Wie man Seife herstellt: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | ==Waschmittel== | ||
| + | [[Der kleine Alchemist]] | ||
| + | '''basische Waschmittel''' | ||
| + | ├─ [[Natron]] | ||
| + | ├─ [[Borax]] | ||
| + | ├─ [[Waschsoda]] | ||
| + | └─ [[Flüssige Soda]] | ||
| + | └─ [[Kalilauge aus Holzasche]] | ||
| + | └─ [[Seife sieden mit Kalilauge]] | ||
| + | ├─ [[Kernseife]] → [[Gallseife]] | ||
| + | ├─ [[Wie man Seife herstellt]] | ||
| + | └─ [[Glycerin]] | ||
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[[Howtopedia]] → [[How to Make Soap]] | [[Howtopedia]] → [[How to Make Soap]] | ||
└─ [[Howtopedia-deutsch]] → [[Wie man Seife herstellt]] | └─ [[Howtopedia-deutsch]] → [[Wie man Seife herstellt]] | ||
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| + | ==Kurzbeschreibung== | ||
| + | *'''Problem:''' | ||
| + | *'''Idee:''' | ||
| + | *'''Schwierigkeitsgrad:''' | ||
| + | *'''Preisklasse:''' | ||
| + | *'''Benötigte Materialien:''' Asche, Öl oder Fett, Regenwasser / weiches Wasser. | ||
| + | Ein großer eiserner Seifenkessel mit hohen Seitenwänden, ein langstieliger Holzlöffel, eine Küchenreibe oder ein Fleischwolf zum Herstellen von Seifenflocken, flache Holzkisten, Formen oder Rohre, abgeschnittene Plastikflaschen oder Plastikwannen zum Formen der Seife, Stoffstücke, ein Teller. | ||
| + | *'''Geografisches Gebiet:''' Weltweit | ||
| + | *'''Kompetenzen:''' | ||
| + | *'''Wie viele Personen?''' Ab einer Person | ||
| + | *'''Wie lange dauert es?''' | ||
| + | ==Beschreibung== | ||
| + | ===Einführung=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Mit etwas Übung ist die Seifenherstellung nicht schwer und eignet sich gut als kleines Gewerbe. Es werden einfache Geräte und pflanzliche Öle oder tierische Fette als Rohstoffe verwendet, die in den meisten Ländern lokal verfügbar sind. Es ist jedoch schwieriger, hochwertige harte Seife herzustellen, die in manchen Ländern notwendig ist, um mit importierten Produkten oder solchen von Großherstellern konkurrieren zu können. Bei der Seifenherstellung gibt es auch bestimmte Gefahren, derer sich jeder potenzielle Hersteller bewusst sein muss, um Verletzungen zu vermeiden. Diese technische Anleitung beschreibt die Verfahren zur Herstellung verschiedener einfacher Seifen und enthält mehrere Rezepte für unterschiedliche Seifentypen. | ||
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| + | ===Zutaten=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Die drei Hauptzutaten für einfache Seife sind Öl oder Fett (Öl ist einfach flüssiges Fett), Lauge (oder Alkali) und Wasser. Weitere Zutaten können hinzugefügt werden, um der Seife einen angenehmen Duft oder eine Farbe zu geben oder ihre hautpflegenden Eigenschaften zu verbessern. Fast jedes Fett oder ungiftige Öl eignet sich zur Seifenherstellung. Zu den gängigen Sorten gehören tierisches Fett, Avocadoöl und Sonnenblumenöl. Laugen können entweder als Kaliumhydroxid (Ätzkali) oder Natriumhydroxid (Ätznatron) gekauft oder, falls nicht verfügbar, aus Asche hergestellt werden. Manche Seifen werden besser mit weichem Wasser hergestellt. Dafür sollte Regenwasser verwendet oder Borax zum Leitungswasser gegeben werden. Die oben genannten Chemikalien sind normalerweise in Apotheken größerer Städte erhältlich. | ||
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| + | '''Vorsicht!''' | ||
| + | Laugen sind extrem ätzend. Sie verursachen Verbrennungen, wenn sie auf die Haut gelangen, und können zur Erblindung führen, wenn sie ins Auge spritzen. Bei Verschlucken können sie tödlich sein. | ||
| + | Beim Umgang mit Laugen und „grüner“ (nicht ausgehärteter) Seife ist Vorsicht geboten. Einzelheiten zu den erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen finden Sie weiter unten. | ||
| + | Wegen dieser Gefahren sollten kleine Kinder während der Seifenherstellung vom Verarbeitungsraum ferngehalten werden. | ||
| + | |} | ||
| + | </center> | ||
| + | ===Wie man Lauge aus Asche herstellt=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Kommerzielle Laugen können in Dosen in Apotheken größerer Städte gekauft werden und haben eine einheitliche Stärke für gleichbleibende Ergebnisse. Wenn sie jedoch nicht verfügbar oder erschwinglich sind, kann Lauge auch aus Asche hergestellt werden. Befestigen Sie einen Hahn nahe am Boden eines großen (z. B. 250 Liter) Plastik- oder Holzfasses. Verwenden Sie kein Aluminium, da die Lauge es angreift und die Seife verunreinigt. Bauen Sie innen um das Hahnloch einen Filter aus mehreren Ziegeln oder Steinen, die mit Stroh bedeckt sind. Füllen Sie das Fass mit Asche und gießen Sie kochendes Wasser darüber, bis Wasser aus dem Hahn läuft. Schließen Sie dann den Hahn und lassen Sie die Asche einweichen. Die Asche sinkt auf weniger als ein Viertel ihres ursprünglichen Volumens zusammen. Fügen Sie beim Absinken weitere Asche hinzu, bis das Fass wieder voll ist. Asche aus verbranntem pflanzlichem Material ist geeignet, aber Asche aus Bananenblättern/-stängeln ergibt die stärkste Lauge und Asche aus Apfelholz die weißeste Seife. | ||
| + | Wenn kein großes Fass verfügbar ist oder nur kleinere Mengen Seife hergestellt werden sollen, kann eine Porzellanschüssel oder ein Plastikeimer verwendet werden. Füllen Sie den Eimer mit Asche und geben Sie kochendes Wasser hinzu, rühren Sie um, damit die Asche nass wird. Fügen Sie weitere Asche hinzu, bis der Eimer voll ist, geben Sie mehr Wasser hinzu und rühren Sie erneut um. Lassen Sie es 12–24 Stunden stehen oder bis die Flüssigkeit klar ist, dann gießen Sie die klare Lauge vorsichtig ab. | ||
| + | Je länger das Wasser steht, bevor es abgezogen wird, desto stärker wird die Lauge. Normalerweise reichen einige Stunden aus. Lauge, in der ein frisches Ei schwimmt, kann als Standardstärke für die Seifenherstellung verwendet werden. Die Stärke der Lauge muss nicht immer gleich sein, da sie sich in einem festen Verhältnis mit dem Fett verbindet. Wird eine schwache Lauge verwendet, kann während des Prozesses weitere Lauge hinzugefügt werden, bis alles Fett verseift ist<sup>1</sup>.<br /> | ||
| + | <blockquote> | ||
| + | <sup>1</sup> Verseifung ist die Bezeichnung für die chemische Reaktion, bei der Lauge und Fett in eine Substanz – Seife – umgewandelt werden. | ||
| + | </blockquote></div> | ||
| + | ===Wie man Pottasche herstellt=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Pottasche wird hergestellt, indem man das Laugenwasser in einem schweren Eisenkessel einkocht. Nachdem das Wasser verdampft ist, bleibt ein dunkler, trockener Rückstand zurück, der als „schwarze Salze“ bekannt ist. Dieser wird dann erhitzt, bis er schmilzt und die schwarzen Verunreinigungen verbrannt sind, sodass eine grau-weiße Substanz übrig bleibt. Das ist Pottasche. Sie kann zur späteren Seifenherstellung in einem feuchtigkeitsdichten Behälter aufbewahrt werden, um zu verhindern, dass sie Wasser aus der Luft aufnimmt. | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Wie man Sodalaugen und Ätznatron herstellt=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Mischen Sie 1 Teil gebrannten Kalk mit 3 Teilen Wasser zu einer Flüssigkeit mit der Konsistenz von Sahne. Lösen Sie 3 Teile Soda in 5 Teilen kochendem Wasser auf und geben Sie die Kalksahne unter kräftigem Rühren hinzu. Halten Sie die Mischung am Kochen, bis die Zutaten gründlich vermischt sind. Lassen Sie sie dann abkühlen und setzen, und gießen Sie die Lauge ab. Entsorgen Sie den Bodensatz. Ätznatron entsteht, indem man die Lauge einkocht, bis das Wasser verdampft ist und ein trockener, weißer Rückstand im Kessel zurückbleibt. Die meisten kommerziellen Laugen sind Ätznatron und können gekauft und anstelle von selbst hergestellter Lauge verwendet werden, um Zeit zu sparen. Sie werden in Dosen geliefert; die Deckel sollten fest verschlossen bleiben, damit die Lauge kein Wasser aus der Luft aufnimmt und verklumpt. | ||
