Linux: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Er fing als '''Hobby-Projekt''' an: „Nur ein kleines Freizeitprojekt, wird nie groß und professionell wie GNU“ – so schrieb er damals in einer Newsgroup. | + | Er fing als '''Hobby-Projekt''' an: „Nur ein kleines Freizeitprojekt, wird nie groß und professionell wie GNU“ – so schrieb er damals in einer Newsgroup. |
Er nahm sich '''MINIX''' als Vorbild (ein kleines, lehrbuchartiges Unix-ähnliches System von Andrew Tanenbaum), schrieb aber alles von Grund auf neu – kein Kopieren von Code. | Er nahm sich '''MINIX''' als Vorbild (ein kleines, lehrbuchartiges Unix-ähnliches System von Andrew Tanenbaum), schrieb aber alles von Grund auf neu – kein Kopieren von Code. | ||
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All diese schicken Oberflächen (GNOME, KDE, Cinnamon & Co.) sind '''nicht''' der Linux-Kernel! Sie laufen '''oben drauf'''. | All diese schicken Oberflächen (GNOME, KDE, Cinnamon & Co.) sind '''nicht''' der Linux-Kernel! Sie laufen '''oben drauf'''. | ||
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* Um ein Programm lauffähig zu machen, muss man es nur für die Ziel-Architektur '''kompilieren''' (übersetzen) – der Compiler (z. B. GCC oder Clang) erzeugt dann den passenden Maschinencode. | * Um ein Programm lauffähig zu machen, muss man es nur für die Ziel-Architektur '''kompilieren''' (übersetzen) – der Compiler (z. B. GCC oder Clang) erzeugt dann den passenden Maschinencode. | ||
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* Ein Programm wie Firefox oder LibreOffice: Der Quellcode ist gleich, aber es gibt fertige Versionen für x86_64, ARM64, RISC-V usw. | * Ein Programm wie Firefox oder LibreOffice: Der Quellcode ist gleich, aber es gibt fertige Versionen für x86_64, ARM64, RISC-V usw. | ||
* Auf Android (ARM) laufen dieselben Open-Source-Apps wie auf einem Linux-Desktop (x86), oft nur recompiliert. | * Auf Android (ARM) laufen dieselben Open-Source-Apps wie auf einem Linux-Desktop (x86), oft nur recompiliert. | ||
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Im nächsten (und letzten?) Teil kommen dann die '''Distributionen''': Warum gibt's Ubuntu, Fedora, Debian, Arch & Co.? Was ist der Unterschied? Und warum brauchst du eine? | Im nächsten (und letzten?) Teil kommen dann die '''Distributionen''': Warum gibt's Ubuntu, Fedora, Debian, Arch & Co.? Was ist der Unterschied? Und warum brauchst du eine? | ||
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== Linux-Distributionen – Warum gibt’s so viele und welches für wen? == | == Linux-Distributionen – Warum gibt’s so viele und welches für wen? == | ||
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Aber keine Sorge: Du brauchst nicht alle zu kennen. Die meisten Leute kommen mit 5–10 populären super klar. | Aber keine Sorge: Du brauchst nicht alle zu kennen. Die meisten Leute kommen mit 5–10 populären super klar. | ||
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Wenn du neu bei Linux bist oder einfach nur ein stabiles, benutzerfreundliches System willst, ohne viel rumzubasteln – dann ist '''Ubuntu''' fast immer die beste erste Wahl. Warum? | Wenn du neu bei Linux bist oder einfach nur ein stabiles, benutzerfreundliches System willst, ohne viel rumzubasteln – dann ist '''Ubuntu''' fast immer die beste erste Wahl. Warum? | ||
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* '''Marktführer bei Einsteigern und Servern''' – Viele Firmen, Clouds (AWS, Google Cloud) und Entwickler nutzen Ubuntu – dadurch läuft fast alles out-of-the-box. | * '''Marktführer bei Einsteigern und Servern''' – Viele Firmen, Clouds (AWS, Google Cloud) und Entwickler nutzen Ubuntu – dadurch läuft fast alles out-of-the-box. | ||
