Kiwix - Das Offline-Internet: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 25. Juli 2026, 06:56 Uhr

Kiwix

Digitale Autarkie

Technische SouveränitätDigitale Autarkie
└─ KiCad – Einstieg für Autarke
   ├─ Schaltungen simulieren mit KiCad und weiteren Tools
      └─ Logik-Simulatoren
      └─ USB-Messgeräte für PC und Laptop
   └─ Freie Software als Grundlage für eine kleine Industrie
      └─ Freie Software für produktives Arbeiten
 
Siehe auch: 
Kiwix - Das Offline-Internet, Sicherheitskamera, Wie funktioniert Meshtastic, Digitale Kommunikation mit Meshtastic, Volla Phone und Tablet, Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden, Starlink für Autarkie, Digitale Autarkie, Autarkie  
└─ ASCII/Block-Arts, Terminal-Games ─┘

Kiwix - Das Offline-Internet für die Hosentasche

Kiwix ist eine freie Open-Source-Software, die es ermöglicht, das Wissen des Internets komplett offline und ohne jegliche Netzverbindung zu nutzen. Für den Bereich der Autarkie und Krisenvorsorge (Prepping) gehört Kiwix zur digitalen Grundausstattung, da es im Falle eines großflächigen Blackouts oder in netzfreien Zonen den Zugriff auf Millionen von Artikeln, Büchern und Anleitungen sichert.

Was ist Kiwix?

Kiwix fungiert als Offline-Reader. Die Software liest hochkomprimierte Datendateien im sogenannten ZIM-Format. In diesen ZIM-Dateien sind ganze Webseiten (wie die komplette Wikipedia, medizinische Lexika oder Handbücher) inklusive Bildern, Suchindex und Formatierung komprimiert abgespeichert. Einmal heruntergeladen, benötigt man keinen einzigen Kilobyte Datenvolumen mehr, um das gespeicherte Wissen blitzschnell zu durchsuchen.

Wer hat es geschrieben und warum?

Kiwix wurde im Jahr 2006 von den Schweizer Entwicklern Emmanuel Engelhart und Renaud Gaudin ins Leben gerufen.

Die Motivation hinter dem Projekt war rein humanitär: Die Gründer wollten Menschen Zugang zum Weltwissen der Wikipedia ermöglichen, die keinen oder nur einen stark zensierten Internetzugang besitzen. Da Wikipedia damals keine gute Offline-Lösung anbot, entwickelten sie das performante ZIM-Format und den passenden Reader. Heute wird das Projekt von dem in der Schweiz ansässigen, gemeinnützigen Verein Kiwix Association getragen und maßgeblich von der Wikimedia Foundation unterstützt.

Wo wird Kiwix heute eingesetzt?

Kiwix wird weltweit von schätzungsweise über 3 bis 4 Millionen Menschen in extrem ernsthaften Szenarien aktiv genutzt:

  • Schulen ohne Internet: In Entwicklungsländern (vor allem in Afrika und Südamerika) statten NGOs Schulen mit lokalen Kiwix-Servern (z. B. auf Raspberry Pi-Basis) aus. Ganze Schulklassen greifen so per lokalem WLAN auf Lehrmaterialien zu.
  • Zensierte Regionen: In Ländern wie Nordkorea schmuggeln Aktivisten Kiwix-Datenpakete auf USB-Sticks oder Micro-SD-Karten ins Land, um der Bevölkerung unzensiertes Wissen zugänglich zu machen. In Kuba verbreitet sich Kiwix über das informelle Offline-Datennetzwerk "El Paquete Semanal".
  • Krisenvorsorge & Katastrophenschutz: In der Prepper- und Survival-Community gilt Kiwix als Goldstandard, um bei Infrastrukturausfällen medizinische Leitfäden und Überlebenswissen griffbereit zu haben.
  • Gefängnisse: In Justizvollzugsanstalten (u. a. in der Schweiz, Frankreich und den USA), in denen Häftlinge aus Sicherheitsgründen kein Internet nutzen dürfen, wird Kiwix zur Bildung und Recherche auf Rechnern bereitgestellt.

Welche Inhalte gibt es (Stand 2026)?

Das Angebot an ZIM-Dateien ist riesig und wird ständig aktualisiert. Zu den wichtigsten Archiven im Jahr 2026 gehören:

  • Wikipedia: In fast allen Weltsprachen verfügbar (wahlweise komplett mit Bildern oder als speicherschonende Nur-Text-Version).
  • Wikimed / Wikimedica: Das gesamte medizinische Wissen der Wikipedia (Anatomie, Krankheiten, Erste Hilfe, Medikamente) als eigenständiges, kompaktes Paket.
  • Project Gutenberg: Zehntausende historische, rechtefreie Bücher und Klassiker der Weltliteratur.
  • Wikibooks & Wikisource: Lehrbücher, organische Chemie, Physik-Formelsammlungen und historische Dokumente.
  • StackExchange / AskUbuntu: Riesige Forenarchive für IT-, Linux- und Handwerker-Fragen.
  • TED Talks & Khan Academy: Komplette Videovorträge und Lernvideos für den Offline-Unterricht.

Unterstützte Betriebssysteme

Kiwix ist extrem plattformunabhängig und läuft auf fast jeder Hardware:

  • Linux / Ubuntu Touch: Läuft nativ als App auf Linux-Systemen und über den OpenStore auch auf dem Volla Tablet bzw. Volla Phone.
  • Android & iOS: Offizielle Apps in den jeweiligen Stores (und im Google-freien Aurora/F-Droid Store) für Smartphones und Tablets.
  • Windows & macOS: Desktop-Anwendungen für Laptops und PCs.
  • Kiwix-Hotspot (Server): Eine spezielle Version, die aus einem Minicomputer (z. B. Raspberry Pi) einen lokalen WLAN-Hotspot macht, an den sich dutzende Geräte gleichzeitig anmelden können.

Speicherplatz-Bedarf für Naturwissenschaft & Technik

Um einen sehr großen, umfassenden Teil der Naturwissenschaften, Chemie, Physik, Medizin und Technik für den Ernstfall zu speichern, muss man mit folgenden Dateigrößen (Stand 2026) rechnen:

Inhalt (Deutsch) Variante Ungefährer Speicherbedarf
Wikipedia (Komplett) Mit allen Bildern und Grafiken ca. 42 GB – 45 GB
Wikipedia (Leicht) Nur Text (ohne Bilder, perfekt für Formeln/Fakten) ca. 12 GB – 14 GB
Wikimed (Medizinlexikon) Komplettes medizinisches Wissen mit Bildern ca. 1,5 GB – 2 GB
Wikibooks (Lehrbücher) Technik, Handwerk, Chemie, Physik, Biologie ca. 2 GB – 3 GB
StackExchange (Technik) Foren für Ingenieure, Bastler und IT ca. 5 GB – 8 GB
Gesamtpaket "Wissenschaft & Autarkie" Empfohlene Auswahl (Text-Wiki + Module) ca. 22 GB bis 28 GB

Tipp für das Volla Tablet: Da die naturwissenschaftlichen Artikel in der Textversion der Wikipedia vollkommen ausreichen (Formeln und Tabellen sind enthalten), spart man ohne Bilder massiv Platz auf der Micro-SD-Karte und hat trotzdem das gesamte Wissen komisch-sicher parat.

Siehe auch

Weblinks