Warum so viele Wikis sterben

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Warum so viele Wikis sterben – und wie man sie am Leben hält

Wikis sind eine wunderbare Idee: offenes, gemeinsames Wissen, das von vielen Händen gepflegt wird. Leider sterben die meisten kleinen und mittelgroßen Wikis früher oder später. Sie werden zu digitalen Geisterstädten – Artikel veralten, Spam häuft sich, und irgendwann lohnt sich der Server nicht mehr. Das ist schade, denn jede Stadt, jede Region und jede Community könnte von einem lebendigen lokalen oder thematischen Wiki enorm profitieren.

Ich persönlich möchte viel mehr Wikis sehen – lebendige, wachsende Projekte zu Themen wie Autarkie, Permakultur, Repair, lokaler Geschichte oder Nachhaltigkeit im Alltag. Statt eines einzigen riesigen Wikipedia-Monolithen bräuchte es Hunderte kleiner, liebevoll gepflegter Wissensgärten.

Siehe: Geplante Obsoleszenz, Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden, Warum so viele Wikis sterben, Cottagecore

Warum Wikis sterben

Die häufigsten Gründe für das „Wiki-Sterben“ sind:

  • Fehlende Community: Ein oder zwei Enthusiasten starten voller Elan, doch ohne weitere aktive Mitmachende brennt der Gründer irgendwann aus.
  • Keine Nachfolge: Es gibt keine Struktur, um neue Betreiber einzubinden oder Admin-Rechte weiterzugeben.
  • Mangel an Pflege: Artikel werden nicht aktualisiert, Vandalismus nicht entfernt, Kategorien nicht gepflegt – das Wiki wirkt schnell verstaubt.
  • Technische Hürden: Veraltete MediaWiki-Versionen, Spam-Attacken oder hohe Hosting-Kosten schrecken ab.
  • Konkurrenz durch andere Plattformen: Viele Inhalte wandern heute in Foren, Reddit, Discord oder Social Media – dort geht es schneller und einfacher.
  • Unsichtbarkeit: Das Wiki wird nicht beworben und bleibt im Netz unsichtbar – keine Besucher, keine neuen Mitmachenden.

Wie man ein Wiki am Leben hält

Ein Wiki bleibt nur lebendig, wenn es wie ein Garten behandelt wird: regelmäßig gegossen, gejätet und mit neuen Pflanzen bereichert wird. Praktische Tipps:

  • Mehrere aktive Betreiber von Anfang an: Ideal sind mindestens 3–5 Personen mit Admin-Rechten, die sich ergänzen und gegenseitig entlasten.
  • Kleine, regelmäßige Aktionen: Statt Perfektion von Anfang an lieber wöchentliche oder monatliche „Wiki-Garten-Tage“ einführen – gemeinsam editieren, aufräumen und Spaß haben.
  • Einfache Einstiegsmöglichkeiten schaffen: Eine Seite „Wie du mitmachen kannst“ mit klaren Anleitungen, Vorlagen und einem freundlichen Ton.
  • Sichtbarkeit schaffen: Das Wiki regelmäßig auf X, Mastodon, in lokalen Gruppen oder Newslettern teilen. Jeder neue Artikel kann ein Social-Media-Post sein.
  • Themen mit emotionaler Bindung wählen: Lokale Geschichte, Nachhaltigkeit vor Ort, Repair-Tipps oder Autarkie-Projekte sprechen Menschen direkt an und motivieren zur Mitarbeit.
  • Technik einfach halten: Aktuelle MediaWiki-Version, gute Anti-Spam-Erweiterungen (z. B. ConfirmEdit, AbuseFilter) und günstiges Hosting (z. B. bei freien Anbietern oder Wiki-Farmen).
  • Erfolge feiern: Meilensteine wie „50 Artikel“, „erstes Jahr online“ oder „erster Gast-Autor“ sichtbar machen – das motiviert.
  • Kooperationen suchen: Mit Repair-Cafés, Transition-Towns, Permakultur-Gruppen oder anderen Communities verknüpfen.

Mein Wunsch

Ich möchte viele, viele Wikis sehen – nicht nur ein großes, sondern Hunderte kleine, lebendige Wissensorte. Jede Stadt, jede Region und jede Leidenschaft verdient ihr eigenes Wiki. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass nicht noch mehr Projekte sterben, sondern dass neue entstehen und wachsen.

Wenn du ein Wiki betreibst oder eines gründen möchtest – du bist nicht allein. Teile deine Erfahrungen, frag nach Hilfe, und lass uns gemeinsam die digitalen Gärten am Blühen halten.

CC BY-SA 4.0