| − | Kurz: Ubuntu ist wie "Windows, aber frei und sicherer" – nur ohne Zwangs-Updates, Werbung oder Datensammlung. Millionen Menschen weltweit starten damit und bleiben dabei. Es ist nicht das "hippste" oder "schnellste", aber das zuverlässigste für den Alltag. | + | '''Kurz:''' Ubuntu ist wie "Windows, aber frei und sicherer" – nur ohne Zwangs-Updates, Werbung oder Datensammlung. Millionen Menschen weltweit starten damit und bleiben dabei. Es ist nicht das "hippste" oder "schnellste", aber das zuverlässigste für den Alltag. |
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* '''Linux Mint''' – basiert auf Ubuntu, fühlt sich noch mehr wie Windows an (Cinnamon-Desktop), super stabil, viele sagen: "Noch besser für Umsteiger als Ubuntu selbst". | * '''Linux Mint''' – basiert auf Ubuntu, fühlt sich noch mehr wie Windows an (Cinnamon-Desktop), super stabil, viele sagen: "Noch besser für Umsteiger als Ubuntu selbst". | ||
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* '''Arch Linux''' (oder EndeavourOS, Manjaro) – rolling release (immer aktuell), maximale Kontrolle, aber du musst viel selbst konfigurieren – eher für Fortgeschrittene. | * '''Arch Linux''' (oder EndeavourOS, Manjaro) – rolling release (immer aktuell), maximale Kontrolle, aber du musst viel selbst konfigurieren – eher für Fortgeschrittene. | ||
* '''Zorin OS''' – sieht aus wie Windows/macOS, perfekt für Umsteiger, die gar nichts ändern wollen. | * '''Zorin OS''' – sieht aus wie Windows/macOS, perfekt für Umsteiger, die gar nichts ändern wollen. | ||
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Aktuelle Version vom 30. Januar 2026, 16:19 Uhr
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was ist Linux eigentlich?
- 2 Was ist der Linux-Kernel?
- 3 Aber Achtung: Das ist immer noch NICHT Linux ;)
- 4 Linux ist hardware-unabhängig – läuft fast überall
- 5 Das Interessante an der Software: Fast alles läuft überall, wo Linux läuft
- 6 Linux-Distributionen – Warum gibt’s so viele und welches für wen?
- 7 Ubuntu – Der Einstieg für die breite Masse
- 8 Andere beliebte Distributionen (Kurzüberblick)
- 9 Linux-Distributionen (kurz erklärt)
- 10 Quelle:
Was ist Linux eigentlich?
Linux ist kein komplettes Betriebssystem wie Windows oder macOS, sondern der Kern (der sogenannte Kernel) davon. Der Kernel ist sozusagen das Herzstück: Er spricht direkt mit der Hardware (Prozessor, Speicher, Festplatte, Netzwerk usw.) und sorgt dafür, dass Programme laufen können, Dateien gespeichert werden und alles zusammenarbeitet.
Linux ist frei (kostenlos), open source (jeder darf den Quellcode anschauen, ändern, verbessern) und vor allem Unix-ähnlich – das heißt, es folgt denselben Prinzipien und Befehlen wie das alte Unix.
Siehe: Volla Phone und Tablet, TUXEDO Computers, Starlink für Autarkie, Digitale Autarkie, Autarkie
├─Wie funktioniert Meshtastic, Digitale Kommunikation mit Meshtastic─┘
├─ ASCII/Block-Arts, Terminal-Games, Terminal-Programme ─┘
└─ Linux
1. Wer hat Linux erfunden – und warum?
Linux wurde 1991 von einem finnischen Studenten namens Linus Torvalds erfunden (damals 21 Jahre alt, studierte Informatik an der Universität Helsinki).
Warum? Damals war ein richtiges Unix für normale PCs super teuer (oft mehrere Tausend Mark/Dollar) oder gar nicht verfügbar. Linus wollte einfach nur ein cooles, stabiles Betriebssystem für seinen neuen 386er-PC haben – ohne viel Geld auszugeben.
Er fing als Hobby-Projekt an: „Nur ein kleines Freizeitprojekt, wird nie groß und professionell wie GNU“ – so schrieb er damals in einer Newsgroup. Er nahm sich MINIX als Vorbild (ein kleines, lehrbuchartiges Unix-ähnliches System von Andrew Tanenbaum), schrieb aber alles von Grund auf neu – kein Kopieren von Code.