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| + | '''Vorsicht beim Umgang mit Laugen, Pottasche oder Ätznatron''' | ||
| + | Sie sollten immer Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn Sie mit diesen Materialien umgehen, da sie gefährlich sind. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie sie in kaltes Wasser geben, beim Rühren von Laugenwasser und beim Gießen der flüssigen Seife in Formen. Laugen erzeugen schädliche Dämpfe, daher sollten Sie Abstand halten und den Kopf abwenden, während sich die Lauge auflöst. Atmen Sie keine Laugendämpfe ein. Es lohnt sich, in ein Paar Gummihandschuhe und eine Plastikschutzbrille zu investieren. Sie sollten auch eine Schürze oder einen Overall tragen, um Ihre Kleidung zu schützen. Wenn Lauge auf die Haut oder in die Augen gelangt, sofort mit reichlich kaltem Wasser abspülen. | ||
| + | Wenn Lauge zu Wasser gegeben wird, erhitzt die chemische Reaktion das Wasser schnell. Geben Sie niemals Lauge in heißes Wasser, da es überkochen und Ihre Haut verbrühen kann. Geben Sie niemals Wasser zu Lauge, da es heftig reagieren und überspritzen könnte. | ||
| + | |} | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Wie man Talg vorbereitet=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Rindertalg, Hammelfett oder Schweinefettabfälle klein schneiden und bei schwacher Hitze erhitzen. Das geschmolzene Fett durch ein grobes Tuch abseihen und so viel Fett wie möglich aus den Abfällen auspressen. | ||
| + | Das geschmolzene Fett reinigen, indem man es in Wasser kocht. Verwenden Sie die doppelte Menge Wasser wie Fett, geben Sie pro 5 kg Fett einen Esslöffel Salz hinzu und kochen Sie 10 Minuten unter ständigem Rühren. Abkühlen lassen, bis sich ein harter Kuchen auf dem Wasser bildet. Den Fettkuchen abheben und die Unterseite sauber schaben. Er ist dann bereit zur Lagerung oder Verwendung in einem Seifenrezept. | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Wie man Öl vorbereitet=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Pflanzliche Öle können aus Ölsaaten, Nüssen oder bestimmten Früchten gewonnen werden (siehe Tabelle 1 und die separate Technische Anleitung „Ölgewinnung“). Sie können allein oder gemischt mit Fett oder anderen Ölen verwendet werden. Hinweis: Feste Fette und „gesättigte“ Öle (Kokos, Palm, Palmkern) eignen sich besser zur Seifenherstellung. „Ungesättigte“ Öle (z. B. Saflor-, Sonnenblumenöl) können allein verwendet zu weicher Seife führen (siehe Tabelle 2) und werden nicht empfohlen. | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Seifenherstellung=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Es gibt zwei Arten von Seife: weiche Seife und harte Seife. Weiche Seife kann im Kalt- oder Heißverfahren hergestellt werden, harte Seife jedoch nur im Heißverfahren. Zur Herstellung von Seife muss die Lauge verdünnt, mit dem Fett oder Öl vermischt und die Mischung gerührt werden, bis die Verseifung eintritt (in den folgenden Verfahren steht „Fett“ für Fett oder Öl). Das Kaltverfahren kann je nach Stärke und Reinheit der Zutaten mehrere Tage oder sogar Monate dauern, während das Heißverfahren innerhalb weniger Minuten bis Stunden abläuft. | ||
| + | '''''Entsorgen Sie Seifenherstellungsabfälle sorgfältig im Freien, nicht im Abfluss.''''' | ||
| + | {| border="1" cellpadding="5" | ||
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| + | '''Fette''' | ||
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| + | '''Öle''' | ||
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| + | Ziegenfett | ||
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| + | Rapsöl | ||
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| + | | valign="top" | | ||
| + | Lanolin | ||
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| + | Kokosöl | ||
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| + | Schweineschmalz | ||
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| + | Baumwollsaatöl | ||
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| + | Hammelfett | ||
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| + | Palmöl | ||
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| + | | valign="top" | | ||
| + | Schweinefett | ||
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| + | Palmkernöl | ||
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| + | | valign="top" | | ||
| + | Nierenfett | ||
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| + | Sojaöl | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Talg (Rinderfett) | ||
| + | | | ||
| + | |} | ||
| + | Tabelle 1: Arten von Fetten und Ölen zur Seifenherstellung | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Weiche Seife=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | '''Kaltverfahren''' | ||
| + | Ein einfaches Rezept für weiche Seife verwendet 12 kg Fett, 9 kg Pottasche und 26 Liter Wasser. Die Pottasche im Wasser auflösen und zur Fettmasse in einem Holzfass oder -bottich geben. In den nächsten 3 Tagen mehrmals täglich jeweils etwa 3 Minuten kräftig mit einem langen Holzstab oder Paddel rühren. Das Paddel in der Mischung lassen, damit niemand es versehentlich berührt und sich verbrennt. Nach etwa einem Monat ist die Seife frei von Klumpen und hat eine gleichmäßige gallertartige Konsistenz. Beim Rühren hat sie einen seidigen Glanz und zieht in dünnen Fäden vom Paddel ab. Dann ist die Seife gebrauchsfertig und sollte in einem verschlossenen Behälter aufbewahrt werden. | ||
| + | |||
| + | '''Kochverfahren''' | ||
| + | {| border="1" cellpadding="5" | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | '''Kochen kann sehr gefährlich sein'''. Bevor der Prozess abgeschlossen ist, kann die Seife Temperaturen bis zu 165 °C erreichen. Zwischen 105 °C und 135 °C neigt sie dazu, stark zu spritzen, wenn sie zu heftig kocht. | ||
| + | Es besteht Brandgefahr. Verwenden Sie einen Topf mit hohen Seitenwänden. Halten Sie einen Deckel bereit, um Flammen zu ersticken, und nach Möglichkeit einen Feuerlöscher. Lassen Sie kochende Seife niemals unbeaufsichtigt. | ||
| + | Tragen Sie ausreichenden Schutz. Dazu gehören lange Handschuhe und Schutz für alle exponierten Hautstellen und das Gesicht (Gesichtsschild). | ||
| + | |} | ||
| + | Weiche Seife wird auch hergestellt, indem man verdünnte Lauge mit Fett kocht, bis die Verseifung eintritt. Mit den gleichen Mengen wie oben das Fett in einen Seifenkessel geben, ausreichend Lauge hinzufügen, um das Fett zu schmelzen, und erhitzen, ohne anzubrennen. Der Schaum, der sich beim Kochen bildet, entsteht durch überschüssiges Wasser; die Seife muss erhitzt werden, bis dieses verdampft ist. Weiter erhitzen und mehr Lauge hinzufügen, bis alles Fett verseift ist. Den Schaum mit dem Paddel schlagen. Wenn er nicht mehr aufsteigt, sinkt die Seife im Kessel ab und nimmt eine dunklere Farbe an. Weiße Blasen erscheinen auf der Oberfläche und erzeugen ein eigentümliches Geräusch (die Seife „spricht“). Die dicke Flüssigkeit wird dann trüb und fällt mit seidigem Glanz vom Paddel. Weitere Lauge sollte in regelmäßigen Abständen hinzugefügt werden, bis die Flüssigkeit eine gleichmäßig klare, schleimige Masse ist. Die Seife ist vollständig verseift, wenn sie dick und cremig ist und eine leicht schleimige Textur hat. Nach dem Abkühlen wird sie nicht hart und ist gebrauchsfertig. | ||
