Kupfer(II)-acetat
Inhaltsverzeichnis
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Kupfer(II)-acetat – Herstellung, Verwendungen und farbige Flammen
Kupfer(II)-acetat (Cu(CH₃COO)₂), auch bekannt als Grünspan oder Verdigris, ist eine blau-grüne Kupferverbindung. Sie ist seit Jahrhunderten als Pigment bekannt und eignet sich hervorragend für farbige Flammen-Experimente.
Warnung: Kupfer(II)-acetat ist giftig. Nicht einatmen, nicht verschlucken und Hautkontakt minimieren. Alle Experimente nur unter Aufsicht von Erwachsenen und im Freien durchführen.
Herstellung
1. Einfache Haushaltsmethode (Kupfer + Essig)
Diese Methode dauert mehrere Tage bis Wochen, liefert aber schönes basisches Kupferacetat.
Materialien:
- Kupferdraht, Kupfermünzen oder Kupferblech (sauber, entfettet)
- Haushaltsessig (5–8 %) oder besser Essigessenz (25 %)
- Luftzufuhr (offenes Gefäß)
- Optional: etwas destilliertes Wasser
Durchführung:
- Kupfer gründlich reinigen (mit Essig und Salz oder Schmirgelpapier).
- Kupferstücke in ein Glasgefäß legen.
- Mit Essig übergießen, sodass das Kupfer teilweise bedeckt ist.
- Gefäß offen stehen lassen (Sauerstoff ist nötig!).
- Mehrmals täglich umrühren oder schütteln.
- Nach 7–21 Tagen bildet sich eine blau-grüne Lösung und/oder Kristalle.
Die Lösung kann eingedampft werden, um das Acetat zu gewinnen.
2. Schnelle Methode mit Wasserstoffperoxid
Materialien:
- Kupferdraht oder -pulver
- Essigessenz (25 %)
- 3–12 % Wasserstoffperoxid (H₂O₂)
- Glasgefäß
Durchführung:
- Kupfer in Essig legen.
- Etwa die gleiche Menge H₂O₂ zugeben.
- Reaktion läuft deutlich schneller (Stunden bis wenige Tage).
- Lösung filtern und bei Zimmertemperatur oder leicht erwärmt eindunsten lassen, um Kristalle zu erhalten.
Hinweis: Die Reaktion erzeugt Wärme – nicht in geschlossenen Behältern durchführen.
3. Aus Kupfercarbonat und Essigsäure
Fortgeschrittene Methode für reineres Produkt: Kupfercarbonat (z. B. aus Malerbedarf) in verdünnter Essigsäure auflösen und kristallisieren lassen.
Verwendungen
- Pigment (Grünspan): Historisches blau-grünes Malerpigment. Wird in Öl- und Temperafarben verwendet.
- Fungizid und Algizid: Im Garten gegen Pilzkrankheiten (z. B. Mehltau).
- Beize in der Textilfärberei: Erzeugt grün-blaue Töne.
- Katalysator in der organischen Chemie.
- Pyrotechnik und farbige Flammen (siehe unten).
- Herstellung anderer Kupferverbindungen.
Farbige Flammen mit Kupfer(II)-acetat
Kupfersalze gehören zu den besten Substanzen für grün-blaue Flammen.
1. Einfache Spiritus-Methode
Materialien:
- Kupfer(II)-acetat (selbst hergestellt oder gekauft)
- Methanol (am besten) oder Ethanol (Brennspiritus)
- Feuerfestes Gefäß (z. B. Keramikschale oder Metallteller)
Durchführung:
- Etwa 1–2 Teelöffel Kupfer(II)-acetat in das Gefäß geben.
- Mit Methanol übergießen und gut verrühren (etwas Wasser kann die Löslichkeit verbessern).
- Mit langem Feuerzeug oder Streichholz vorsichtig anzünden.
- Ergebnis: Schöne blau-grüne bis türkise Flamme.
2. Intensivere Methode (Methanol + Borsäure Kombination)
Für noch kräftigeres Grün:
- Kupfer(II)-acetat + etwas Borsäure in Methanol lösen.
- Die Kombination aus Kupfer und Bor ergibt oft besonders intensive grün-blaue Farben.
3. Flammenfärbung mit Holzspänen oder Docht
- Holzspäne oder Baumwolldocht in Kupferacetat-Lösung tränken und trocknen lassen.
- Getränkte Späne in Methanol oder Spiritus tauchen und anzünden.
- Ergibt lange anhaltende farbige Flammen.
Übersicht farbiger Flammen mit Kupfer
| Substanz | Flammenfarbe | Brennstoff-Empfehlung | Intensität |
|---|---|---|---|
| Kupfer(II)-acetat | Blau-Grün / Türkis | Methanol | Hoch |
| Kupfer(II)-chlorid | Intensiv Grün-Blau | Methanol | Sehr hoch |
| Kupfer + Borsäure | Leuchtend Grün | Methanol | Sehr hoch |
| Borax / Borsäure allein | Grün | Methanol | Mittel-Hoch |
Sicherheitshinweise
- Giftigkeit: Kupferverbindungen sind giftig. Rückstände sicher entsorgen.
- Brandgefahr: Methanol brennt mit fast unsichtbarer Flamme – immer mit Sichtkontakt arbeiten.
- Nur im Freien oder unter starkem Abzug arbeiten.
- Schutzhandschuhe, Schutzbrille und geeignete Kleidung tragen.
- Nicht in der Nähe brennbarer Materialien durchführen.
- Kinder und Haustiere fernhalten.
- Methanol-Dämpfe nicht einatmen (giftig).
Quellen und Weiterführendes
- Historische Pigmentliteratur (Verdigris)
- Pyrotechnik-Foren und Chemie-Lehrbücher
- Eigene Experimente (unter Einhaltung der Sicherheitsregeln)
Dieser Artikel dient rein informativen und bildenden Zwecken. Die praktische Durchführung erfolgt auf eigene Gefahr.