Am 25. August 1991 postete er das erste Mal öffentlich:
I'm doing a (free) operating system (just a hobby, won't be big and professional like gnu) for 386(486) AT clones.
Der Rest ist Geschichte: Tausende Entwickler weltweit halfen mit → heute läuft fast alles auf Linux-Kernel.
2. Welcher Unix-Kern war das Vorbild?
Linux ist kein direkter Abkömmling von einem bestimmten Unix-Kern, sondern ein von Grund auf neu geschriebener, Unix-kompatibler Kernel („Unix-like“).
Das große Vorbild war MINIX (nicht das originale AT&T-Unix). MINIX war ein Mini-Unix für Lehre, lief auf günstigen PCs und hatte einen Microkernel-Ansatz. Linus nutzte MINIX zuerst, um seinen Code zu entwickeln und zu testen – deswegen hat Linux z. B. anfangs das MINIX-Dateisystem übernommen. Später wurde alles eigene Sache.
Linux ist also kein Unix-Klon im Sinne von Kopie, sondern ein eigenständiges, freies System, das sich an Unix-Standards (POSIX) hält.
3. Unix-Kernel in Android und Apple?
Ja – fast jeder benutzt heute Unix(-like)-Technik, oft ohne es zu merken!
- Android → läuft komplett auf dem Linux-Kernel (angepasst von Google). Jede App, jedes Foto, jedes Spiel auf deinem Android-Handy nutzt Linux-Code im Hintergrund. → Android ist quasi „Linux fürs Handy“.
- Apple (iPhone/iPad = iOS, Mac = macOS) → basiert nicht auf Linux, sondern auf Darwin (das ist Apples freier Unix-Kern). Der Kernel heißt XNU („X is Not Unix“ – witziger Name). Darwin kommt aus NeXTSTEP (von Steve Jobs' Firma NeXT) + BSD-Unix-Teilen + Mach-Microkernel. → macOS und iOS sind offiziell Unix-zertifiziert (oder zumindest sehr nah dran).
Kurz gesagt:
- Android = Linux-Kernel + Google-Extras
- iOS/macOS = Darwin/XNU-Kernel (BSD-Unix-basiert)
- Klassisches Linux (Ubuntu, Fedora, Debian…) = Linux-Kernel + GNU-Software + Co.
Fazit: Jeder arbeitet heute mit Unix!
Ob du ein Android-Handy in der Hand hast, einen Mac benutzt, einen Server bei Amazon/Google/Microsoft laufen lässt, in der Cloud surfst, Smart-TVs, Router, Autos, Supercomputer oder sogar die meisten Webseiten (ja, die meisten laufen auf Linux-Servern) – fast überall steckt Unix-Technik drin.
Linux hat es geschafft, dass freie, offene Unix-ähnliche Systeme die Welt erobern – ohne dass man teure Lizenzen zahlen muss.
Was ist der Linux-Kernel?
Wenn du diese Zeilen gerade liest – egal ob auf einem Smartphone, einem Linux-Rechner, einem Server oder was auch immer – dann nutzt du ein Programm (eine App oder Applikation), um das AutarkWiki anzeigen zu lassen.
Dein Browser (Chrome, Firefox, Edge, Safari…) interpretiert die Daten, die er vom Webserver bekommt, und zeigt dir Text, Bilder und Links an. Aber das ist eine andere Geschichte – wir bleiben erst mal beim Kern der Sache.
Dein Programm läuft in einem Betriebssystem, das dir eine grafische Benutzeroberfläche (GUI = Graphical User Interface) zur Verfügung stellt. Unter Windows heißt die meist einfach „Windows Desktop“, bei macOS ist es Aqua – und bei Linux?
Unter Linux gibt es sehr viele Benutzeroberflächen
Linux bietet eine riesige Auswahl an grafischen Oberflächen – genauer gesagt: Desktop-Umgebungen (Desktop Environments, kurz DEs).
Wie viele genau? Es gibt keine feste Zahl, weil ständig neue entstehen, alte gepflegt oder aufgegeben werden und manche nur Nischenprojekte sind. Aber realistisch gesprochen:
- Es gibt Dutzende (oft 20–50 je nach Quelle), wenn man alle mitzählt – von superleicht bis richtig aufwendig.
