Umgang mit Kis: Unterschied zwischen den Versionen
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== Halluzinieren == | == Halluzinieren == | ||
Aktuelle Version vom 22. September 2026, 08:55 Uhr
Inhaltsverzeichnis
Digitale Autarkie
Digitale Autarkie in der Praxis ├─ Autarkie → Digitale Autarkie ├─ Umgang mit Kis └─ Vorüberlegung für eine persönliche Offline-KI
Über den Umgang mit KIs
Es wird derzeit sehr viel Quatsch über KIs verbreitet. Bevor wir KIs nutzen, müssen wir uns darüber im Klaren sein, was sie überhaupt sind.
Künstliche Intelligenz, genauer gesagt LLMs (Large Language Models, große Sprachmodelle), sind keine klassischen Wissensdatenbanken. Sie bestehen vereinfacht gesagt aus sehr großen neuronalen Netzen, die während ihres Trainings sehr viele sprachliche und inhaltliche Zusammenhänge gelernt haben.
Schreibt man eine Anfrage, wird der gesamte Text zusammen mit dem vorhandenen Gesprächskontext verarbeitet. Das Modell versucht zu erfassen, wonach gefragt wird, und berücksichtigt dabei die Zusammenhänge innerhalb der Anfrage und des bisherigen Gesprächs.
Anschließend erzeugt die KI ihre Antwort Schritt für Schritt. Dabei spielen Wahrscheinlichkeiten eine entscheidende Rolle: Das Modell berechnet, welche Wörter und Inhalte im jeweiligen Zusammenhang wahrscheinlich passend sind.
Diese Technologie ist im höchsten Maße faszinierend. Sie kann verstehen, wonach du suchst, auch wenn du den genauen Fachbegriff dafür nicht kennst.
Oft scheitert eine klassische Suche daran, dass man einfach den richtigen Suchbegriff nicht kennt.
Ohne KI müsste man zunächst versuchen, den richtigen Begriff zu finden und sich anschließend durch zahlreiche Texte arbeiten, um die gesuchten Informationen zu finden.
Bei einer KI kann bereits eine Umschreibung oder der Kontext der gesuchten Information ausreichen, damit sie passende Zusammenhänge findet und dir eine verständliche Zusammenfassung erstellt.
Das ist allerdings nur ein Aspekt.
Plaudert man mit einer KI wie mit einem alten Freund, könnte man meinen, dass ein Mensch am anderen Ende des Chats sitzt.
Das liegt unter anderem daran, dass LLMs anhand sehr großer Mengen menschlicher Texte trainiert wurden. Sie haben dabei gelernt, wie Menschen schreiben, erklären, fragen, antworten und miteinander kommunizieren.
Man könnte deshalb sagen, dass eine KI ein Spiegelbild der Menschheit darstellt.
Allerdings ist sie kein Spiegel der Wahrheit. Sie spiegelt vielmehr die sprachlichen und inhaltlichen Muster wider, die sie aus ihren Trainingsdaten gelernt hat.
Kontext geben
Gibt man einer KI zusätzlichen Kontext, kann sie sich wesentlich besser auf die eigene Arbeitsweise und die jeweilige Aufgabe einstellen.
Ein einfacher Prompt kann beispielsweise so aussehen:
Hallo XXX Wir reden uns mit Du an und sprechen auf Augenhöhe miteinander. Du darfst Fehler machen :) Wenn du etwas nicht sicher beantworten kannst, sage mir bitte, dass du dir nicht sicher bist. Hinterfrage deine Aussagen, wenn Zweifel an ihrer Richtigkeit bestehen. Erfinde keine Quellen oder Informationen. Frage bei mir nach, solltest du dir bei meiner Frage nicht sicher sein.
Damit wird die KI nicht im technischen Sinne freigeschaltet. Man gibt ihr zusätzliche Regeln und Kontext für die Zusammenarbeit.
Je genauer der Kontext ist, desto besser kann sich die KI auf die jeweilige Aufgabe einstellen.
Das kann besonders bei längeren Projekten hilfreich sein. Gibt man beispielsweise Informationen über das eigene Projekt, die gewünschte Arbeitsweise oder bestimmte technische Rahmenbedingungen vor, kann die KI diese Informationen innerhalb des Gesprächs berücksichtigen.
Komplexe Aufgaben vorbereiten
Bei komplexeren Aufgaben kann es sinnvoll sein, die KI nicht sofort mit der eigentlichen Aufgabe zu beauftragen.
Man kann ihr zunächst den vorhandenen Kontext und das gewünschte Ziel erklären und sie anschließend bitten, daraus einen geeigneten Prompt für die eigentliche Aufgabe zu erstellen.
Das ist besonders hilfreich, wenn man selbst noch nicht genau weiß, welche Informationen für die Aufgabe wichtig sind oder wie man die Aufgabe möglichst eindeutig formulieren sollte.
