenen Eisens wurde das Material anschließend in Platten ausgeschmiedet, mehrfach gefaltet und erneut verschweißt.
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==Rennofen alter Typ Skizze ==
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Das Falten diente dabei nicht in erster Linie der Festigkeitssteigerung, sondern der gleichmäßigen Verteilung des Kohlenstoffs sowie der weiteren Verringerung verbliebener Schlackeneinschlüsse. Gleichzeitig entstand ein homogenerer Werkstoff mit besseren Schmiedeeigenschaften.
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Die Anzahl der Faltungen hing stark von der Qualität der Luppe ab. Hochwertiges Material erforderte oftmals nur wenige Arbeitsgänge, während minderwertiges Eisen mehrfach ausgeschmiedet werden musste.
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Das Ergebnis war ein zäher, schmiedbarer Werkstoff, der als '''Schweißeisen''' bezeichnet wird.
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== Ausheizen ==
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Eine weitere historische Raffinationstechnik war das sogenannte '''Ausheizen'''.
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==Rennofen modernerer Typ==
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Hierbei wurden Eisenstücke mit einem zu hohen Kohlenstoffgehalt erneut auf Schweißtemperatur erhitzt. Durch die starke Sauerstoffzufuhr verbrannte ein Teil des Kohlenstoffs an der Oberfläche des Werkstücks.
'''1:''' Blasebalg<br>
 
'''2:''' Einlassventil<br>
 
'''3:''' Auslassventil (einfacher Schlauch aus Leder der sich bei Unterdruck zusammendrückt)<br>
 
'''4:''' Lehmdüse<br>
 
'''5:''' Kohlenmonoxidfackel<br>
 
'''6:''' Schlackepfropfen<br>
 
'''7:''' Schlackegrube<br>
 
'''8:''' Holzkohle<br>
 
'''9:''' Raseneisenerz<br>
 
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==Rennofen modernerer Typ Skizze ==
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Dadurch verringerte sich der Kohlenstoffgehalt, wodurch das Material wieder besser schmiedbar wurde.
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Dieses Verfahren gilt als Vorläufer späterer Frischverfahren, die insbesondere mit der Entwicklung der Hochofentechnik an Bedeutung gewannen.
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== Stahlherstellung ==
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Reines Schmiedeeisen besitzt nur einen sehr geringen Kohlenstoffgehalt und lässt sich deshalb kaum härten.
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==Autor: Gulo.Gulo==
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Erst durch die gezielte Aufnahme von Kohlenstoff entsteht '''Stahl'''. Nach heutiger Definition handelt es sich dabei um eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung mit einem Kohlenstoffgehalt von etwa 0,02 bis 2,06 Prozent.
http://www.yggdrasil-forum.at/wiki/index.php?title=Verh%C3%BCttung&redirect=no
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[[Kategorie:Chemie]]
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Für die Herstellung härtbarer Werkzeuge musste der Kohlenstoffgehalt erhöht werden.
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Hierzu schmiedete man Eisenstäbe möglichst dünn aus und legte sie gemeinsam mit Holzkohlepulver in einen verschlossenen Tiegel oder eine geeignete Glühkammer.
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Während des mehrstündigen Erhitzens diffundierte Kohlenstoff langsam in die äußeren Schichten des Eisens ein. Dieser Vorgang wird als '''Aufkohlen''' oder '''Zementieren''' bezeichnet.
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Nach dem anschließenden Abschrecken in Wasser oder Öl entstand ein harter Stahl, der sich besonders für Schneidwerkzeuge, Messer, Meißel und Äxte eignete.
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== Historische Bedeutung ==
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Die Rennofentechnik verbreitete sich während der Eisenzeit in weiten Teilen Europas und blieb über mehr als zwei Jahrtausende das wichtigste Verfahren zur Gewinnung von Schmiedeeisen.
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Nahezu jede Region verfügte über kleine Rennöfen, die mit regional verfügbaren Rohstoffen betrieben wurden. Voraussetzung waren geeignete Eisenerze, ausreichend Holz zur Herstellung von Holzkohle sowie Lehm für den Ofenbau.
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Erst die Entwicklung leistungsfähiger Hochöfen im Spätmittelalter ermöglichte größere Produktionsmengen und verdrängte den Rennofen allmählich aus der industriellen Eisenherstellung.
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In der experimentellen Archäologie wird die Rennofentechnik heute erfolgreich rekonstruiert und liefert wertvolle Erkenntnisse über die Arbeitsweisen früher Metallurgen.
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== Auswirkungen auf Landschaft und Umwelt ==
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Die Eisenverhüttung erforderte große Mengen an Holzkohle.
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Für deren Herstellung mussten erhebliche Mengen Holz verkohlt werden. In Regionen mit intensiver Eisenproduktion führte dies über Jahrhunderte zu einer starken Nutzung der umliegenden Wälder.
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Die Köhlerei entwickelte sich deshalb zu einem eigenständigen Handwerk und bildete gemeinsam mit Erzgewinnung, Rennofenbetrieb und Schmiede einen wichtigen Wirtschaftszweig vieler Regionen.
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== Bedeutung für die Autarkie ==
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Die historische Rennofenverhüttung zeigt beispielhaft, wie grundlegende Werkstoffe ausschließlich mit regional verfügbaren Rohstoffen hergestellt werden konnten.
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Für moderne Konzepte der Autarkie steht dabei weniger die tatsächliche Eisenproduktion im Vordergrund als vielmehr das Verständnis traditioneller Fertigungstechniken, regionaler Ressourcen und widerstandsfähiger Produktionsweisen.
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Das Wissen über historische Metallurgie vermittelt grundlegende Zusammenhänge zwischen Geologie, Chemie, Physik und Handwerk und trägt zum Verständnis der technischen Entwicklung des Menschen bei.
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== Siehe auch ==
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* [[Raseneisenerz]]
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* [[Luppe
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* [[Schweißeisen
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* [[Stahl
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* [[Holzkohle]]
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* [[Köhlerei
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* [[Schmieden