| + | Um zu prüfen, ob die Seife richtig hergestellt ist, einige Tropfen aus der Mitte des Kessels auf einen Teller geben und abkühlen lassen. Bleibt der Tropfen klar, ist sie fertig. Ist zu wenig Lauge vorhanden, ist der Tropfen schwach und grau. Bei geringerem Mangel kann ein grauer Rand um den Tropfen entstehen. Bei zu viel Lauge bildet sich eine graue Haut über dem ganzen Tropfen. Er klebt nicht, kann aber nass über den Teller geschoben werden. In diesem Fall ist die Seife überverseift und es muss mehr Fett hinzugefügt werden. | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Harte Seife=== | ||
| + | Die Methode zur Herstellung harter Seife ähnelt dem Kochverfahren für weiche Seife, enthält jedoch zusätzliche Schritte, um Wasser, Glycerin, überschüssiges Alkali und andere Verunreinigungen von der Seife zu trennen. Das Verfahren erfordert drei Kessel: zwei kleinere für Lauge und Fett und einen großen, der beide Zutaten aufnehmen kann, ohne überzukochen. | ||
| + | |||
| + | Das saubere Fett in einen kleinen Kessel mit etwas Wasser oder schwacher Lauge geben, um Anbrennen zu verhindern, und zum Kochen bringen. Die verdünnte Lauge in den anderen kleinen Kessel geben und ebenfalls zum Kochen bringen. Den großen Kessel erhitzen und etwa ein Viertel des geschmolzenen Fetts hineingeben. Eine gleiche Menge heiße Lauge hinzufügen und die Mischung ständig rühren. Auf diese Weise fortfahren (eine Person schöpft, die andere rührt), bis etwa zwei Drittel des Fetts und der Lauge gründlich vermischt sind. Die Mischung sollte nun gleichmäßig und von cremiger Konsistenz sein. Einige abgekühlte Tropfen auf einer Glasplatte sollten weder Öltropfen noch Wassertropfen zeigen. Weiterkochen und den Rest von Fett und Lauge abwechselnd hinzufügen, wobei darauf zu achten ist, dass am Ende keine überschüssige Lauge vorhanden ist. Gekochte harte Seifen sind verseift, wenn die Mischung dick und fadenziehend ist und vom Paddel gleitet. | ||
| + | |||
| + | Bis zu diesem Punkt ähnelt der Prozess dem Kochen von weicher Seife. Der wichtige Unterschied bei harter Seife ist das Hinzufügen von Salz an dieser Stelle. Dadurch wird die cremige Emulsion aus Ölen und Lauge getrennt. Das Salz hat eine stärkere Affinität zu Wasser als zu Seife und nimmt daher das Wasser auf, sodass sich die Seife absetzt. Die Seife steigt dann in krümeligen Körnern an die Oberfläche der Lauge. Die verbrauchte Lauge enthält Glycerin, Salz und andere Verunreinigungen, aber kein Fett oder Alkali. Die honigdicke Mischung in Seifenformen oder flache Holzkisten gießen, über die lockere Stoffstücke gelegt wurden, damit die Seife nicht klebt. Alternativ kann die Seife in einen Bottich gegossen werden, der über Nacht in Wasser eingeweicht wurde, um abzukühlen und zu erstarren. Keine Aluminiumbehälter verwenden, da die Seife diese angreift. Die Formen oder den Bottich mit Säcken abdecken, um die Wärme zu halten, und 2–3 Tage stehen lassen. | ||
| + | |||
| + | Wenn die Seife kalt ist, kann sie mit einer glatten, harten Schnur oder einem feinen Draht in kleinere Stücke geschnitten werden. Ein Messer ist möglich, erfordert jedoch Vorsicht, da es die Seife absplittern lässt. Die Stücke locker auf Lattenregalen an einem kühlen, trockenen Ort stapeln und mindestens 3 Wochen reifen lassen, damit sie vollständig trocken und hart werden. | ||
| + | |||
| + | '''''Vorsicht! Nicht ausgehärtete oder „grüne“ Seife ist fast so ätzend wie Lauge. Tragen Sie Gummihandschuhe beim Umgang mit der gehärteten Seife, bis sie einige Wochen ausgehärtet ist.''''' | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Probleme bei der Seifenherstellung=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Probleme, die bei der Seifenherstellung auftreten können, und ihre möglichen Ursachen sind in Tabelle 2 beschrieben. | ||
| + | <div align="left"> | ||
| + | {| border="1" cellpadding="5" cellspacing="0" | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | '''Problem''' | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | '''Mögliche Ursachen''' | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Seife dickt nicht schnell genug ein | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Zu wenig Lauge, zu viel Wasser, zu niedrige Temperatur, nicht genug oder zu langsam gerührt, zu viel ungesättigtes Öl (z. B. Sonnenblumen- oder Safloröl). | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Mischung gerinnt beim Rühren | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Fett und/oder Lauge zu heiß, nicht genug oder zu langsam gerührt. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Mischung erstarrt zu schnell im Kessel | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Fett- und Laugentemperatur zu hoch. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Mischung ist körnig | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Fett- und Laugentemperatur zu heiß oder zu kalt, nicht genug oder zu langsam gerührt. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Ölschicht bildet sich auf der abkühlenden Seife | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Zu viel Fett im Rezept oder zu wenig Lauge. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Klare Flüssigkeit in der Seife beim Schneiden | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Zu viel Lauge im Rezept, nicht genug oder zu langsam gerührt. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Weiche, schwammige Seife | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Zu wenig Lauge, zu viel Wasser oder zu viel ungesättigtes Öl. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Harte, spröde Seife | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Zu viel Lauge. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Seife riecht ranzig | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Schlechtes Fett, zu viel Fett oder zu wenig Lauge. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Luftblasen in der Seife | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Zu lange gerührt. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Gesprenkelte Seife | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Nicht genug oder zu langsam gerührt oder Temperaturschwankungen während der Reifung. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Seife trennt sich in der Form, fettige Oberflächenschicht | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Zu wenig Lauge, nicht lange genug gekocht, nicht genug oder zu langsam gerührt. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Weißes Pulver auf der ausgehärteten Seife | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Hartes Wasser, Lauge nicht richtig aufgelöst, Reaktion mit Luft. | ||
| + | |- valign="top" | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Verzogene Stücke | ||
| + | | valign="top" | | ||
| + | Ungleichmäßige Trocknungsbedingungen. | ||
| + | |} | ||
