13 Krisenkommunikation: Unterschied zwischen den Versionen

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* '''Lizenz:''' CC BY-SA 4.0
 
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* '''Autor:''' André Riese
 
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* '''Webseite:''' [https://autarkwiki.frei3.de autarkwiki.frei3.de]
 
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Version vom 25. Oktober 2026, 10:57 Uhr

Survival-Kompass-Deko.png

13 Krisenkommunikation – PMR-/CB-Funk, Weltempfänger und digitales Meshtastic

Im Krisenfall (z. B. bei einem flächendeckenden Blackout oder Katastrophenlagen) brechen reguläre Mobilfunknetze und das Internet meist innerhalb weniger Stunden zusammen. Ein autarkes Kommunikations- und Informationssystem ist daher essenziell, um Lagedaten zu empfangen, Kontakt zu Angehörigen zu halten oder Hilferufe abzusetzen.

1. Die Kommunikations-Pyramide im Notfall

Krisenkommunikation teilt sich in zwei Grundprinzipien auf:

  1. Passiver Empfang (Information): Nachrichten über die Notfalllage erhalten (Einweg).
  2. Aktiver Funk (Kommunikation): Lokale Absprachen und Notrufe (Zweiweg).

2. Passiver Empfang: Der Weltempfänger

Bevor selbst gefunkt wird, steht das Beschaffen verlässlicher Lagedaten an erster Stelle.

  • Geräteauswahl: Ein tragbarer Weltempfänger / Kurbelradio mit FM (UKW), AM (Mittelwelle) und DAB+. Ideal sind Modelle mit Solarpanel, Handkurbel und Akku/Batterie-Auszug.
  • Kurzwelle (SW): Bietet globale Reichweiten, da Signale an der Ionosphäre reflektiert werden. Wichtig bei großflächigen Krisen.
  • Frequenzen sichern: Notiere die lokalen Frequenzen der öffentlich-rechtlichen Sender (z. B. Deutschlandfunk, NDR, SWR) vorab auf Papier.

3. Jedermannfunk: PMR446 & CB-Funk

Für die Nahbereichs-Kommunikation ohne Lizenz stehen lizenzfreie Funkstandards zur Verfügung.

PMR446 (Private Mobile Radio)

  • Frequenzbereich: 446 MHz (UHF).
  • Reichweite: 1 bis 5 km (Sichtverbindung deutlich mehr, in Stadtgebieten oft unter 1 km).
  • Eigenschaften: Kompakte Handfunkgeräte, einfache Bedienung, lizenzfrei.
  • Einsatz: Kommunikation innerhalb der Familie oder Nachbarschaft.
  • Notfall-Kanal: Kanal 3 (446.03125 MHz) gilt in vielen Prepper-Communitys als inoffizieller Prepper-/Previval-Kanal.

CB-Funk (Citizens Band)

  • Frequenzbereich: 27 MHz (11m-Band / HF).
  • Reichweite: 5 bis 30 km (je nach Antenne und Topografie).
  • Eigenschaften: Höhere Reichweite als PMR, stationäre Antennen bringen massive Leistungsvorteile.
  • Notfall-Kanäle:
    • Kanal 9 (AM/FM): Inoffizieller Notrufkanal.
    • Kanal 16 (USB): Wird oft im Prepper- und Notfunkbereich genutzt.

4. Digitales Mesh-Netzwerk: Meshtastic

Meshtastic ist ein offenes, dezentrales Off-Grid-Kommunikationssystem, das auf LoRa (Long Range) basiert.

[Smartphone] <--(Bluetooth)--> [Meshtastic-Knoten] <--(LoRa-Funk)--> [Meshtastic-Knoten]

Vorteile von Meshtastic:

  • Dezentral: Kein zentraler Server oder Mobilfunknetz erforderlich.
  • Mesh-Prinzip: Jeder Teilnehmer (Node) leitet Nachrichten verschlüsselt an den nächsten Knoten weiter. Dadurch wächst die Reichweite mit jedem Gerät.
  • Geringer Stromverbrauch: Betrieb über Tage hinweg mit einer 18650-Li-Ion-Zelle oder kleine Solarmodule.
  • Kopplung: Funktioniert via Bluetooth/WLAN mit der Meshtastic-App auf dem Smartphone (inklusive Offline-Karten und GPS-Positionen).

5. Standard-Einsatz-Regeln (SOP) für den Funkbetrieb

Um Energie und Bandbreite zu sparen, gilt im Notfunk:

  1. Denke nach, bevor du sprichst: Fasse Notrufe präzise zusammen (5 W-Fragen).
  2. Funk-Disziplin: Erst hören, ob die Frequenz frei ist, dann senden.
  3. Funkstille einhalten: Feste Zeitfenster vereinbaren (z. B. alle 2 Stunden zur vollen Stunde für 5 Minuten), um Akku zu sparen.



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