Version vom 2. Juli 2026, 08:46 Uhr

Schematischer Aufbau eines historischen Rennofens.

Herstellen

Der kleine Alchemist
└─ Eisenoxidpigmente
   └─ Raseneisenerz
      └─ Eisenverhüttung mit dem Rennofen

Eisenverhüttung mit dem Rennofen

Die Eisenverhüttung mit dem Rennofen gehört zu den bedeutendsten technologischen Entwicklungen der Menschheitsgeschichte. Mit diesem Verfahren gelang es bereits während der frühen Eisenzeit, aus natürlich vorkommenden Eisenerzen metallisches Eisen zu gewinnen und daraus Werkzeuge, Waffen sowie Gebrauchsgegenstände herzustellen.

Über mehr als zweitausend Jahre blieb der Rennofen die wichtigste Technologie der Eisengewinnung in Europa. Erst mit der Entwicklung leistungsfähiger Hochöfen im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit wurde das Verfahren schrittweise verdrängt.

Die Besonderheit des Rennofens besteht darin, dass das Eisen während des gesamten Verhüttungsprozesses nicht vollständig schmilzt. Stattdessen entsteht eine poröse Eisenmasse – die sogenannte Luppe –, die anschließend durch Schmieden weiterverarbeitet wird.

Geeignete Eisenerze

Eisen gehört mit einem Anteil von etwa fünf Prozent an der Erdkruste zu den häufigsten Elementen der Erde. In der Natur kommt es jedoch fast ausschließlich in chemischen Verbindungen mit Sauerstoff vor und muss daher zunächst aus seinen Erzen gewonnen werden.

Zu den wichtigsten natürlichen Eisenerzen gehören:

Während in späteren Jahrhunderten zunehmend tief liegende Lagerstätten erschlossen wurden, spielte in der Eisenzeit vor allem Raseneisenerz eine bedeutende Rolle. Es entsteht in feuchten Niederungen durch natürliche chemische Prozesse und liegt häufig bereits wenige Zentimeter unter der Grasnarbe. Dadurch konnte es ohne aufwendigen Bergbau gewonnen werden.

Vorbereitung des Erzes

Raseneisenerz.png

Vor der eigentlichen Verhüttung musste das Erz vorbereitet werden.

Hierzu wurde es zunächst auf einem Holzfeuer oder Scheiterhaufen geröstet. Dieser Arbeitsschritt erfüllte mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Feuchtigkeit wurde aus dem Erz entfernt.
  • Organische Bestandteile verbrannten.
  • Schwefelhaltige Verbindungen wurden weitgehend ausgetrieben.
  • Das Erz wurde spröde und ließ sich leichter zerkleinern.

Nach dem Rösten wurde das Material auf etwa walnussgroße Stücke zerschlagen und für den Einsatz im Rennofen vorbereitet.