| + | Tabelle 2: Probleme bei der Seifenherstellung<br /> (Adaptiert von der Website <u>http://www.colebrothers.com/soap</u> in der Liste weiterführender Informationen unten) | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Harte Seife verbessern=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Eine bessere Qualität erhält man, indem man das Produkt des ersten Kochvorgangs erneut schmilzt, bei Bedarf mehr Fette/Öle und Lauge hinzufügt und das Ganze weiterkocht, bis die Verseifung abgeschlossen ist. Die dafür benötigte Zeit hängt von der Stärke der Lauge ab, normalerweise sind 2–4 Stunden Kochen erforderlich. Bei Verwendung von reinem körnigem Fett und hochwertiger weißer Lauge entsteht eine reine, harte, weiße Seife, die für alle Haushaltszwecke geeignet ist. Farbstoffe, Essenzen oder ätherische Öle können am Ende des Kochens hinzugefügt werden, um die Seife zu färben oder den „fettigen Laugengeruch“ zu überdecken und einen angenehmen Duft zu geben. | ||
| + | </div> | ||
| + | ===Rezepte für harte Seife=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Die einfachste und günstigste Seife ist einfache Waschseife, aber mit wenigen preiswerten Zutaten kann man das Wasser weicher machen oder das Produkt parfümieren und feine Toilettenseifen herstellen. Die folgenden Rezepte sind einige Beispiele für leicht herzustellende Seifen. In den am Ende dieser Technischen Anleitung genannten Quellen finden sich viele weitere Rezepte. | ||
| + | |||
| + | '''Einfache Küchenseife''' | ||
| + | 1 Dose handelsübliche Lauge in 5 Tassen kaltem Wasser auflösen und abkühlen lassen. Inzwischen 2 Esslöffel Pulverborax und flüssiges Ammoniak jeweils in ½ Tasse Wasser mischen. 3 kg Fett schmelzen, abseihen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Das warme Fett in das Laugenwasser gießen und unter Rühren die Borax-Ammoniak-Mischung langsam hinzufügen. Etwa 10–15 Minuten rühren, bis eine Emulsion entsteht, und die Mischung in eine Form gießen, um abzukühlen. | ||
| + | |||
| + | '''Gekochte harte weiße Seife''' | ||
| + | 0,5 kg Pottaschenlauge in 5 Litern kaltem Wasser auflösen. Über Nacht stehen lassen, dann die klare Flüssigkeit in weitere 5 Liter heißes Wasser gießen und zum Kochen bringen. 2 kg heißes geschmolzenes Fett in dünnem Strahl einlaufen lassen und ständig rühren, bis eine Emulsion entsteht. 4–6 Stunden bei niedriger Hitze köcheln lassen und dabei regelmäßig rühren, dann 5 Liter heißes Wasser hinzufügen, in dem 1 Tasse Salz aufgelöst ist. Mit einem kalten Messer prüfen, ob die Mischung verseift ist (fadenziehend und klar). Oder: | ||
| + | |||
| + | 0,5 kg Pottasche in 2 Litern kaltem Wasser auflösen. Erhitzen und 2,5 kg geschmolzenes Fett unter ständigem Rühren hinzufügen. 24 Stunden stehen lassen und 5 Liter kochendes Wasser hinzugeben. Bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren kochen, bis es verseift ist. | ||
| + | |||
| + | ===Rezepte für harte Seife=== | ||
| + | <div class="booktext"> | ||
| + | Die einfachste und günstigste Art von Seife ist einfache Waschseife, aber mit wenigen preiswerten Zutaten kann man das Wasser weicher machen oder das Produkt parfümieren und feine Toilettenseifen herstellen. Die folgenden Rezepte sind einige Beispiele für leicht herzustellende Seifen. Es gibt viele weitere Rezepte in den am Ende dieser Technischen Anleitung genannten Quellen. | ||
| + | |||
| + | '''Einfache Küchenseife''' | ||
| + | 1 Dose handelsübliche Lauge in 5 Tassen kaltem Wasser auflösen und abkühlen lassen. Inzwischen 2 Esslöffel Pulverborax und flüssiges Ammoniak jeweils in ½ Tasse Wasser mischen. 3 kg Fett schmelzen, abseihen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Das warme Fett in das Laugenwasser gießen und unter Rühren die Borax-Ammoniak-Mischung langsam hinzufügen. Etwa 10–15 Minuten rühren, bis eine Emulsion entsteht, und die Mischung in eine Form gießen, um abzukühlen. | ||
| + | |||
| + | '''Gekochte harte weiße Seife''' | ||
| + | 0,5 kg Pottaschenlauge in 5 Litern kaltem Wasser auflösen. Über Nacht stehen lassen, dann die klare Flüssigkeit in weitere 5 Liter heißes Wasser gießen und zum Kochen bringen. 2 kg heißes geschmolzenes Fett in dünnem Strahl einlaufen lassen und ständig rühren, bis eine Emulsion entsteht. 4–6 Stunden bei niedriger Hitze köcheln lassen und dabei regelmäßig rühren, dann 5 Liter heißes Wasser hinzufügen, in dem 1 Tasse Salz aufgelöst ist. Mit einem kalten Messer prüfen, ob die Mischung verseift ist (fadenziehend und klar). | ||
| + | |||
| + | oder | ||
| + | |||
| + | 0,5 kg Pottasche in 2 Litern kaltem Wasser auflösen. Erhitzen und 2,5 kg geschmolzenes Fett unter ständigem Rühren hinzufügen. 24 Stunden stehen lassen und 5 Liter kochendes Wasser hinzugeben. Bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren kochen, bis es verseift ist. | ||
| + | |||
| + | '''Arbeitsparende Seife''' | ||
| + | 0,5 kg Sodalaugen und 1 kg gelbe Stückseife (in dünne Scheiben geschnitten) in 12 Litern Wasser auflösen. 2 Stunden kochen und dann abseihen. Kleidung, die über Nacht in einer Lösung dieser Seife eingeweicht wurde, muss nicht mehr gerubbelt werden. Einfach ausspülen und sie sind sauber und weiß. | ||
| + | |||
| + | '''Englische Stückseife''' | ||
| + | 5 Liter weiches Wasser, 0,5 kg gemahlener (oder landwirtschaftlicher) Kalk, 1,75 kg Sodalaugen, 30 g Borax, 1 kg Talg, 0,7 kg pulverisiertes Kolophonium und 14 g Bienenwachs verwenden. Zuerst das Wasser zum Kochen bringen, dann nach und nach Kalk und Soda unter kräftigem Rühren hinzufügen. Den Borax hinzugeben, kochen und rühren, bis er sich auflöst. Den geschmolzenen Talg in dünnem Strahl einlaufen lassen und ständig rühren. Kolophonium und Bienenwachs hinzufügen und weiterkochen und rühren, bis die Masse dick wird. In Formen abkühlen lassen. | ||
| + | |||
| + | '''Durchsichtige Seife''' | ||
| + | Jede gute weiße Seife kann durchsichtig gemacht werden, indem man sie in Späne schneidet, einen Teil Alkohol auf zwei Teile Seife gibt und die Mischung an einem warmen Ort stehen lässt, bis die Seife sich aufgelöst hat. Nach Wunsch parfümieren. | ||
| + | |||
| + | oder | ||
| + | |||
| + | 0,6 kg gute harte gelbe Seife in Späne schneiden und 0,5 Liter Alkohol hinzufügen. Im Wasserbad bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis sie sich aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und 30 g Essenz hinzufügen, um einen angenehmen Duft zu geben. | ||
| + | |||
| + | '''Bouquet-Seife''' | ||
| + | 14 kg Talgseife in Späne schneiden und in 2 Tassen Wasser schmelzen. Wenn sie abgekühlt ist, 14 g Bergamott-Essenz, 30 g Nelkenöl, 30 g Sassafrasöl und 30 g Thymianöl hinzufügen. In Formen gießen. | ||
| + | |||
| + | '''Zimt-Seife''' | ||
| + | 23 kg Talgseife in Späne schneiden und bei schwacher Hitze in 1,2 Litern Wasser schmelzen. Abkühlen lassen und 200 g Zimtol sowie je 30 g Sassafras- und Bergamott-Essenz hinzufügen. Gut mischen und 0,5 kg fein pulverisierten gelben Ocker hinzufügen. Gut vermengen und in Formen gießen. | ||
| + | |||
| + | '''Citron-Seife''' | ||
| + | 180 g Seifenspäne mit 300 g Citronen-Attar, 15 g Zitronenöl, 120 g Bergamott-Attar und 60 g Zitronen-Attar mischen. | ||
| + | </div> | ||
| + | |||
| + | ===Medizinische Seifen=== | ||
| + | '''Campher-Seife''' | ||
| + | 0,5 kg harte weiße Seife in 1 Tasse kochendem Wasser auflösen. Bei schwacher Hitze weiterkochen, bis die Seife die Konsistenz von Butter hat. 180 g Olivenöl, gemischt mit 30 g campherhaltigem Öl, hinzufügen. Vom Herd nehmen und schlagen, bis eine Emulsion entsteht. Diese Seife kann zum Reinigen von Schnitten und Kratzern verwendet werden. | ||
| + | |||
| + | '''Schwefel-Seife''' | ||
| + | 60 g weiche Seife in Späne schneiden und 8 g Schwefelblüte hinzufügen. Nach Wunsch parfümieren und färben. Die Zutaten gründlich in einer irdenen Schüssel vermischen. | ||
