TEG Termo-elektrischer-Generator
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Manchmal ergeben sich die besten Ideen einfach so – aus einem Gespräch unter „verrückten“ Bastlern.
Ein Bekannter hatte die Vision: Ein kleiner, quadratischer Ofen mit Holzkohle als Brennstoff, Peltier-Elemente zur Stromerzeugung und Aluminium-Kühlrippen. Eine Variante nutzt zusätzlich Wasser als Wärmespeicher und Temperaturbegrenzer (max. ca. 100 °C).
Das Ergebnis ist ein extrem robuster, wartungsfreier Thermoelektrischer Generator (TEG), der ohne bewegte Teile dauerhaft Strom liefert – ideal für Off-Grid-Hütten, Bunker oder entlegene Stationen, wo Zuverlässigkeit über Effizienz steht.
Siehe: Geplante Obsoleszenz, Edison Batterie, Natrium-Ionen-Akkumulatoren TEG Termo-elektrischer-Generator, Off-the-grid, Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden
Funktionsweise
Peltier-Elemente (TEC-Module) arbeiten nach dem Seebeck-Effekt: Eine Temperaturdifferenz zwischen heißer und kalter Seite erzeugt Gleichspannung.
- Heiße Seite: Direkt am Holzkohle-Ofen (300–600 °C möglich).
- Kalte Seite: Durch Aluminium-Kühlrippen oder Wasser abgekühlt.
- Ausgang: 12 V DC, puffbar in Akkus (z. B. NiFe für maximale Langlebigkeit).
Die Variante mit Wasserbehälter:
- Begrenzt die Temperatur automatisch auf ~100 °C (Siedepunkt).
- Verteilt die Wärme gleichmäßig.
- Schützt die Peltier-Elemente vor Überhitzung (>150–200 °C schädlich).
- Liefert nebenbei Warmwasser.
Typischer Aufbau
- Quadratischer Ofen (z. B. Raketenofen-ähnlich oder einfacher Metallkasten) für stabile Hitze.
- 4–8 Peltier-Module (z. B. TEC1-12706 oder TEC1-12710) zwischen Ofenwand und Kühlkörper.
- Große Aluminium-Kühlrippen oder Wasserblock auf der kalten Seite.
- Optional: Kleiner Lüfter (vom erzeugten Strom betrieben) für bessere Kühlung.
- Ausgang in Laderegler → Akku → Verbraucher.
Leistung und Verbrauch
| Anzahl Module | ΔT (ca.) | Erwartete Leistung | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 2–4 | 100–150 °C | 5–15 Watt | LED-Beleuchtung, Handy-Laden, Radio |
| 6–8 | 150–200 °C | 20–50 Watt | Zusätzlich kleine Ventilatoren, Pumpen, DAB-Radio, Laptop (sparsam) |
| 10+ | >200 °C (mit guter Kühlung) | 50–100 Watt | Erweiterte Bunker-Basislast |
- Brennstoffverbrauch: Ca. 1–2 kg Holzkohle pro Tag bei 20–30 W Dauerleistung (je nach Isolation und Außentemperatur).
Vorteile
- Extrem robust – keine beweglichen Teile.
- Wartungsfrei über Jahrzehnte (Peltier-Elemente halten bei richtiger Temperatur sehr lange).
- Brennstoff lagerfähig und gerucharm (Holzkohle).
- Nebenprodukt: Wärme für Heizung/Kochen.
- Kombinierbar mit langlebigen Akkus (z. B. Nickel-Eisen).
Nachteile
- Niedriger Wirkungsgrad (nur 5–10 % der Wärme werden Strom).
- Viel Abwärme (aber nutzbar zum Heizen).
- Manuelle Brennstoffzufuhr (alle paar Stunden/Tage nachlegen).
- Rauchabzug nötig (bei Innenraumnutzung Schornstein oder Abluft).
Anwendungsbereiche
- Kleine Bunker oder Schutzräume (Basisstrom für Licht, Kommunikation, Lüftung).
- Off-Grid-Hütten in Wald oder Gebirge.
- Notstrom in entlegenen Regionen.
- Prepper- und Survival-Setups.
- Low-Tech-Experimente und Bildungsprojekte.
Fazit
Der Holzkohle-TEG ist kein Effizienzwunder, aber ein Meister der Robustheit. In Kombination mit Nickel-Eisen-Akkus kommt er der Idee einer „fast ewigen“ Basislast-Anlage erstaunlich nahe – ganz ohne Solar, Wind oder radioaktive Quellen.
Eine echte Low-Tech-Lösung für alle, die auf einfache, langlebige Technik setzen. Und manchmal ergeben sich die besten Konzepte eben einfach so, beim Quatschen unter Gleichgesinnten.
Quelle:
Bildquelle: Low-Tech Magazine (CC BY-NC-SA) – https://solar.lowtechmagazine.com/2020/05/thermoelectric-stoves-ditch-the-solar-panels/
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