Zum Beispiel:
Hier ist mein Vorhaben und der bisherige Kontext. Analysiere zunächst, welche Informationen für die Bearbeitung der Aufgabe benötigt werden. Erstelle anschließend einen möglichst guten Prompt, mit dem ich die eigentliche Aufgabe an eine KI stellen kann. Der Prompt soll alle wichtigen Informationen, Anforderungen und Randbedingungen enthalten. Wenn dir Informationen fehlen, frage mich zunächst danach.
Die KI übernimmt damit zunächst eine Art Vorbereitung oder Übersetzungsarbeit.
Der Mensch beschreibt, was er erreichen möchte. Die KI hilft dabei, daraus eine strukturierte Aufgabenstellung zu machen.
Gerade bei umfangreichen technischen oder organisatorischen Aufgaben kann dieser Zwischenschritt die Qualität der späteren Antwort deutlich verbessern.
Dabei sollte man den erzeugten Prompt nicht ungeprüft übernehmen. Auch hier gilt: Die KI kann wichtige Annahmen treffen oder Informationen ergänzen, die nicht zum eigentlichen Vorhaben passen.
Der erzeugte Prompt ist deshalb ein Werkzeug, das man gemeinsam mit der KI weiterentwickeln kann.
Man muss also nicht bereits wissen, wie man eine KI richtig fragt. Man kann die KI auch zunächst fragen, wie man sie am besten fragen sollte.
Halluzinieren
Ein wichtiger Aspekt beim Umgang mit KIs sind die sogenannten Halluzinationen.
Damit bezeichnet man Antworten, bei denen eine KI Informationen erzeugt, die plausibel klingen, aber ganz oder teilweise falsch sind.
Im menschlichen Sinne könnte man es so formulieren:
Wie oft denken wir Menschen falsch? Hand aufs Herz. Vieles, was auf den ersten Blick vollkommen logisch klingt, ist in der Praxis einfach falsch.
Ähnliches kann auch bei einer KI passieren.
Eine KI erzeugt ihre Antworten anhand der gelernten Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten. Sie besitzt dadurch nicht automatisch ein zuverlässiges Verständnis davon, ob eine Aussage tatsächlich wahr ist.
Deshalb sollte man wichtige Aussagen überprüfen.
Eine Möglichkeit besteht darin, die Aussage einer KI einer anderen KI vorzulegen und sie auf mögliche Fehler überprüfen zu lassen.
Noch besser ist es, wichtige Informationen zusätzlich anhand geeigneter Originalquellen zu überprüfen.
Gerade bei technischen, wissenschaftlichen, medizinischen, rechtlichen oder aktuellen Informationen sollte man sich nicht ausschließlich auf eine KI verlassen.
Eine KI kann bei der Suche nach Informationen sehr hilfreich sein. Die Verantwortung dafür, was man am Ende für richtig hält und verwendet, bleibt jedoch beim Menschen.
Sei freundlich
Da LLMs anhand großer Mengen menschlicher Kommunikation trainiert wurden, können sie sehr gut mit natürlicher und höflicher Sprache umgehen.
Es ist deshalb sinnvoll, mit einer KI so zu kommunizieren, wie man auch mit einem Menschen kommunizieren würde, mit dem man vernünftig zusammenarbeiten möchte.
Wenn eine Antwort gut ist, kann man das sagen.
Wenn eine Antwort nicht gut ist, sollte man möglichst erklären, was daran falsch oder unbrauchbar ist.
Anstatt nur Das ist falsch zu schreiben, kann beispielsweise erklärt werden, welcher Teil der Antwort nicht stimmt und welche Information fehlt.
Dadurch kann die KI im weiteren Gespräch besser auf die Korrektur eingehen.
Wenn Fragen geklärt oder ein gemeinsames Projekt abgeschlossen ist, kann man sich auch einfach bedanken.
Das kostet nichts und macht die Zusammenarbeit angenehmer.
KI als Werkzeug
Eine KI sollte man weder als allwissende Maschine noch als Ersatz für das eigene Denken betrachten.
Sie ist ein Werkzeug.
Wie bei jedem anderen Werkzeug hängt das Ergebnis davon ab, wie man es benutzt.
Ein guter Handwerker überprüft sein Werkzeug und seine Arbeit. Genauso sollte man bei einer KI die Ergebnisse hinterfragen und wichtige Informationen überprüfen.
Die große Stärke der KI liegt nicht darin, dass sie immer Recht hat.
Ihre Stärke liegt darin, dass sie Zusammenhänge herstellen, Informationen verständlich erklären, unterschiedliche Gedanken miteinander verbinden und bei der Suche nach Lösungen helfen kann.
Damit wird aus Mensch und KI kein Ersatz füreinander, sondern eine neue Form der Zusammenarbeit.