| + | |||
| + | '''Jod-Seife''' | ||
| + | 0,5 kg weiße, fein geschnittene Seife in 90 g destilliertem Wasser oder Rosenwasser auflösen. 30 g Jodtinktur hinzufügen. Im Wasserbad schmelzen und unter Rühren mischen. | ||
| + | |||
| + | ===Weitere Rezepte für weiche Seife (Kaltverfahren)=== | ||
| + | Mischen Sie 4 kg geschmolzenes Fett mit 16 Litern starker Laugenlauge in einem Kessel. Zum Kochen bringen, in das Seifenfass gießen und mit schwacher Laugenlauge verdünnen. Das Fass an einem warmen Ort aufstellen. Die Seife sollte in wenigen Wochen gebrauchsfertig sein. | ||
| + | |||
| + | oder | ||
| + | |||
| + | 5 kg klares geschmolzenes Fett, 3 kg Sodalaugen und 40 Liter heißes Wasser im Seifenfass mischen. Einmal täglich rühren und die Mischung stehen lassen, bis sie vollständig verseift ist. | ||
| + | |||
| + | oder | ||
| + | |||
| + | 4 kg Fett in einem Kessel schmelzen und zum Kochen bringen. In einem anderen Kessel 4 kg Ätznatron und 0,5 kg Soda in 20 Litern weichem Wasser mischen. Alle Zutaten zusammen in ein 200-Liter-Fass gießen und mit weichem Wasser auffüllen. Täglich 3 Tage lang rühren und dann stehen lassen, bis die Mischung verseift ist. | ||
| + | |||
| + | oder | ||
| + | |||
| + | 3 kg Pottasche, 2 kg Schweineschmalz und 0,2 kg pulverisiertes Kolophonium mischen und eine Woche stehen lassen. Dann in einem Kessel mit 10–15 Litern Wasser schmelzen. Die Mischung in ein 50-Liter-Fass gießen und mit weichem Wasser auffüllen. Zwei- bis dreimal täglich zwei Wochen lang rühren. | ||
| + | |||
| + | oder | ||
| + | |||
| + | 0,3 kg Soda und 0,5 kg braune Seifenspäne in einen Kessel geben. 12 Liter kaltes Wasser hinzufügen, bei schwacher Hitze schmelzen und rühren, bis alles aufgelöst ist. Sobald sie abgekühlt ist, ist sie gebrauchsfertig. | ||
Aktuelle Version vom 11. Juni 2026, 10:06 Uhr
Inhaltsverzeichnis
- 1 Waschmittel
- 2 Kurzbeschreibung
- 3 Beschreibung
- 3.1 Einführung
- 3.2 Zutaten
- 3.3 Wie man Lauge aus Asche herstellt
- 3.4 Wie man Pottasche herstellt
- 3.5 Wie man Sodalaugen und Ätznatron herstellt
- 3.6 Wie man Talg vorbereitet
- 3.7 Wie man Öl vorbereitet
- 3.8 Seifenherstellung
- 3.9 Weiche Seife
- 3.10 Harte Seife
- 3.11 Probleme bei der Seifenherstellung
- 3.12 Harte Seife verbessern
- 3.13 Rezepte für harte Seife
- 3.14 Rezepte für harte Seife
- 3.15 Medizinische Seifen
- 3.16 Weitere Rezepte für weiche Seife (Kaltverfahren)
Waschmittel
Der kleine Alchemist basische Waschmittel ├─ Natron ├─ Borax ├─ Waschsoda └─ Flüssige Soda └─ Kalilauge aus Holzasche └─ Seife sieden mit Kalilauge ├─ Kernseife → Gallseife ├─ Wie man Seife herstellt └─ Glycerin Howtopedia → How to Make Soap └─ Howtopedia-deutsch → Wie man Seife herstellt
Kurzbeschreibung
- Problem:
- Idee:
- Schwierigkeitsgrad:
- Preisklasse:
- Benötigte Materialien: Asche, Öl oder Fett, Regenwasser / weiches Wasser.
Ein großer eiserner Seifenkessel mit hohen Seitenwänden, ein langstieliger Holzlöffel, eine Küchenreibe oder ein Fleischwolf zum Herstellen von Seifenflocken, flache Holzkisten, Formen oder Rohre, abgeschnittene Plastikflaschen oder Plastikwannen zum Formen der Seife, Stoffstücke, ein Teller.
- Geografisches Gebiet: Weltweit
- Kompetenzen:
- Wie viele Personen? Ab einer Person
- Wie lange dauert es?
Beschreibung
Einführung
Mit etwas Übung ist die Seifenherstellung nicht schwer und eignet sich gut als kleines Gewerbe. Es werden einfache Geräte und pflanzliche Öle oder tierische Fette als Rohstoffe verwendet, die in den meisten Ländern lokal verfügbar sind. Es ist jedoch schwieriger, hochwertige harte Seife herzustellen, die in manchen Ländern notwendig ist, um mit importierten Produkten oder solchen von Großherstellern konkurrieren zu können. Bei der Seifenherstellung gibt es auch bestimmte Gefahren, derer sich jeder potenzielle Hersteller bewusst sein muss, um Verletzungen zu vermeiden. Diese technische Anleitung beschreibt die Verfahren zur Herstellung verschiedener einfacher Seifen und enthält mehrere Rezepte für unterschiedliche Seifentypen.
Zutaten
Die drei Hauptzutaten für einfache Seife sind Öl oder Fett (Öl ist einfach flüssiges Fett), Lauge (oder Alkali) und Wasser. Weitere Zutaten können hinzugefügt werden, um der Seife einen angenehmen Duft oder eine Farbe zu geben oder ihre hautpflegenden Eigenschaften zu verbessern. Fast jedes Fett oder ungiftige Öl eignet sich zur Seifenherstellung. Zu den gängigen Sorten gehören tierisches Fett, Avocadoöl und Sonnenblumenöl. Laugen können entweder als Kaliumhydroxid (Ätzkali) oder Natriumhydroxid (Ätznatron) gekauft oder, falls nicht verfügbar, aus Asche hergestellt werden. Manche Seifen werden besser mit weichem Wasser hergestellt. Dafür sollte Regenwasser verwendet oder Borax zum Leitungswasser gegeben werden. Die oben genannten Chemikalien sind normalerweise in Apotheken größerer Städte erhältlich.
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Vorsicht! Laugen sind extrem ätzend. Sie verursachen Verbrennungen, wenn sie auf die Haut gelangen, und können zur Erblindung führen, wenn sie ins Auge spritzen. Bei Verschlucken können sie tödlich sein. Beim Umgang mit Laugen und „grüner“ (nicht ausgehärteter) Seife ist Vorsicht geboten. Einzelheiten zu den erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen finden Sie weiter unten. Wegen dieser Gefahren sollten kleine Kinder während der Seifenherstellung vom Verarbeitungsraum ferngehalten werden. |
Wie man Lauge aus Asche herstellt
Kommerzielle Laugen können in Dosen in Apotheken größerer Städte gekauft werden und haben eine einheitliche Stärke für gleichbleibende Ergebnisse. Wenn sie jedoch nicht verfügbar oder erschwinglich sind, kann Lauge auch aus Asche hergestellt werden. Befestigen Sie einen Hahn nahe am Boden eines großen (z. B. 250 Liter) Plastik- oder Holzfasses. Verwenden Sie kein Aluminium, da die Lauge es angreift und die Seife verunreinigt. Bauen Sie innen um das Hahnloch einen Filter aus mehreren Ziegeln oder Steinen, die mit Stroh bedeckt sind. Füllen Sie das Fass mit Asche und gießen Sie kochendes Wasser darüber, bis Wasser aus dem Hahn läuft. Schließen Sie dann den Hahn und lassen Sie die Asche einweichen. Die Asche sinkt auf weniger als ein Viertel ihres ursprünglichen Volumens zusammen. Fügen Sie beim Absinken weitere Asche hinzu, bis das Fass wieder voll ist. Asche aus verbranntem pflanzlichem Material ist geeignet, aber Asche aus Bananenblättern/-stängeln ergibt die stärkste Lauge und Asche aus Apfelholz die weißeste Seife.
Wenn kein großes Fass verfügbar ist oder nur kleinere Mengen Seife hergestellt werden sollen, kann eine Porzellanschüssel oder ein Plastikeimer verwendet werden. Füllen Sie den Eimer mit Asche und geben Sie kochendes Wasser hinzu, rühren Sie um, damit die Asche nass wird. Fügen Sie weitere Asche hinzu, bis der Eimer voll ist, geben Sie mehr Wasser hinzu und rühren Sie erneut um. Lassen Sie es 12–24 Stunden stehen oder bis die Flüssigkeit klar ist, dann gießen Sie die klare Lauge vorsichtig ab.
Je länger das Wasser steht, bevor es abgezogen wird, desto stärker wird die Lauge. Normalerweise reichen einige Stunden aus. Lauge, in der ein frisches Ei schwimmt, kann als Standardstärke für die Seifenherstellung verwendet werden. Die Stärke der Lauge muss nicht immer gleich sein, da sie sich in einem festen Verhältnis mit dem Fett verbindet. Wird eine schwache Lauge verwendet, kann während des Prozesses weitere Lauge hinzugefügt werden, bis alles Fett verseift ist1.