- Die wirklich populären und aktiv gepflegten sind etwa 8 bis 15. Die Top-Spieler sind z. B.:
- GNOME (Standard bei Ubuntu, Fedora…)
- KDE Plasma (sehr anpassbar, sieht oft aus wie modernes Windows)
- Cinnamon (Standard bei Linux Mint, fühlt sich Windows-ähnlich an)
- XFCE (leichtgewichtig, schnell, beliebt auf älteren Rechnern)
- MATE (klassisch, GNOME-2-Nachfolger)
- Budgie, LXQt, Deepin, Pantheon (von elementary OS) usw.
Das Tolle: Du kannst fast alle auf fast jeder Linux-Distribution installieren und sogar mehrere nebeneinander haben. Beim Login wählst du dann einfach aus, welche du starten willst. Aber Achtung: Je mehr du installierst, desto mehr Platz und Abhängigkeiten brauchst du.
Aber Achtung: Das ist immer noch NICHT Linux ;)
All diese schicken Oberflächen (GNOME, KDE, Cinnamon & Co.) sind nicht der Linux-Kernel! Sie laufen oben drauf.
Der Linux-Kernel sitzt ganz unten – direkt auf der Hardware:
- Er enthält die Treiber für deine Grafikkarte, Soundkarte, WLAN, Tastatur, Maus, Festplatte/SSD, USB usw.
- Er verwaltet den Prozessor, den Arbeitsspeicher, die Dateisysteme und die Prozesse (welches Programm darf wann laufen).
- Er sorgt dafür, dass alles sicher und stabil zusammenarbeitet – ohne dass du es merkst.
Stell dir den Linux-Kernel wie den Motor und das Getriebe eines Autos vor: Ohne ihn fährt gar nichts. Die Desktop-Umgebung ist dann das Lenkrad, die Sitze, das Radio und das schicke Cockpit – super wichtig für den Fahrer (dich), aber der Motor ist immer noch der Kernel.
Kurz gesagt:
- Linux-Kernel = das echte Herz, der Kern, der mit der Hardware redet
- Desktop-Umgebung (GNOME, KDE etc.) = die hübsche Oberfläche, die du siehst und benutzt
- Betriebssystem (Distribution) = Kernel + Desktop + Programme + Installer + alles zusammen (z. B. Ubuntu = Linux-Kernel + GNOME + Tausende Pakete)
Ohne den Linux-Kernel gäbe es keine Android-Handys, keine Cloud-Server bei Google/Amazon, keine Supercomputer – und auch kein AutarkWiki zum Anschauen.
Fazit für diesen Teil
Der Linux-Kernel ist der unsichtbare Held: klein, mächtig, überall – und komplett frei. Alles Schöne drumherum (die GUIs) ist austauschbar und vielfältig – genau das macht Linux so flexibel.
Im nächsten Teil könnten wir z. B. erklären, was eine Distribution ist, warum es so viele gibt oder wie der Kernel eigentlich updated wird. Sag Bescheid, wie's weitergehen soll!
Linux ist hardware-unabhängig – läuft fast überall
Linux ist nicht an eine bestimmte Hardware gebunden. Ob du einen klassischen x86-PC (wie die meisten Intel/AMD-Desktops und Laptops), einen ARM-Prozessor (wie in fast allen Smartphones, Tablets, Raspberry Pis oder vielen Servern) oder sogar einen RISC-V-Prozessor (die neue, offene Alternative, die immer mehr kommt) hast – Linux kann darauf laufen.
Das ist einer der großen Vorteile: Der Linux-Kernel ist so modular aufgebaut, dass es für Dutzende Prozessor-Architekturen (auch "Instruction Sets" genannt) eigene Versionen gibt. Aktuell unterstützt der Kernel offiziell:
- x86 und x86_64 (klassische PCs und Server)
- ARM (32-Bit und 64-Bit, z. B. dein Handy, viele Embedded-Geräte)
- RISC-V (seit 2017 offiziell, wird immer stärker – z. B. in neuen Entwicklungs-Boards)
- Und viele mehr: PowerPC, MIPS, LoongArch, S390 usw.
Dank dieser Portabilität läuft Linux auf:
- Deinem Laptop/PC
- Deinem Android-Smartphone (Android nutzt den Linux-Kernel!)
