Wasser – Grundlagen, Eigenschaften und Qualitätsstufen

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Wasser – Grundlagen, Eigenschaften und Qualitätsstufen

Wasser ist nicht nur „nass“, sondern eine der außergewöhnlichsten Substanzen der Natur. Chemisch H₂O, physikalisch einzigartig und für alles Leben auf der Erde unverzichtbar.

Chemische und physikalische Grundlagen

  • Chemische Formel: H₂O – zwei Wasserstoffatome und ein Sauerstoffatom, kovalent gebunden.
  • Molekülstruktur: Das Molekül ist polar (Sauerstoff zieht Elektronen stärker an → leichte negative Ladung am O-Atom, positive an den H-Atomen). Dadurch entstehen starke Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Molekülen.
  • Wichtigste physikalische Eigenschaften:
    • Sehr hohe spezifische Wärmekapazität → puffert Temperaturschwankungen (Ozeane als globaler Wärmespeicher, menschlicher Körper als Temperaturregler)
    • Hohe Verdampfungsenthalpie → starke Kühlwirkung beim Verdunsten (Schwitzen)
    • Dichteanomalie: Eis ist leichter als flüssiges Wasser → Eis schwimmt, Gewässer frieren von oben zu (Lebensrettend für Fische im Winter)
    • Sehr hohe Oberflächenspannung → Kapillarwirkung (Wasser steigt in Pflanzenrohren hoch)
  • Universelles Lösungsmittel (Super-Lösungsmittel):
 Durch Polarität und Wasserstoffbrücken löst Wasser ionische Verbindungen (Salze, Säuren, Basen) und viele polare Moleküle extrem gut. Es transportiert Nährstoffe im Blut, löst Mineralien aus Gestein (Grundwasserbildung), trägt Schadstoffe – aber auch Medikamente. Nur unpolare Stoffe (Öle, Fette) lösen sich schlecht → daher „Öl und Wasser“ als Metapher für Unverträglichkeit.

Wasserqualitätsstufen & Begriffe (von rein bis schmutzig)

In autarken und Prepper-Kontexten ist es entscheidend zu wissen, welches Wasser man trinken kann, filtern, aufbereiten oder nur als Brauchwasser nutzen darf.

  • Hochreines Wasser / Reinstwasser / Ultrapures Water
 Leitfähigkeit < 0,055 µS/cm, fast keine Ionen/Mineralien mehr (Mehrfachdestillation + Ionenaustauscher). Für Labore, Akkus, Medizin – nicht zum Trinken geeignet (Mineralmangel, laugt den Körper aus).
  • Destilliertes Wasser
 Durch Verdampfen und Kondensieren gereinigt – frei von Salzen, Bakterien, Organik. Sehr mineralarm. Gut für Notfall-Aufbereitung (z. B. Solar Still), langfristig ungeeignet als Trinkwasser.
  • Mineralstoffarmes Wasser
 Mineralgehalt < 50 mg/L. Oft Osmosewasser oder stark gefiltert. Ähnlich wie destilliert – nur kurzfristig zum Trinken.
  • Optimales Trinkwasser (nach WHO/DVGW)
 pH 6,5–9,5, Leitfähigkeit 100–1.000 µS/cm, Mineralien 50–500 mg/L (Calcium, Magnesium wichtig), keine Schadstoffe/Bakterien. Typisches gutes Leitungswasser in Deutschland.
  • Natürliches Mineralwasser
 Aus geschützter unterirdischer Quelle, ursprüngliche Reinheit, natürlicher Mineralgehalt (oft > 250 mg/L), direkt an der Quelle abgefüllt.
  • Brauchwasser / Betriebswasser
 Nicht trinkbar, aber nutzbar für Waschen, Spülen, Bewässerung, Toilettenspülung. Oft Regenwasser, aufbereitetes Grauwasser oder Oberflächenwasser.
  • Brackwasser
 Salzgehalt 0,5–30 g/L (Mündungsgebiete, Lagunen). Muss entsalzt werden (Umkehrosmose, Destillation).
  • Salzwasser / Meerwasser
 ~35 g/L Salz (hauptsächlich NaCl). Nur nach Entsalzung nutzbar.
  • Konzentriertes Salzwasser (Sole)
 > 50 g/L Salz (Salzseen, Solequellen). Für Konservierung, Tafelwasser-Anreicherung.
  • Grauwasser
 Leicht verschmutztes Abwasser aus Dusche, Waschmaschine, Waschbecken (ohne Fäkalien). Mit Filtern/Pflanzenkläranlagen zu Brauchwasser aufbereitbar.
  • Schmutzwasser / Schwarzwasser
 Fäkalienhaltig (Toilette) – stark verschmutzt, pathogen. Nur mit aufwendiger Klärung nutzbar.
  • Bis hin zum Schlamm
 Sedimenthaltiges Wasser (z. B. nach Starkregen). Vorfiltration nötig (Sedimentation, grober Filter), dann weitere Aufbereitung.