1 Verseifung ist die Bezeichnung für die chemische Reaktion, bei der Lauge und Fett in eine Substanz – Seife – umgewandelt werden.
Wie man Pottasche herstellt
Pottasche wird hergestellt, indem man das Laugenwasser in einem schweren Eisenkessel einkocht. Nachdem das Wasser verdampft ist, bleibt ein dunkler, trockener Rückstand zurück, der als „schwarze Salze“ bekannt ist. Dieser wird dann erhitzt, bis er schmilzt und die schwarzen Verunreinigungen verbrannt sind, sodass eine grau-weiße Substanz übrig bleibt. Das ist Pottasche. Sie kann zur späteren Seifenherstellung in einem feuchtigkeitsdichten Behälter aufbewahrt werden, um zu verhindern, dass sie Wasser aus der Luft aufnimmt.
Wie man Sodalaugen und Ätznatron herstellt
Mischen Sie 1 Teil gebrannten Kalk mit 3 Teilen Wasser zu einer Flüssigkeit mit der Konsistenz von Sahne. Lösen Sie 3 Teile Soda in 5 Teilen kochendem Wasser auf und geben Sie die Kalksahne unter kräftigem Rühren hinzu. Halten Sie die Mischung am Kochen, bis die Zutaten gründlich vermischt sind. Lassen Sie sie dann abkühlen und setzen, und gießen Sie die Lauge ab. Entsorgen Sie den Bodensatz. Ätznatron entsteht, indem man die Lauge einkocht, bis das Wasser verdampft ist und ein trockener, weißer Rückstand im Kessel zurückbleibt. Die meisten kommerziellen Laugen sind Ätznatron und können gekauft und anstelle von selbst hergestellter Lauge verwendet werden, um Zeit zu sparen. Sie werden in Dosen geliefert; die Deckel sollten fest verschlossen bleiben, damit die Lauge kein Wasser aus der Luft aufnimmt und verklumpt.
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Vorsicht beim Umgang mit Laugen, Pottasche oder Ätznatron Sie sollten immer Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn Sie mit diesen Materialien umgehen, da sie gefährlich sind. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie sie in kaltes Wasser geben, beim Rühren von Laugenwasser und beim Gießen der flüssigen Seife in Formen. Laugen erzeugen schädliche Dämpfe, daher sollten Sie Abstand halten und den Kopf abwenden, während sich die Lauge auflöst. Atmen Sie keine Laugendämpfe ein. Es lohnt sich, in ein Paar Gummihandschuhe und eine Plastikschutzbrille zu investieren. Sie sollten auch eine Schürze oder einen Overall tragen, um Ihre Kleidung zu schützen. Wenn Lauge auf die Haut oder in die Augen gelangt, sofort mit reichlich kaltem Wasser abspülen. Wenn Lauge zu Wasser gegeben wird, erhitzt die chemische Reaktion das Wasser schnell. Geben Sie niemals Lauge in heißes Wasser, da es überkochen und Ihre Haut verbrühen kann. Geben Sie niemals Wasser zu Lauge, da es heftig reagieren und überspritzen könnte. |
Wie man Talg vorbereitet
Rindertalg, Hammelfett oder Schweinefettabfälle klein schneiden und bei schwacher Hitze erhitzen. Das geschmolzene Fett durch ein grobes Tuch abseihen und so viel Fett wie möglich aus den Abfällen auspressen. Das geschmolzene Fett reinigen, indem man es in Wasser kocht. Verwenden Sie die doppelte Menge Wasser wie Fett, geben Sie pro 5 kg Fett einen Esslöffel Salz hinzu und kochen Sie 10 Minuten unter ständigem Rühren. Abkühlen lassen, bis sich ein harter Kuchen auf dem Wasser bildet. Den Fettkuchen abheben und die Unterseite sauber schaben. Er ist dann bereit zur Lagerung oder Verwendung in einem Seifenrezept.
Wie man Öl vorbereitet
Pflanzliche Öle können aus Ölsaaten, Nüssen oder bestimmten Früchten gewonnen werden (siehe Tabelle 1 und die separate Technische Anleitung „Ölgewinnung“). Sie können allein oder gemischt mit Fett oder anderen Ölen verwendet werden. Hinweis: Feste Fette und „gesättigte“ Öle (Kokos, Palm, Palmkern) eignen sich besser zur Seifenherstellung. „Ungesättigte“ Öle (z. B. Saflor-, Sonnenblumenöl) können allein verwendet zu weicher Seife führen (siehe Tabelle 2) und werden nicht empfohlen.
Seifenherstellung
Es gibt zwei Arten von Seife: weiche Seife und harte Seife. Weiche Seife kann im Kalt- oder Heißverfahren hergestellt werden, harte Seife jedoch nur im Heißverfahren. Zur Herstellung von Seife muss die Lauge verdünnt, mit dem Fett oder Öl vermischt und die Mischung gerührt werden, bis die Verseifung eintritt (in den folgenden Verfahren steht „Fett“ für Fett oder Öl). Das Kaltverfahren kann je nach Stärke und Reinheit der Zutaten mehrere Tage oder sogar Monate dauern, während das Heißverfahren innerhalb weniger Minuten bis Stunden abläuft. Entsorgen Sie Seifenherstellungsabfälle sorgfältig im Freien, nicht im Abfluss.
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Fette |
Öle |
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Ziegenfett |
Rapsöl |
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Lanolin |
Kokosöl |
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Schweineschmalz |
Baumwollsaatöl |
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Hammelfett |
Palmöl |
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Schweinefett |
Palmkernöl |
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Nierenfett |
Sojaöl |
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Talg (Rinderfett) |
Tabelle 1: Arten von Fetten und Ölen zur Seifenherstellung
Weiche Seife
Kaltverfahren Ein einfaches Rezept für weiche Seife verwendet 12 kg Fett, 9 kg Pottasche und 26 Liter Wasser. Die Pottasche im Wasser auflösen und zur Fettmasse in einem Holzfass oder -bottich geben. In den nächsten 3 Tagen mehrmals täglich jeweils etwa 3 Minuten kräftig mit einem langen Holzstab oder Paddel rühren. Das Paddel in der Mischung lassen, damit niemand es versehentlich berührt und sich verbrennt. Nach etwa einem Monat ist die Seife frei von Klumpen und hat eine gleichmäßige gallertartige Konsistenz. Beim Rühren hat sie einen seidigen Glanz und zieht in dünnen Fäden vom Paddel ab. Dann ist die Seife gebrauchsfertig und sollte in einem verschlossenen Behälter aufbewahrt werden.
Kochverfahren
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Kochen kann sehr gefährlich sein. Bevor der Prozess abgeschlossen ist, kann die Seife Temperaturen bis zu 165 °C erreichen. Zwischen 105 °C und 135 °C neigt sie dazu, stark zu spritzen, wenn sie zu heftig kocht. Es besteht Brandgefahr. Verwenden Sie einen Topf mit hohen Seitenwänden. Halten Sie einen Deckel bereit, um Flammen zu ersticken, und nach Möglichkeit einen Feuerlöscher. Lassen Sie kochende Seife niemals unbeaufsichtigt. Tragen Sie ausreichenden Schutz. Dazu gehören lange Handschuhe und Schutz für alle exponierten Hautstellen und das Gesicht (Gesichtsschild). |
Weiche Seife wird auch hergestellt, indem man verdünnte Lauge mit Fett kocht, bis die Verseifung eintritt. Mit den gleichen Mengen wie oben das Fett in einen Seifenkessel geben, ausreichend Lauge hinzufügen, um das Fett zu schmelzen, und erhitzen, ohne anzubrennen. Der Schaum, der sich beim Kochen bildet, entsteht durch überschüssiges Wasser; die Seife muss erhitzt werden, bis dieses verdampft ist. Weiter erhitzen und mehr Lauge hinzufügen, bis alles Fett verseift ist. Den Schaum mit dem Paddel schlagen. Wenn er nicht mehr aufsteigt, sinkt die Seife im Kessel ab und nimmt eine dunklere Farbe an. Weiße Blasen erscheinen auf der Oberfläche und erzeugen ein eigentümliches Geräusch (die Seife „spricht“). Die dicke Flüssigkeit wird dann trüb und fällt mit seidigem Glanz vom Paddel. Weitere Lauge sollte in regelmäßigen Abständen hinzugefügt werden, bis die Flüssigkeit eine gleichmäßig klare, schleimige Masse ist. Die Seife ist vollständig verseift, wenn sie dick und cremig ist und eine leicht schleimige Textur hat. Nach dem Abkühlen wird sie nicht hart und ist gebrauchsfertig. Um zu prüfen, ob die Seife richtig hergestellt ist, einige Tropfen aus der Mitte des Kessels auf einen Teller geben und abkühlen lassen. Bleibt der Tropfen klar, ist sie fertig. Ist zu wenig Lauge vorhanden, ist der Tropfen schwach und grau. Bei geringerem Mangel kann ein grauer Rand um den Tropfen entstehen. Bei zu viel Lauge bildet sich eine graue Haut über dem ganzen Tropfen. Er klebt nicht, kann aber nass über den Teller geschoben werden. In diesem Fall ist die Seife überverseift und es muss mehr Fett hinzugefügt werden.
