Logik-Simulatoren: Unterschied zwischen den Versionen

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== Logik-Simulatoren ==
 
== Logik-Simulatoren ==
  

Aktuelle Version vom 22. Juni 2026, 18:21 Uhr

Herstellen

Der kleine Alchemist
└─ Lötwasser und Flussmittel für das Kaltlöten
   └─ Leiterplatten ätzen
      ├─  Leiterplatten-Layout drucken & übertragen
      ├─  Lötstoppmaske selbst aufbringen
      └─ KiCad – Einstieg für Autarke
         ├─ Schaltungen simulieren mit KiCad und weiteren Tools
         └─ Logik-Simulatoren
      └─ USB-Messgeräte für PC und Laptop
└─ Freie Software als Grundlage für eine kleine Industrie
   └─ Freie Software für produktives Arbeiten
      └─ Technische SouveränitätDigitale Autarkie

Logik-Simulatoren

Logik-Simulatoren ermöglichen es, digitale Schaltungen (Gatter, Flip-Flops, Register, Zähler, komplette Prozessoren) rein virtuell zu testen, bevor du sie auf Breadboard oder selbst geätzten Leiterplatten aufbaust. Das spart enorm viel Zeit, Bauteile und Frust.

Sie sind besonders wertvoll im Autarkie-Kontext: Du kannst komplexe Logik (z. B. für Steuerungen, Sensorik oder sogar einfache CPUs) auf alten Rechnern entwickeln und debuggen – komplett offline.

Warum Logik-Simulatoren sinnvoll sind

  • Fehler in der Logik früh erkennen (z. B. Rennbedingungen, falsche Zustände)
  • Schaltungen schrittweise aufbauen und testen
  • Komplexe Systeme (z. B. 8-Bit-Computer nach Ben Eater) virtuell entwickeln
  • Keine echten Bauteile nötig für die erste Validierung
  • Gute Vorbereitung für spätere FPGA- oder ASIC-Entwürfe

Empfohlene Programme (Stand 2026)

Programm Typ Vorteile Nachteile Empfehlung
Logisim-Evolution Desktop (Java) Sehr einsteigerfreundlich, hierarchische Schaltungen, Chronogramm, große Community Etwas ältere Oberfläche Bester Einstieg für die meisten
Digital (von hneemann) Desktop (Java) Modern, schnell, Export zu VHDL/Verilog, gute Performance Etwas steilere Lernkurve Sehr gut für Fortgeschrittene und HDL-Übergang
CircuitVerse Web-basiert Kostenlos, Community-Galerie, einfach teilen Braucht Internet (Offline-Version möglich) Gut für schnelle Tests
Falstad Circuit Simulator Web Visuell sehr schön, kombiniert analog + digital Weniger für große reine Logikschaltungen Ergänzung für gemischte Schaltungen

Logisim-Evolution – Der Klassiker für Einsteiger

Logisim-Evolution ist die aktiv weiterentwickelte Version des beliebten Logisim.

Installation

Schnellstart

  1. Neues Projekt anlegen
  2. Gatter, Eingänge (Taster/Schalter), Ausgänge (LEDs, 7-Segment) aus der Bibliothek ziehen
  3. Mit Drähten verbinden
  4. Simulation automatisch oder per Takt starten
  5. Mit dem „Poke“-Tool Signale manuell setzen
  6. Subschaltungen erstellen (hierarchisches Design)

Besonders praktisch: Chronogramm (Zeitverlaufs-Diagramm) zur Analyse von Signalen.

Digital (hneemann) – Die moderne Alternative

Viele Nutzer wechseln mittlerweile zu Digital, weil es performanter ist und direkt zu Hardware-Beschreibungssprachen exportieren kann.

Integration mit KiCad

KiCad/ngspice kann digitale Schaltungen simulieren (besonders mit 74xx-Modellen), ist aber für reine Logik weniger komfortabel als die oben genannten spezialisierten Tools. Nutze Logisim-Evolution/Digital für den Logik-Entwurf und KiCad für die spätere Platine.

Praktische Tipps für Autarkie

  • Alle empfohlenen Desktop-Programme laufen gut auf alten Laptops mit Linux.
  • Java installieren (OpenJDK) – reicht für die meisten Tools.
  • Schaltungen als Datei speichern und versionieren (z. B. mit Git).
  • Mit einfachen Schaltungen beginnen: UND/OR-Gatter → Multiplexer → Zähler → Register.
  • Später komplette Mini-CPUs nachbauen (z. B. SAP-1 oder Ben-Eater-8-Bit).
  • Ausgebaute Schaltungen als Subschaltungen wiederverwenden.

Dieser Artikel wird laufend erweitert. Deine Erfahrungen mit Logisim-Evolution, Digital oder selbst gebauten Logik-Schaltungen sind herzlich willkommen – besonders Fotos oder .circ-Dateien!