Open Street Map

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OsmAnd-Maps-Navigation-App

OpenStreetMap – Die freie Weltkarte, die jeder mitgestalten kann

OpenStreetMap (kurz OSM) ist die größte freie und offene Weltkarte der Welt. Sie funktioniert wie Wikipedia: Tausende Freiwillige tragen weltweit Daten bei – Straßen, Wege, Gebäude, Flüsse, Wanderpfade, Bushaltestellen, Geschäfte, Bänke und vieles mehr. Das Ergebnis ist eine Karte, die jeder herunterladen, bearbeiten, nutzen und weiterverwenden darf – ohne Lizenzkosten und ohne Abhängigkeit von großen Konzernen.

Die Geschichte: Wie alles begann

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OpenStreetMap wurde im Juli 2004 von dem britischen Entwickler Steve Coast ins Leben gerufen. Steve war damals frustriert: Gute digitale Karten (z. B. von Tele Atlas, Navteq oder Google Maps) waren teuer, proprietär und durften nicht frei genutzt oder verändert werden. Man konnte sie nicht für eigene Projekte verwenden, ohne hohe Lizenzgebühren zu zahlen.

Er wollte etwas anderes schaffen:

  • Eine Karte, die wirklich allen gehört
  • Die von einer Community gepflegt wird – ähnlich wie Wikipedia
  • Die komplett frei und offen ist (Open Data)

Am 1. Juli 2004 machte Steve den ersten Commit ins Versionskontrollsystem (damals noch Subversion). Er fing mit seiner eigenen Nachbarschaft in London an und lud andere ein, mitzumachen. 2006 wurde die OpenStreetMap Foundation gegründet, um das Projekt rechtlich und organisatorisch abzusichern.

Seitdem wächst OSM explosionsartig:

  • Über 10 Millionen registrierte Mitwirkende weltweit
  • Mehr als 8 Milliarden Bearbeitungen (Stand 2026)
  • In vielen Regionen (vor allem ländlich, in Entwicklungsländern oder nach Katastrophen) ist OSM genauer und aktueller als kommerzielle Karten

Wichtige Meilensteine:

  • 2007: Erste große Importe (z. B. TIGER-Daten aus den USA)
  • 2010: Haiti-Erdbeben – OSM wurde zur wichtigsten Karte für Hilfsorganisationen
  • 2012: Apple nutzt OSM-Daten (nach Streit mit Google)
  • Seit 2015: Offizielle Vector Tiles (seit 2025 verbessertes Shortbread-Schema)

Verfügbar für welche Betriebssysteme?

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OSM ist keine fertige App, sondern eine Datenquelle (eine riesige Datenbank). Deshalb gibt es keine einzige „offizielle OSM-App“, sondern hunderte Programme und Apps, die die Daten nutzen.

Fast alle gängigen Betriebssysteme werden unterstützt – mit starkem Fokus auf Offline-Nutzung:

  • Android: OsmAnd (sehr mächtig, Offline-Routen), Organic Maps (einfach & schön), Magic Earth, Locus Map, Trail Sense (Custom-Karten), Maps.me
  • iOS: Organic Maps, OsmAnd, Guru Maps, Maps.me
  • Windows / macOS / Linux: JOSM (der mächtigste Editor für Profis), uMap (eigene Karten erstellen), QGIS (Geodaten-Analyse), Marble (Desktop-Kartenbetrachter), StreetComplete (Gamification-Editor)
  • Web-Browser: openstreetmap.org (offizielle Ansicht), uMap, OpenTopoMap, OpenCycleMap
  • Spezialgeräte: Garmin-GPS-Geräte (mit OSM-Karten von freien Quellen), Wahoo ELEMNT / Garmin Edge (Fahrrad-Computer), TwoNav

Kurz gesagt: OSM läuft auf fast allem – vom alten Smartphone über den Laptop bis zum Profi-GPS-Gerät.

Welche Karten-Styles und Varianten gibt es?

Die Rohdaten von OSM sind neutral – wie man sie darstellt (Farben, Symbole, Hervorhebungen), entscheidet jede App oder Website selbst. Deshalb gibt es unzählige „Gesichter“ von OSM:

  • Standard (Mapnik) – die klassische Ansicht auf openstreetmap.org (Straßen, Gebäude, POIs, Grünflächen)
  • OpenTopoMap – topografisch mit Höhenlinien, Schummerung und Bergnamen (ideal für Wandern, Bergsteigen, Orientierung)
  • OpenCycleMap – für Radfahrer (Fahrradwege, Höhenprofile, Fahrradfreundlichkeit)
  • OpenRailwayMap – Eisenbahn-Infrastruktur weltweit (Gleise, Bahnhöfe, Signale, Stromsysteme)
  • Humanitarian / HOT – für Katastrophenhilfe (hoher Kontrast, klare Straßen und Gebäude)
  • Transport / ÖPNV-Styles – öffentlicher Nahverkehr (Buslinien, U-Bahn, Tram, Haltestellen)
  • Dark / Night Mode – dunkle Varianten für bessere Nachtsichtbarkeit
  • Outdoor / Hiking Styles – in Apps wie OsmAnd oder Organic Maps (Wanderwege, Schutzhütten, Gipfelkreuze, Schwierigkeitsgrade)
  • Custom & experimentell – viele Apps erlauben eigene Styles (z. B. nur Wanderwege, militärisch reduziert, nur Gewässer, nur POIs usw.)

Viele Apps bieten mehrere Styles gleichzeitig an – du kannst z. B. in OsmAnd zwischen 20–30 verschiedenen Karten-Ansichten wechseln.

Fazit: Warum OSM für Autarkie perfekt ist

OpenStreetMap ist der ultimative Baustein für unabhängige Navigation:

  • Die Daten sind frei herunterladbar (ganze Länder oder Regionen als Offline-Paket)
  • Keine Abhängigkeit von Google, Apple, Garmin oder Staaten
  • Funktioniert komplett offline (in Kombination mit Apps wie OsmAnd, Organic Maps oder Trail Sense)
  • Wird von der Community gepflegt – je mehr Menschen mitmachen, desto besser und aktueller wird sie
  • Du kannst selbst mithelfen: Mit JOSM oder StreetComplete Fehler korrigieren oder neue Wege eintragen

Wer OSM nutzt, hat eine echte, langfristige Alternative zur proprietären Kartennavigation – und trägt gleichzeitig dazu bei, dass Wissen und Karten frei bleiben.

CC BY-SA 4.0

Videos

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