- Raspberry Pi und anderen Mini-Computern
- Supercomputern (die meisten der schnellsten der Welt laufen Linux)
- Routern, Smart-TVs, Autos, Drohnen, Servern in der Cloud...
Kurz: Wo immer ein Prozessor sitzt und genug RAM/Flash hat, kann man Linux draufpacken.
Das Interessante an der Software: Fast alles läuft überall, wo Linux läuft
Noch cooler: Die meisten Programme (Apps, Tools, Server-Software) müssen nicht von Grund auf neu geschrieben werden, nur weil du die Hardware wechselst.
Warum?
- Linux-Software ist meist in Sprachen wie C, C++, Rust, Python usw. geschrieben.
- Der Quellcode ist architekturunabhängig (oder fast).
- Um ein Programm lauffähig zu machen, muss man es nur für die Ziel-Architektur kompilieren (übersetzen) – der Compiler (z. B. GCC oder Clang) erzeugt dann den passenden Maschinencode.
Beispiele:
- Ein Programm wie Firefox oder LibreOffice: Der Quellcode ist gleich, aber es gibt fertige Versionen für x86_64, ARM64, RISC-V usw.
- Auf Android (ARM) laufen dieselben Open-Source-Apps wie auf einem Linux-Desktop (x86), oft nur recompiliert.
- Server-Software (Apache, Nginx, Nextcloud, Docker-Container) läuft fast identisch auf x86-Servern oder ARM-basierten Cloud-Instanzen (z. B. AWS Graviton, Google Tau).
Manchmal braucht's kleine Anpassungen (z. B. für spezielle Hardware-Features), aber meist reicht:
- Recompilieren des Quellcodes → neues Binary für die neue Architektur.
- Oder: Verwenden von universellen Formaten wie Flatpak, Snap, AppImage – die packen alles mit und laufen oft cross-Architektur (mit etwas Overhead).
Nur reine Binaries (vorkompilierte Programme ohne Quellcode) sind meist nicht portabel zwischen Architekturen – ein x86-Binary läuft nicht direkt auf ARM. Deshalb verteilen viele Projekte Quellcode oder Multi-Arch-Pakete.
Warum das so mächtig ist
Durch diese Hardware-Unabhängigkeit und Software-Portabilität kannst du:
- Dasselbe Betriebssystem und dieselben Programme auf Handy, PC, Server und Mini-Computer nutzen.
- Kosten sparen (keine teuren Lizenzgebühren für proprietäre OS pro Hardware).
- Frei experimentieren (z. B. Linux auf alten Geräten wiederbeleben oder neue RISC-V-Boards ausprobieren).
Linux hat es geschafft, dass Software nicht mehr an einen Hersteller oder eine Prozessor-Firma gebunden ist – das ist echte Freiheit!
Im nächsten (und letzten?) Teil kommen dann die Distributionen: Warum gibt's Ubuntu, Fedora, Debian, Arch & Co.? Was ist der Unterschied? Und warum brauchst du eine?
Linux-Distributionen – Warum gibt’s so viele und welches für wen?
Bis jetzt haben wir gesehen: Der Linux-Kernel ist der Kern, der auf fast jeder Hardware läuft. Darauf bauen Desktop-Umgebungen (GNOME, KDE usw.) und Programme auf. Aber wer packt das alles zusammen? Wer macht den Installer, wählt die Software aus, sorgt für Updates und macht es benutzbar?
Das machen die Linux-Distributionen (kurz: Distros). Eine Distribution ist quasi ein fertiges Paket:
- Linux-Kernel (angepasst)
- Auswahl an Programmen und Tools
- Grafische Oberfläche (Desktop-Umgebung)
- Installer
- Paketverwaltung (wie man Software installiert/updatet)
- Eigene Konfigurationen, Themes, Willkommensbildschirme usw.
Es gibt Hunderte Distros – weil jeder was anderes braucht:
- Stabilität vs. Neueste Features
- Einfach für Anfänger vs. maximale Kontrolle
- Server vs. Desktop vs. Gaming vs. Alte Hardware
Aber keine Sorge: Du brauchst nicht alle zu kennen. Die meisten Leute kommen mit 5–10 populären super klar.
Ubuntu – Der Einstieg für die breite Masse
Wenn du neu bei Linux bist oder einfach nur ein stabiles, benutzerfreundliches System willst, ohne viel rumzubasteln – dann ist Ubuntu fast immer die beste erste Wahl. Warum?