Der Rennofen

Der klassische Rennofen bestand aus einer etwa 40 bis 60 Zentimeter tiefen Ofengrube sowie einem darüber errichteten Ofenschacht aus Lehm. Häufig wurde der Schacht zunächst aus einem Gerüst aus Ruten gefertigt und anschließend vollständig mit Lehm verstrichen.

Vor der ersten Nutzung musste der Ofen langsam aufgeheizt werden. Dabei brannte der Lehm aus und erhielt seine notwendige Festigkeit.

Anschließend wurde der Ofen schichtweise mit Holzkohle und Erz befüllt. Beide Materialien wurden entweder lagenweise oder leicht vermischt eingebracht.

Die Holzkohle erfüllte dabei eine Doppelfunktion:

  • Sie diente als Brennstoff.
  • Gleichzeitig lieferte sie das Kohlenmonoxid, das für die chemische Reduktion des Eisenerzes erforderlich war.

Der Verhüttungsprozess

Schematische Darstellung eines weiterentwickelten Rennofens mit Blasebalg und Schlackeabstich.

Nach dem Entzünden entwickelte sich im unteren Bereich des Rennofens eine Temperatur von etwa 1.100 bis 1.300 °C. Im oberen Bereich des Ofenschachtes lagen die Temperaturen deutlich niedriger.

Obwohl diese Temperaturen erheblich unter dem Schmelzpunkt von reinem Eisen (1.538 °C) liegen, reichen sie aus, um den eigentlichen Verhüttungsprozess einzuleiten.

Das im Erz enthaltene Eisen liegt überwiegend als Eisenoxid vor. Während der Verbrennung der Holzkohle entsteht Kohlenmonoxid (CO), das dem Eisenoxid den Sauerstoff entzieht.

Vereinfacht lässt sich dieser Vorgang durch folgende Reaktionsgleichung beschreiben:

Eisenoxid + Kohlenmonoxid → Eisen + Kohlendioxid

Dieser Vorgang wird als Reduktion bezeichnet.

Während das metallische Eisen fest bleibt, schmelzen viele unerwünschte Begleitstoffe des Erzes bereits bei niedrigeren Temperaturen. Sie verbinden sich zu einer flüssigen Schlacke, die sich im unteren Bereich des Ofens sammelt.

Bei später entwickelten Rennöfen konnte diese Schlacke über eine Abstichöffnung regelmäßig entfernt werden. Frühere Ofentypen besaßen eine solche Öffnung häufig noch nicht.

Die Luppe

Am Ende des Brennvorganges befindet sich im Ofen keine flüssige Eisenmasse, sondern ein poröser, schwammartiger Eisenklumpen. Dieser wird als Luppe bezeichnet.

Die Luppe besteht aus:

  • metallischem Eisen,
  • eingeschlossener Schlacke,
  • unverhütteten Erzresten,
  • sowie kleinen Holzkohleresten.

Sie stellt das eigentliche Ziel der Rennofenverhüttung dar und bildet den Ausgangspunkt für alle weiteren Schmiedearbeiten.

Da viele frühe Rennöfen keine Entnahmeöffnung besaßen, musste der Ofenschacht nach jedem Brennvorgang teilweise oder vollständig abgetragen werden, um die Luppe entnehmen zu können.

Je nach Größe des Ofens entstanden während eines Brennvorganges häufig zwischen 20 und 100 Kilogramm Schlacke, während die Eisenausbeute meist lediglich etwa 18 bis 30 Kilogramm betrug.

Raffination der Luppe

Die unmittelbar aus dem Rennofen entnommene Luppe war noch kein gebrauchsfertiges Eisen. Sie enthielt zahlreiche Schlackeneinschlüsse und besaß eine ungleichmäßige Struktur. Um daraus einen hochwertigen Werkstoff zu gewinnen, musste sie zunächst raffiniert werden.

Die noch glühende Luppe wurde auf einem Amboss mit schweren Hämmern ausgeschmiedet. Durch die wiederholten Hammerschläge wurden flüssige Schlackenreste aus dem Eisen herausgepresst und die einzelnen Eisenpartikel miteinander verschweißt.

Dieser Arbeitsgang wurde häufig mehrfach wiederholt, bis ein möglichst homogener Eisenblock entstand.

Falten und Ausschmieden

Je nach Qualität des gewonnenen Eisens wurde das Material anschließend in Platten ausgeschmiedet, mehrfach gefaltet und erneut verschweißt.

Das Falten diente dabei nicht in erster Linie der Festigkeitssteigerung, sondern der gleichmäßigen Verteilung des Kohlenstoffs sowie der weiteren Verringerung verbliebener Schlackeneinschlüsse. Gleichzeitig entstand ein homogenerer Werkstoff mit besseren Schmiedeeigenschaften.

