CC BY-SA 4.0

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1. Warum wurden die Creative-Commons-Lizenzen geschaffen?

Das klassische Urheberrecht folgt meist dem Prinzip „Alle Rechte vorbehalten“ (All rights reserved). Das bedeutet: Wenn jemand ein Werk (Text, Bild, Musik, Code etc.) erstellt, darf niemand anderes dieses Werk ohne explizite Erlaubnis nutzen, verbreiten oder verändern. Mit dem Aufkommen des Internets entstand jedoch der Wunsch, Wissen, Kunst und Medien einfach und legal zu teilen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Das Einholen einzelner Erlaubnisse für jedes Bild oder jeden Text war im digitalen Zeitalter zu umständlich. Die Creative-Commons-Lizenzen (CC) wurden geschaffen, um eine Brücke zu schlagen zwischen:

  • „Alle Rechte vorbehalten“ (klassisches Urheberrecht) und
  • „Gemeinfreiheit / Public Domain“ (gar keine Rechte, jeder darf alles).

Das Motto von Creative Commons lautet „Einige Rechte vorbehalten“ (Some rights reserved). Urheberinnen und Urheber können damit auf einfache Weise der Welt mitteilen, unter welchen Bedingungen ihre Werke frei genutzt werden dürfen, ohne dass Nutzer erst nachfragen müssen.

2. Wer hat sie geschaffen?

Die Lizenzen wurden von der gemeinnützigen Organisation Creative Commons entwickelt.

  • Gründung: Die Organisation wurde 2001 in den USA gegründet.
  • Schlüsselfiguren: Zu den Mitbegründern gehörten der Rechtswissenschaftler Lawrence Lessig, der Informatiker Hal Abelson sowie der Internet-Aktivist Aaron Swartz.
  • Erste Version: Die ersten CC-Lizenzen wurden im Dezember 2002 veröffentlicht. Die aktuelle Version 4.0 erschien im November 2013 und ist international einheitlich anwendbar.

3. Welche Bausteine und Lizenzen gibt es?

Die CC-Lizenzen stellen ein Baukastensystem dar, das aus vier Grundelementen (Bedingungen) besteht:

  1. BY (Namensnennung / Attribution): Der Name des Urhebers muss genannt werden.
  2. SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen / ShareAlike): Abgewandelte Werke müssen unter derselben Lizenz weitergegeben werden.
  3. NC (Nicht kommerziell / NonCommercial): Das Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden.
  4. ND (Keine Bearbeitung / NoDerivatives): Das Werk darf zwar verbreitet, aber nicht verändert oder bearbeitet werden.

Aus diesen Bausteinen ergeben sich 6 Standard-Lizenzen (sortiert von am wenigsten einschränkend bis am stärksten einschränkend):

Lizenz Bezeichnung Bedeutung
CC BY Namensnennung Frei nutzbar, veränderbar und kommerziell nutzbar – einzige Bedingung ist die Namensnennung.
CC BY-SA Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung, Veränderung und kommerzielle Nutzung erlaubt, solange der Name genannt wird und das neue Werk unter derselben Lizenz steht.
CC BY-NC Namensnennung – Nicht kommerziell Freie Nutzung und Bearbeitung erlaubt, aber nur für nicht-kommerzielle Zwecke + Namensnennung.
CC BY-NC-SA Namensnennung – Nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nicht-kommerzielle Nutzung und Bearbeitung erlaubt; Name nennen und neues Werk wieder unter CC BY-NC-SA stellen.
CC BY-ND Namensnennung – Keine Bearbeitungen Weitergabe und kommerzielle Nutzung erlaubt, aber das Werk darf nicht verändert werden + Namensnennung.
CC BY-NC-ND Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen Die restriktivste Lizenz: Werk darf nur heruntergeladen/geteilt werden, nicht kommerziell und nicht verändert + Namensnennung.

4. Was besagt konkret die Lizenz CC BY-SA 4.0?

Die Lizenz CC BY-SA 4.0 (Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International) ist eine der bekanntesten Lizenzen überhaupt, da sie unter anderem von der Wikipedia und Wikimedia Commons verwendet wird. Sie gilt als Open-Culture- und Open-Access-freundliche Lizenz.

Was du mit dem Werk tun darfst:

  • Teilen: Du darfst das Material in jedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten.
  • Bearbeiten: Du darfst das Material remixen, verändern und darauf aufbauen.
  • Kommerziell nutzen: Du darfst das Werk (oder Abwandlungen davon) auch verkaufen oder für kommerzielle Projekte nutzen.

Welche Bedingungen du einhalten musst:

  1. BY (Namensnennung):
    • Du musst angemessene Urheber- und Rechteangaben machen (Name des Urhebers/Künstlers).
    • Du musst einen Link zur Lizenz beifügen.
    • Du musst angeben, ob Änderungen am Werk vorgenommen wurden.
  2. SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen / ShareAlike):
    • Wenn du das Werk bearbeitest, abwandelst oder darauf aufbaust, musst du deine eigene Bearbeitung unter derselben Lizenz (CC BY-SA 4.0) oder einer kompatiblen Lizenz veröffentlichen.
    • Das sorgt für den sogenannten „Copyleft-Effekt“: Ein einmal freies Werk bleibt auch in all seinen zukünftigen Abwandlungen für die Allgemeinheit frei und kann nicht durch Bearbeitung „privatisiert“ werden.
  3. 4.0 (International):
    • Das Kürzel 4.0 steht für die Version der Lizenz. Sie ist global gültig und so formuliert, dass sie weltweit in verschiedenen Rechtssystemen (USA, EU etc.) funktioniert, ohne dass es länderspezifische Anpassungen („Portierungen“) braucht.