Phosphor

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Hennig Brand

Herstellen

Der kleine Alchemist
└─ Phosphor
   ├─ Urin als Rohstoff
   └─ Stickstoff aus Kompost und Urin
      └─ Ammoniak

Phosphor

Phosphor (P, Ordnungszahl 15) ist ein Nichtmetall und als Phosphat einer der drei Hauptnährstoffe für Pflanzen. Elementarer Phosphor kommt in der Natur nicht vor. In reiner Form ist weißer Phosphor hochgiftig und selbstentzündlich.

Entdeckung

Phosphor wurde 1669 von dem Hamburger Kaufmann und Alchemisten Hennig Brand entdeckt. Er war der erste Mensch, der ein chemisches Element entdeckte, das seit der Antike nicht bekannt war. Brand suchte eigentlich nach dem Stein der Weisen, um Blei in Gold zu verwandeln.

Historische Erzeugung

Hennig Brand ging davon aus, dass die goldgelbe Farbe von Urin auf eine „Lebenskraft“ hindeutet, die sich zu Gold umwandeln ließe. Er sammelte dafür große Mengen Urin, ließ ihn wochenlang faulen, kochte ihn ein und erhitzte den Rückstand unter Luftabschluss mit Sand in einer Retorte.

Das Ergebnis war kein Gold, sondern eine wachsartige Substanz, die im Dunkeln grünlich leuchtete. Brand nannte sie Phosphorus mirabilis – „wunderbarer Lichtträger“. Der Name leitet sich vom griechischen phōsphóros für „Lichtträger“ ab.

Welch ein Gestank muss es gewesen sein

Die historische Darstellung überliefert, dass Brand für einen Ansatz bis zu 5500 Liter Urin verwendete. Der Prozess des wochenlangen Faulens und Eindampfens von Urin setzte massive Mengen Ammoniak und andere Fäulnisgase frei. Zeitgenossen beschrieben den Geruch als unerträglich. Die eigentliche Entdeckung passierte also unter Bedingungen, die heute als extreme Geruchsbelästigung und Gesundheitsgefahr gelten würden.

Warnung:
Die historische Herstellung von weißem Phosphor ist extrem gefährlich. Weißer Phosphor ist hochgiftig, selbstentzündlich bei Kontakt mit Luft und verursacht schwerste Verbrennungen. Die Dämpfe sind giftig. Von jeglichen Nachahmungsversuchen wird dringend abgeraten.

Bedeutung heute

Phosphor ist heute unersetzlich. Als Phosphat ist er Grundbestandteil von DNA, ATP und Knochen. In der Landwirtschaft ist er ein Hauptbestandteil von Düngemitteln. Gewonnen wird er heute industriell aus phosphathaltigen Gesteinen wie Apatit, nicht mehr aus Urin.

Sichere Phosphorquellen für den Garten

1. Knochenmehl: Langsam wirkender organischer Phosphordünger aus gemahlenen Tierknochen. 2. Holzasche: Enthält neben Kalium auch 1–4% Phosphat. Nur Asche von unbehandeltem Holz verwenden. 3. Guano: Eingetrocknete Exkremente von Seevögeln, reich an Phosphat und Stickstoff.

Hinweis:
Elementaren Phosphor nicht handhaben. Die hier genannten Dünger enthalten Phosphor in gebundener, pflanzenverfügbarer und ungefährlicher Form als Phosphat.