Die Anzahl der Faltungen hing stark von der Qualität der Luppe ab. Hochwertiges Material erforderte oftmals nur wenige Arbeitsgänge, während minderwertiges Eisen mehrfach ausgeschmiedet werden musste.

Das Ergebnis war ein zäher, schmiedbarer Werkstoff, der als Schweißeisen bezeichnet wird.

Ausheizen

Eine weitere historische Raffinationstechnik war das sogenannte Ausheizen.

Hierbei wurden Eisenstücke mit einem zu hohen Kohlenstoffgehalt erneut auf Schweißtemperatur erhitzt. Durch die starke Sauerstoffzufuhr verbrannte ein Teil des Kohlenstoffs an der Oberfläche des Werkstücks.

Dadurch verringerte sich der Kohlenstoffgehalt, wodurch das Material wieder besser schmiedbar wurde.

Dieses Verfahren gilt als Vorläufer späterer Frischverfahren, die insbesondere mit der Entwicklung der Hochofentechnik an Bedeutung gewannen.

Stahlherstellung

Reines Schmiedeeisen besitzt nur einen sehr geringen Kohlenstoffgehalt und lässt sich deshalb kaum härten.

Erst durch die gezielte Aufnahme von Kohlenstoff entsteht Stahl. Nach heutiger Definition handelt es sich dabei um eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung mit einem Kohlenstoffgehalt von etwa 0,02 bis 2,06 Prozent.

Für die Herstellung härtbarer Werkzeuge musste der Kohlenstoffgehalt erhöht werden.

Hierzu schmiedete man Eisenstäbe möglichst dünn aus und legte sie gemeinsam mit Holzkohlepulver in einen verschlossenen Tiegel oder eine geeignete Glühkammer.

Während des mehrstündigen Erhitzens diffundierte Kohlenstoff langsam in die äußeren Schichten des Eisens ein. Dieser Vorgang wird als Aufkohlen oder Zementieren bezeichnet.

Nach dem anschließenden Abschrecken in Wasser oder Öl entstand ein harter Stahl, der sich besonders für Schneidwerkzeuge, Messer, Meißel und Äxte eignete.

Historische Bedeutung

Die Rennofentechnik verbreitete sich während der Eisenzeit in weiten Teilen Europas und blieb über mehr als zwei Jahrtausende das wichtigste Verfahren zur Gewinnung von Schmiedeeisen.

Nahezu jede Region verfügte über kleine Rennöfen, die mit regional verfügbaren Rohstoffen betrieben wurden. Voraussetzung waren geeignete Eisenerze, ausreichend Holz zur Herstellung von Holzkohle sowie Lehm für den Ofenbau.

Erst die Entwicklung leistungsfähiger Hochöfen im Spätmittelalter ermöglichte größere Produktionsmengen und verdrängte den Rennofen allmählich aus der industriellen Eisenherstellung.

In der experimentellen Archäologie wird die Rennofentechnik heute erfolgreich rekonstruiert und liefert wertvolle Erkenntnisse über die Arbeitsweisen früher Metallurgen.

Auswirkungen auf Landschaft und Umwelt

Die Eisenverhüttung erforderte große Mengen an Holzkohle.

Für deren Herstellung mussten erhebliche Mengen Holz verkohlt werden. In Regionen mit intensiver Eisenproduktion führte dies über Jahrhunderte zu einer starken Nutzung der umliegenden Wälder.

Die Köhlerei entwickelte sich deshalb zu einem eigenständigen Handwerk und bildete gemeinsam mit Erzgewinnung, Rennofenbetrieb und Schmiede einen wichtigen Wirtschaftszweig vieler Regionen.

Bedeutung für die Autarkie

Die historische Rennofenverhüttung zeigt beispielhaft, wie grundlegende Werkstoffe ausschließlich mit regional verfügbaren Rohstoffen hergestellt werden konnten.

Für moderne Konzepte der Autarkie steht dabei weniger die tatsächliche Eisenproduktion im Vordergrund als vielmehr das Verständnis traditioneller Fertigungstechniken, regionaler Ressourcen und widerstandsfähiger Produktionsweisen.

Das Wissen über historische Metallurgie vermittelt grundlegende Zusammenhänge zwischen Geologie, Chemie, Physik und Handwerk und trägt zum Verständnis der technischen Entwicklung des Menschen bei.

Siehe auch