- Super einfach zu installieren – grafischer Installer, erkennt meist Hardware automatisch (WLAN, Grafik, Drucker).
- Riesige Community & Support – Die meisten deutschen/englischen Tutorials, Foren-Beiträge und YouTube-Videos sind für Ubuntu. Wenn du mal ein Problem hast, findest du die Lösung superschnell.
- LTS-Versionen (Long Term Support) – z. B. Ubuntu 24.04 LTS (Stand 2026 aktuell) bekommt 5 Jahre normale Updates, mit Extended Security Maintenance sogar bis 10–12 Jahre. Das heißt: stabil, sicher, keine Zwangs-Upgrades alle 6 Monate.
- GNOME als Standard – modern, touch-freundlich, aber du kannst easy KDE, Cinnamon, XFCE usw. installieren (über "Ubuntu-Varianten" wie Kubuntu, Xubuntu, Ubuntu Budgie).
- Viel vorinstallierte Software – Browser, Office-Alternative (LibreOffice), Media-Player, alles ready to go.
- Snap & Flatpak integriert – einfache Installation neuer Apps (z. B. Spotify, VS Code, Discord) aus einem großen Katalog.
- Marktführer bei Einsteigern und Servern – Viele Firmen, Clouds (AWS, Google Cloud) und Entwickler nutzen Ubuntu – dadurch läuft fast alles out-of-the-box.
Kurz: Ubuntu ist wie "Windows, aber frei und sicherer" – nur ohne Zwangs-Updates, Werbung oder Datensammlung. Millionen Menschen weltweit starten damit und bleiben dabei. Es ist nicht das "hippste" oder "schnellste", aber das zuverlässigste für den Alltag.
Andere beliebte Distributionen (Kurzüberblick)
- Linux Mint – basiert auf Ubuntu, fühlt sich noch mehr wie Windows an (Cinnamon-Desktop), super stabil, viele sagen: "Noch besser für Umsteiger als Ubuntu selbst".
- Fedora – sponsored von Red Hat, immer sehr aktuell (neue Technik zuerst), Workstation-Edition mit GNOME – gut für Entwickler.
- Pop!_OS – von System76, basiert auf Ubuntu, aber mit besserer NVIDIA-Unterstützung und tollem COSMIC-Desktop (neu seit 2025/26 sehr gehyped).
- Debian – der "Urvater" vieler Distros (Ubuntu basiert darauf), mega-stabil, aber Updates kommen langsamer – für Server top.
- Arch Linux (oder EndeavourOS, Manjaro) – rolling release (immer aktuell), maximale Kontrolle, aber du musst viel selbst konfigurieren – eher für Fortgeschrittene.
- Zorin OS – sieht aus wie Windows/macOS, perfekt für Umsteiger, die gar nichts ändern wollen.
Linux-Distributionen (kurz erklärt)
Eine Linux-Distribution (kurz: Distro) ist ein fertiges Betriebssystem-Paket, das auf dem Linux-Kernel aufbaut.
Sie enthält:
- den Linux-Kernel (Hardware-Treiber, Kernfunktionen)
- eine grafische Oberfläche (z. B. GNOME, KDE)
- wichtige Programme (Browser, Office, Tools)
- einen Paketmanager (für einfache Installation & Updates)
- einen Installer
Warum gibt es so viele? Jede Distro ist auf andere Bedürfnisse zugeschnitten:
- Einsteigerfreundlich → Ubuntu, Linux Mint
- Stabil & servertauglich → Debian
- Immer aktuell → Fedora, Arch Linux
Die meisten Distros basieren auf wenigen großen „Familien“ (Debian → Ubuntu, Red Hat → Fedora).
Kurz: Der Kernel ist überall gleich – die Distro entscheidet, wie benutzerfreundlich, stabil oder experimentell das Gesamtpaket wird.
Fazit: Starte mit Ubuntu (oder Mint)
Für 90 % der Leute reicht Ubuntu (oder eine Ubuntu-basierte wie Mint/Pop!_OS). Es ist:
- Kostenlos
- Sicher
- Flexibel
- Und du lernst Linux, ohne zu verzweifeln
Quelle:
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