04 Notunterkunft Natur
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04 Notunterkunft in der Natur – Biwak & Shelterbau
Wenn du im Feld ohne Zelt überrascht wirst, musst du in der Lage sein, dir mit einfachsten Mitteln oder Naturmaterialien einen wind- und wetterfesten Unterschlupf (Shelter) zu bauen. Das Ziel ist die Erhaltung der Kernkörpertemperatur.
Die Platzwahl (Der 5-W-Check)
Bevor du mit dem Bau beginnst, prüfe die Umgebung sorgfältig auf Gefahrenquellen:
- Wind: Steht der Shelter im Windschatten? Ist der Eingang von der Wetterseite abgewandt?
- Wasser: Liegt der Platz hoch genug, um bei plötzlichem Starkregen nicht überschwemmt zu werden? (Abstand zu Bachbetten halten).
- Witwenmacher: Hängen morsche Äste oder tote Bäume über dem Schlafplatz, die bei Sturm herabstürzen könnten?
- Wildtiere: Befinden sich Ameisenstraßen, Dachsbauten oder Wildwechsel in unmittelbarer Nähe?
- Wärme: Bietet der Platz natürlichen Schutz (z. B. eine Felswand, die tagsüber Wärme speichert)?
Einfache Shelter-Typen
1. Das Tarp-Shed-Roof (Schrägdach)
Hast du eine Plane, ein Tarp oder einen großen Poncho dabei, ist das Schrägdach die schnellste Option.
- Eine Schnur (Paracord) zwischen zwei Bäumen spannen.
- Die Plane einhängen und die Rückseite im 45-Grad-Winkel zum Boden hin mit Heringen abspannen.
- Vorteil: Hält Regen ab und reflektiert die Wärme eines davor entfachten Feuers zu dir.
2. Der klassische „Lean-To“ (Aus Naturmaterialien)
Wenn du keine Plane hast, nutzt du Totholz und Äste.
- Einen stabilen Firstbalken zwischen zwei Astgabeln oder an einem umgefallenen Baum fixieren.
- Im 45-Grad-Winkel dicke Äste anlehnen, um ein Dachskelett zu bilden.
- Die Isolierung: Das Skelett von unten nach oben (wie Dachziegel) dick mit Fichten- oder Tannenreisig, Moos und Laub bedecken. Die Schicht muss mindestens 20–30 cm dick sein, um Regen abzuhalten.
Die Bodenisolation – Überlebenswichtig!
Der Boden entzieht deinem Körper durch Wärmeleitung (Konduktion) bis zu viermal mehr Energie als die Luft. Schlafe niemals direkt auf der nackten Erde!
- Bau eines Betts (Debris Bed): Erstelle einen Rahmen aus dicken Protokollen und befülle ihn mindestens 20 cm hoch mit trockenem Laub, Moos oder Reisig. Erst wenn dieses Bett unter deinem Körpergewicht komprimiert ist und dich noch immer vom Boden trennt, ist es ausreichend isoliert.
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- Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Autor: André Riese
- Webseite: autarkwiki.frei3.de