Harte Seife
Die Methode zur Herstellung harter Seife ähnelt dem Kochverfahren für weiche Seife, enthält jedoch zusätzliche Schritte, um Wasser, Glycerin, überschüssiges Alkali und andere Verunreinigungen von der Seife zu trennen. Das Verfahren erfordert drei Kessel: zwei kleinere für Lauge und Fett und einen großen, der beide Zutaten aufnehmen kann, ohne überzukochen.
Das saubere Fett in einen kleinen Kessel mit etwas Wasser oder schwacher Lauge geben, um Anbrennen zu verhindern, und zum Kochen bringen. Die verdünnte Lauge in den anderen kleinen Kessel geben und ebenfalls zum Kochen bringen. Den großen Kessel erhitzen und etwa ein Viertel des geschmolzenen Fetts hineingeben. Eine gleiche Menge heiße Lauge hinzufügen und die Mischung ständig rühren. Auf diese Weise fortfahren (eine Person schöpft, die andere rührt), bis etwa zwei Drittel des Fetts und der Lauge gründlich vermischt sind. Die Mischung sollte nun gleichmäßig und von cremiger Konsistenz sein. Einige abgekühlte Tropfen auf einer Glasplatte sollten weder Öltropfen noch Wassertropfen zeigen. Weiterkochen und den Rest von Fett und Lauge abwechselnd hinzufügen, wobei darauf zu achten ist, dass am Ende keine überschüssige Lauge vorhanden ist. Gekochte harte Seifen sind verseift, wenn die Mischung dick und fadenziehend ist und vom Paddel gleitet.
Bis zu diesem Punkt ähnelt der Prozess dem Kochen von weicher Seife. Der wichtige Unterschied bei harter Seife ist das Hinzufügen von Salz an dieser Stelle. Dadurch wird die cremige Emulsion aus Ölen und Lauge getrennt. Das Salz hat eine stärkere Affinität zu Wasser als zu Seife und nimmt daher das Wasser auf, sodass sich die Seife absetzt. Die Seife steigt dann in krümeligen Körnern an die Oberfläche der Lauge. Die verbrauchte Lauge enthält Glycerin, Salz und andere Verunreinigungen, aber kein Fett oder Alkali. Die honigdicke Mischung in Seifenformen oder flache Holzkisten gießen, über die lockere Stoffstücke gelegt wurden, damit die Seife nicht klebt. Alternativ kann die Seife in einen Bottich gegossen werden, der über Nacht in Wasser eingeweicht wurde, um abzukühlen und zu erstarren. Keine Aluminiumbehälter verwenden, da die Seife diese angreift. Die Formen oder den Bottich mit Säcken abdecken, um die Wärme zu halten, und 2–3 Tage stehen lassen.
Wenn die Seife kalt ist, kann sie mit einer glatten, harten Schnur oder einem feinen Draht in kleinere Stücke geschnitten werden. Ein Messer ist möglich, erfordert jedoch Vorsicht, da es die Seife absplittern lässt. Die Stücke locker auf Lattenregalen an einem kühlen, trockenen Ort stapeln und mindestens 3 Wochen reifen lassen, damit sie vollständig trocken und hart werden.
Vorsicht! Nicht ausgehärtete oder „grüne“ Seife ist fast so ätzend wie Lauge. Tragen Sie Gummihandschuhe beim Umgang mit der gehärteten Seife, bis sie einige Wochen ausgehärtet ist.
Probleme bei der Seifenherstellung
Probleme, die bei der Seifenherstellung auftreten können, und ihre möglichen Ursachen sind in Tabelle 2 beschrieben.
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Problem |
Mögliche Ursachen |
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Seife dickt nicht schnell genug ein |
Zu wenig Lauge, zu viel Wasser, zu niedrige Temperatur, nicht genug oder zu langsam gerührt, zu viel ungesättigtes Öl (z. B. Sonnenblumen- oder Safloröl). |
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Mischung gerinnt beim Rühren |
Fett und/oder Lauge zu heiß, nicht genug oder zu langsam gerührt. |
|
Mischung erstarrt zu schnell im Kessel |
Fett- und Laugentemperatur zu hoch. |
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Mischung ist körnig |
Fett- und Laugentemperatur zu heiß oder zu kalt, nicht genug oder zu langsam gerührt. |
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Ölschicht bildet sich auf der abkühlenden Seife |
Zu viel Fett im Rezept oder zu wenig Lauge. |
|
Klare Flüssigkeit in der Seife beim Schneiden |
Zu viel Lauge im Rezept, nicht genug oder zu langsam gerührt. |
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Weiche, schwammige Seife |
Zu wenig Lauge, zu viel Wasser oder zu viel ungesättigtes Öl. |
|
Harte, spröde Seife |
Zu viel Lauge. |
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Seife riecht ranzig |
Schlechtes Fett, zu viel Fett oder zu wenig Lauge. |
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Luftblasen in der Seife |
Zu lange gerührt. |
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Gesprenkelte Seife |
Nicht genug oder zu langsam gerührt oder Temperaturschwankungen während der Reifung. |
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Seife trennt sich in der Form, fettige Oberflächenschicht |
Zu wenig Lauge, nicht lange genug gekocht, nicht genug oder zu langsam gerührt. |
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Weißes Pulver auf der ausgehärteten Seife |
Hartes Wasser, Lauge nicht richtig aufgelöst, Reaktion mit Luft. |
|
Verzogene Stücke |
Ungleichmäßige Trocknungsbedingungen. |
Tabelle 2: Probleme bei der Seifenherstellung
(Adaptiert von der Website http://www.colebrothers.com/soap in der Liste weiterführender Informationen unten)
Harte Seife verbessern
Eine bessere Qualität erhält man, indem man das Produkt des ersten Kochvorgangs erneut schmilzt, bei Bedarf mehr Fette/Öle und Lauge hinzufügt und das Ganze weiterkocht, bis die Verseifung abgeschlossen ist. Die dafür benötigte Zeit hängt von der Stärke der Lauge ab, normalerweise sind 2–4 Stunden Kochen erforderlich. Bei Verwendung von reinem körnigem Fett und hochwertiger weißer Lauge entsteht eine reine, harte, weiße Seife, die für alle Haushaltszwecke geeignet ist. Farbstoffe, Essenzen oder ätherische Öle können am Ende des Kochens hinzugefügt werden, um die Seife zu färben oder den „fettigen Laugengeruch“ zu überdecken und einen angenehmen Duft zu geben.
Rezepte für harte Seife
Die einfachste und günstigste Seife ist einfache Waschseife, aber mit wenigen preiswerten Zutaten kann man das Wasser weicher machen oder das Produkt parfümieren und feine Toilettenseifen herstellen. Die folgenden Rezepte sind einige Beispiele für leicht herzustellende Seifen. In den am Ende dieser Technischen Anleitung genannten Quellen finden sich viele weitere Rezepte.
Einfache Küchenseife 1 Dose handelsübliche Lauge in 5 Tassen kaltem Wasser auflösen und abkühlen lassen. Inzwischen 2 Esslöffel Pulverborax und flüssiges Ammoniak jeweils in ½ Tasse Wasser mischen. 3 kg Fett schmelzen, abseihen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Das warme Fett in das Laugenwasser gießen und unter Rühren die Borax-Ammoniak-Mischung langsam hinzufügen. Etwa 10–15 Minuten rühren, bis eine Emulsion entsteht, und die Mischung in eine Form gießen, um abzukühlen.
