Waschsoda

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Waschsoda

Waschsoda (Natriumcarbonat, Na₂CO₃), auch bekannt als Reine Soda, Kristallsoda oder calciniertes Soda, ist ein Natriumsalz der Kohlensäure. Es ist ein stark basisches, weißes Pulver und wird vor allem als Reinigungsmittel und Wasserenthärter eingesetzt. Es ist nicht mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) zu verwechseln.

Eigenschaften

Waschsoda ist ein stark alkalisches Salz mit einem pH-Wert von etwa 11,5 in wässriger Lösung. Es ist deutlich basischer als Natron und wirkt daher entfettend, reinigend und wasserenthärtend. Es bindet Calcium- und Magnesiumionen im Wasser, die für Wasserhärte verantwortlich sind. Dadurch erhöht es die Waschkraft von Seifen erheblich. Waschsoda ist nicht brennbar und zersetzt sich erst bei Temperaturen über 851 °C.

Historische Verwendung

Natürlich vorkommendes Natriumcarbonat wurde bereits in der Antike genutzt. Die Ägypter gewannen es als Trona aus ausgetrockneten Salzseen und verwendeten es zur Glasherstellung, Mumifizierung und Körperreinigung. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurde Soda durch das Verbrennen von Meeres- und Strandpflanzen gewonnen. Diese sogenannte „Pflanzenasche“ oder „Barilla-Soda“ stammte hauptsächlich aus Spanien und war ein wichtiger Handelsartikel.

1791 entwickelte Nicolas Leblanc das erste industrielle Verfahren zur Sodaherstellung aus Kochsalz, Schwefelsäure, Kalkstein und Kohle. Dieses Leblanc-Verfahren machte Soda im 19. Jahrhundert erstmals in großen Mengen verfügbar und war eine Grundlage für die industrielle Revolution. Ab 1865 wurde es durch das effizientere und umweltfreundlichere Solvay-Verfahren abgelöst, das bis heute angewendet wird.

Anwendungen im Haushalt

Bereich Anwendung Dosierung / Hinweis
Wäsche Wasserenthärter, Waschkraftverstärker 1-2 EL pro Waschgang zum Waschmittel geben. Nicht für Wolle, Seide oder Feinwäsche.
Reinigung Eingebranntes lösen, Fettlöser 2 EL in 5 L heißem Wasser auflösen. Für Backöfen, Dunstabzugshauben, Fliesen.
Abfluss Verstopfungen lösen 3 EL Soda in den Abfluss geben, mit 1 L kochendem Wasser nachspülen. Stärker als Natron.
Garten Moos- und Algenentferner 1 EL pro Liter Wasser. Auf Steinplatten sprühen, einwirken lassen, abbürsten.
Einweichen Stark verschmutzte Arbeitskleidung 3 EL in 10 L heißem Wasser auflösen. Textilien über Nacht einweichen.

Abgrenzung zu Natron

Waschsoda und Natron werden häufig verwechselt, unterscheiden sich aber wesentlich:

Merkmal Waschsoda (Na₂CO₃) Natron (NaHCO₃)
Chemische Stärke Stark basisch, pH ~11,5 Schwach basisch, pH ~8,5
Hauptanwendung Reinigen, Entfetten, Enthärten Backen, Gerüche binden, Körperpflege
Verträglichkeit Reizend für Haut und Schleimhäute Lebensmittelecht, ungiftig
Verzehr Nicht geeignet, gesundheitsschädlich Geeignet als Lebensmittelzusatz E 500
Für Wolle/Seide Nein, zerstört Eiweißfasern Ja, bedingt geeignet

Sicherheitshinweise

Waschsoda ist als reizend eingestuft. Es verursacht schwere Augenreizung und kann die Haut austrocknen. Bei der Anwendung sollten Handschuhe getragen werden. Staub nicht einatmen. Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Nicht mit Säuren mischen, da eine heftige Reaktion unter CO₂-Freisetzung erfolgt. Waschsoda darf nicht mit Aluminium, da es das Metall angreift und schwarz verfärbt.

Literatur

  • Krätz, Otto: 7000 Jahre Chemie, Callwey 1990
  • Uekötter, Frank: Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Oldenbourg 2007