Permakultur im Garten: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 21. Februar 2026, 11:40 Uhr
Inhaltsverzeichnis
Siehe auch
Dauerkalender, Saatkalender, Jahresplanung Selbstversorgung, Checklisten, Mondkalender,
├─ Sonnenwende, Äquinoktium, Walpurgisnacht, Halloween, Raunächte und Julfest, Ostern
├─ Permakultur im Garten, Mischkultur,
├─ Kalender für die Jahre 2010 bis 2099: Datei:Calbook-2010.pdf
├─ Datei:Saatkalender-Gemuese.pdf, Datei:Wochenbuch.pdf, Datei:Checkliste-Herbst-Winter.pdf
├─ Wetterregeln, Wetter / Wolken
└─ Umrechnungsgrafiken
Permakultur im Garten
Permakultur (permanent + agriculture/culture) ist ein Design-System für nachhaltige, selbstregulierende Systeme – entwickelt in den 1970er Jahren von Bill Mollison und David Holmgren. Im Garten bedeutet das: Mit der Natur arbeiten statt gegen sie, Kreisläufe schließen, Biodiversität fördern und langfristig mit wenig Input (Arbeit, Wasser, Dünger) hohe Erträge erzielen.
Perfekt für autarke Selbstversorgung: Weniger Umgraben, weniger Gießen, natürlicher Bodenschutz, Resilienz gegen Wetterextreme.
Die 3 ethischen Grundprinzipien
- Sorge für die Erde (Care for the Earth) – Boden aufbauen, Biodiversität schützen, Ressourcen schonen
- Sorge für die Menschen (Care for People) – Selbstversorgung, Gemeinschaft, Wohlbefinden
- Fair Share / Teile Überschüsse (Set limits and redistribute surplus) – Nicht alles für uns, Überschüsse teilen (mit Tieren, Kompost, Nachbarn)
Die 12 Design-Prinzipien (nach David Holmgren)
- Beobachte und interagiere
- Fange und speichere Energie
- Erhalte Erträge
- Wende Selbstregulierung an und akzeptiere Feedback
- Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen & Dienste
- Produziere keinen Abfall
- Entwerfe von Mustern zu Details
- Integriere statt separiere
- Nutze kleine & langsame Lösungen
- Nutze & schätze Vielfalt
- Nutze Ränder & schätze das Grenzgebiet
- Kreativ nutzen & auf Veränderung reagieren
Permakultur-Garten anlegen: Schritt-für-Schritt (für Anfänger)
- Beobachten (mind. 1 Jahr)
Sonne, Schatten, Wind, Wasserfluss, Bodenarten, bestehende Pflanzen/Tiere, Mikroklima notieren. Skizze machen!
- Ressourcen & Bedürfnisse analysieren
Was hast du schon? (Regenwasser, Kompost, Laub, Totholz, Nachbarn…) Was brauchst du? (Ertrag, wenig Arbeit, Biodiversität…)
- Zonen planen (klassisch 0–5)
* Zone 0: Haus/Wohnung * Zone 1: Hochfrequent – Kräuter, Salat, Beeren, Kompost (täglich) * Zone 2: Gemüsebeete, Hoch-/Hügelbeete, kleine Tiere * Zone 3: Obstbäume, Beerensträucher, Hauptgemüse * Zone 4: Forstwirtschaft, Wildobst, extensive Nutzung * Zone 5: Wilde Ecke – Beobachtung, Natur pur Für kleine Gärten: Oft nur Zone 0–3 realistisch.
- Boden aufbauen (No-Dig / Mulchen)
Kein Umgraben! Stattdessen: Sheet-Mulching / Lasagne-Beete / Kompostmulch → Würmer & Mikroben arbeiten für dich.
- Elemente integrieren & Guilds pflanzen
Pflanzen helfen sich gegenseitig (siehe unten).
- Wasser managen
Swales (Gräben auf Kontur), Mulch, Teich, Regentonne, Grauwasser-Nutzung.
- Beobachten & anpassen
Jedes Jahr Feedback einholen – was läuft super, was nicht?
Wichtige Permakultur-Elemente im Garten
- Mulchen – Dauer-Mulchschicht (Gras, Laub, Stroh, Hackschnitzel) → Feuchte halten, Unkraut unterdrücken, Boden aufbauen
- No-Dig / Kompostbeete – Organik schichten, verrotten lassen → fruchtbarer Boden ohne Graben
- Hügelbeet – Totholz + Kompost + Erde aufgeschichtet → Wärme, Drainage, langlebig (ideal für schwere Böden)
- Hochbeet – Rücken schonend, Schneckenschutz, schnelle Erwärmung, perfekt für Mischkultur
- Kräuterspirale – Mikroklima in einem Beet: sonnig-trocken oben (Thymian, Rosmarin), feucht unten (Minze, Petersilie)
- Guilds / Pflanzengemeinschaften – z. B. Apfelbaum-Guild:
**Zentrum:** Apfelbaum **Unterpflanzung:** Knoblauch/Zwiebeln (Schädlingsschutz), Beinwell (Dünger), Klee/Gründüngung (Bodenbedeckung), Tagetes/Ringelblume (Nematodenabwehr), Lavendel/Nasturtium (Bestäuber + Schutz), Estragon/Kamille (Wachstumsförderung)
- Swales – Horizontale Gräben auf Hang-Kontur → Wasser speichern, Bodenfeuchte erhöhen (super bei Hanglagen)
- Totholzhecken / Steinmauern – Lebensraum für Nützlinge, Windschutz, Mikroklima
- Teich / Feuchtbiotop – Wasser speichern, Frösche, Libellen, Biodiversität
Praktische Tipps für Selbstversorger-Gärten
- Starte klein: 1–2 Guilds oder ein Hügel-/Hochbeet ausprobieren
- Samenfestes Saatgut nutzen → eigenes Saatgut gewinnen
- Kombiniere mit Mondkalender für biodynamische Optimierung
- Ziel: 70–90 % Boden bedeckt halten (Mulch oder lebende Bodendecker)
- Wenig Arbeit langfristig: Nach 3–