Gekochte harte weiße Seife 0,5 kg Pottaschenlauge in 5 Litern kaltem Wasser auflösen. Über Nacht stehen lassen, dann die klare Flüssigkeit in weitere 5 Liter heißes Wasser gießen und zum Kochen bringen. 2 kg heißes geschmolzenes Fett in dünnem Strahl einlaufen lassen und ständig rühren, bis eine Emulsion entsteht. 4–6 Stunden bei niedriger Hitze köcheln lassen und dabei regelmäßig rühren, dann 5 Liter heißes Wasser hinzufügen, in dem 1 Tasse Salz aufgelöst ist. Mit einem kalten Messer prüfen, ob die Mischung verseift ist (fadenziehend und klar). Oder:
0,5 kg Pottasche in 2 Litern kaltem Wasser auflösen. Erhitzen und 2,5 kg geschmolzenes Fett unter ständigem Rühren hinzufügen. 24 Stunden stehen lassen und 5 Liter kochendes Wasser hinzugeben. Bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren kochen, bis es verseift ist.
Rezepte für harte Seife
Die einfachste und günstigste Art von Seife ist einfache Waschseife, aber mit wenigen preiswerten Zutaten kann man das Wasser weicher machen oder das Produkt parfümieren und feine Toilettenseifen herstellen. Die folgenden Rezepte sind einige Beispiele für leicht herzustellende Seifen. Es gibt viele weitere Rezepte in den am Ende dieser Technischen Anleitung genannten Quellen.
Einfache Küchenseife 1 Dose handelsübliche Lauge in 5 Tassen kaltem Wasser auflösen und abkühlen lassen. Inzwischen 2 Esslöffel Pulverborax und flüssiges Ammoniak jeweils in ½ Tasse Wasser mischen. 3 kg Fett schmelzen, abseihen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen. Das warme Fett in das Laugenwasser gießen und unter Rühren die Borax-Ammoniak-Mischung langsam hinzufügen. Etwa 10–15 Minuten rühren, bis eine Emulsion entsteht, und die Mischung in eine Form gießen, um abzukühlen.
Gekochte harte weiße Seife 0,5 kg Pottaschenlauge in 5 Litern kaltem Wasser auflösen. Über Nacht stehen lassen, dann die klare Flüssigkeit in weitere 5 Liter heißes Wasser gießen und zum Kochen bringen. 2 kg heißes geschmolzenes Fett in dünnem Strahl einlaufen lassen und ständig rühren, bis eine Emulsion entsteht. 4–6 Stunden bei niedriger Hitze köcheln lassen und dabei regelmäßig rühren, dann 5 Liter heißes Wasser hinzufügen, in dem 1 Tasse Salz aufgelöst ist. Mit einem kalten Messer prüfen, ob die Mischung verseift ist (fadenziehend und klar).
oder
0,5 kg Pottasche in 2 Litern kaltem Wasser auflösen. Erhitzen und 2,5 kg geschmolzenes Fett unter ständigem Rühren hinzufügen. 24 Stunden stehen lassen und 5 Liter kochendes Wasser hinzugeben. Bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren kochen, bis es verseift ist.
Arbeitsparende Seife 0,5 kg Sodalaugen und 1 kg gelbe Stückseife (in dünne Scheiben geschnitten) in 12 Litern Wasser auflösen. 2 Stunden kochen und dann abseihen. Kleidung, die über Nacht in einer Lösung dieser Seife eingeweicht wurde, muss nicht mehr gerubbelt werden. Einfach ausspülen und sie sind sauber und weiß.
Englische Stückseife 5 Liter weiches Wasser, 0,5 kg gemahlener (oder landwirtschaftlicher) Kalk, 1,75 kg Sodalaugen, 30 g Borax, 1 kg Talg, 0,7 kg pulverisiertes Kolophonium und 14 g Bienenwachs verwenden. Zuerst das Wasser zum Kochen bringen, dann nach und nach Kalk und Soda unter kräftigem Rühren hinzufügen. Den Borax hinzugeben, kochen und rühren, bis er sich auflöst. Den geschmolzenen Talg in dünnem Strahl einlaufen lassen und ständig rühren. Kolophonium und Bienenwachs hinzufügen und weiterkochen und rühren, bis die Masse dick wird. In Formen abkühlen lassen.
Durchsichtige Seife Jede gute weiße Seife kann durchsichtig gemacht werden, indem man sie in Späne schneidet, einen Teil Alkohol auf zwei Teile Seife gibt und die Mischung an einem warmen Ort stehen lässt, bis die Seife sich aufgelöst hat. Nach Wunsch parfümieren.
oder
0,6 kg gute harte gelbe Seife in Späne schneiden und 0,5 Liter Alkohol hinzufügen. Im Wasserbad bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis sie sich aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und 30 g Essenz hinzufügen, um einen angenehmen Duft zu geben.
Bouquet-Seife 14 kg Talgseife in Späne schneiden und in 2 Tassen Wasser schmelzen. Wenn sie abgekühlt ist, 14 g Bergamott-Essenz, 30 g Nelkenöl, 30 g Sassafrasöl und 30 g Thymianöl hinzufügen. In Formen gießen.
Zimt-Seife 23 kg Talgseife in Späne schneiden und bei schwacher Hitze in 1,2 Litern Wasser schmelzen. Abkühlen lassen und 200 g Zimtol sowie je 30 g Sassafras- und Bergamott-Essenz hinzufügen. Gut mischen und 0,5 kg fein pulverisierten gelben Ocker hinzufügen. Gut vermengen und in Formen gießen.
Citron-Seife 180 g Seifenspäne mit 300 g Citronen-Attar, 15 g Zitronenöl, 120 g Bergamott-Attar und 60 g Zitronen-Attar mischen.
Medizinische Seifen
Campher-Seife 0,5 kg harte weiße Seife in 1 Tasse kochendem Wasser auflösen. Bei schwacher Hitze weiterkochen, bis die Seife die Konsistenz von Butter hat. 180 g Olivenöl, gemischt mit 30 g campherhaltigem Öl, hinzufügen. Vom Herd nehmen und schlagen, bis eine Emulsion entsteht. Diese Seife kann zum Reinigen von Schnitten und Kratzern verwendet werden.
Schwefel-Seife 60 g weiche Seife in Späne schneiden und 8 g Schwefelblüte hinzufügen. Nach Wunsch parfümieren und färben. Die Zutaten gründlich in einer irdenen Schüssel vermischen.
Jod-Seife 0,5 kg weiße, fein geschnittene Seife in 90 g destilliertem Wasser oder Rosenwasser auflösen. 30 g Jodtinktur hinzufügen. Im Wasserbad schmelzen und unter Rühren mischen.
Weitere Rezepte für weiche Seife (Kaltverfahren)
Mischen Sie 4 kg geschmolzenes Fett mit 16 Litern starker Laugenlauge in einem Kessel. Zum Kochen bringen, in das Seifenfass gießen und mit schwacher Laugenlauge verdünnen. Das Fass an einem warmen Ort aufstellen. Die Seife sollte in wenigen Wochen gebrauchsfertig sein.
oder
5 kg klares geschmolzenes Fett, 3 kg Sodalaugen und 40 Liter heißes Wasser im Seifenfass mischen. Einmal täglich rühren und die Mischung stehen lassen, bis sie vollständig verseift ist.
oder
4 kg Fett in einem Kessel schmelzen und zum Kochen bringen. In einem anderen Kessel 4 kg Ätznatron und 0,5 kg Soda in 20 Litern weichem Wasser mischen. Alle Zutaten zusammen in ein 200-Liter-Fass gießen und mit weichem Wasser auffüllen. Täglich 3 Tage lang rühren und dann stehen lassen, bis die Mischung verseift ist.
oder
3 kg Pottasche, 2 kg Schweineschmalz und 0,2 kg pulverisiertes Kolophonium mischen und eine Woche stehen lassen. Dann in einem Kessel mit 10–15 Litern Wasser schmelzen. Die Mischung in ein 50-Liter-Fass gießen und mit weichem Wasser auffüllen. Zwei- bis dreimal täglich zwei Wochen lang rühren.
oder
0,3 kg Soda und 0,5 kg braune Seifenspäne in einen Kessel geben. 12 Liter kaltes Wasser hinzufügen, bei schwacher Hitze schmelzen und rühren, bis alles aufgelöst ist. Sobald sie abgekühlt ist, ist sie gebrauchsfertig.
