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Aktuelle Version vom 4. Mai 2026, 17:06 Uhr
Inhaltsverzeichnis
Waschmittel
Der kleine Alchemist basische Waschmittel ├─ Natron ├─ Waschsoda └─ Flüssige Soda └─ Kalilauge aus Holzasche └─ Seife sieden mit Kalilauge └─ Glycerin
Waschsoda
Waschsoda (Natriumcarbonat, Na₂CO₃), auch bekannt als Reine Soda, Kristallsoda oder calciniertes Soda, ist ein Natriumsalz der Kohlensäure. Es ist ein stark basisches, weißes Pulver und wird vor allem als Reinigungsmittel und Wasserenthärter eingesetzt. Es ist nicht mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) zu verwechseln.
Eigenschaften
Waschsoda ist ein stark alkalisches Salz mit einem pH-Wert von etwa 11,5 in wässriger Lösung. Es ist deutlich basischer als Natron und wirkt daher entfettend, reinigend und wasserenthärtend. Es bindet Calcium- und Magnesiumionen im Wasser, die für Wasserhärte verantwortlich sind. Dadurch erhöht es die Waschkraft von Seifen erheblich. Waschsoda ist nicht brennbar und zersetzt sich erst bei Temperaturen über 851 °C.
Historische Verwendung
Natürlich vorkommendes Natriumcarbonat wurde bereits in der Antike genutzt. Die Ägypter gewannen es als Trona aus ausgetrockneten Salzseen und verwendeten es zur Glasherstellung, Mumifizierung und Körperreinigung. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurde Soda durch das Verbrennen von Meeres- und Strandpflanzen gewonnen. Diese sogenannte „Pflanzenasche“ oder „Barilla-Soda“ stammte hauptsächlich aus Spanien und war ein wichtiger Handelsartikel.
1791 entwickelte Nicolas Leblanc das erste industrielle Verfahren zur Sodaherstellung aus Kochsalz, Schwefelsäure, Kalkstein und Kohle. Dieses Leblanc-Verfahren machte Soda im 19. Jahrhundert erstmals in großen Mengen verfügbar und war eine Grundlage für die industrielle Revolution. Ab 1865 wurde es durch das effizientere und umweltfreundlichere Solvay-Verfahren abgelöst, das bis heute angewendet wird.
Anwendungen im Haushalt
| Bereich | Anwendung | Dosierung / Hinweis |
|---|---|---|
| Wäsche | Wasserenthärter, Waschkraftverstärker | 1-2 EL pro Waschgang zum Waschmittel geben. Nicht für Wolle, Seide oder Feinwäsche. |
| Reinigung | Eingebranntes lösen, Fettlöser | 2 EL in 5 L heißem Wasser auflösen. Für Backöfen, Dunstabzugshauben, Fliesen. |
| Abfluss | Verstopfungen lösen | 3 EL Soda in den Abfluss geben, mit 1 L kochendem Wasser nachspülen. Stärker als Natron. |
| Garten | Moos- und Algenentferner | 1 EL pro Liter Wasser. Auf Steinplatten sprühen, einwirken lassen, abbürsten. |
| Einweichen | Stark verschmutzte Arbeitskleidung | 3 EL in 10 L heißem Wasser auflösen. Textilien über Nacht einweichen. |
Abgrenzung zu Natron
Waschsoda und Natron werden häufig verwechselt, unterscheiden sich aber wesentlich:
| Merkmal | Waschsoda (Na₂CO₃) | Natron (NaHCO₃) |
|---|---|---|
| Chemische Stärke | Stark basisch, pH ~11,5 | Schwach basisch, pH ~8,5 |
| Hauptanwendung | Reinigen, Entfetten, Enthärten | Backen, Gerüche binden, Körperpflege |
| Verträglichkeit | Reizend für Haut und Schleimhäute | Lebensmittelecht, ungiftig |
| Verzehr | Nicht geeignet, gesundheitsschädlich | Geeignet als Lebensmittelzusatz E 500 |
| Für Wolle/Seide | Nein, zerstört Eiweißfasern | Ja, bedingt geeignet |
Sicherheitshinweise
Waschsoda ist als reizend eingestuft. Es verursacht schwere Augenreizung und kann die Haut austrocknen. Bei der Anwendung sollten Handschuhe getragen werden. Staub nicht einatmen. Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Nicht mit Säuren mischen, da eine heftige Reaktion unter CO₂-Freisetzung erfolgt. Waschsoda darf nicht mit Aluminium, da es das Metall angreift und schwarz verfärbt.
Literatur
- Krätz, Otto: 7000 Jahre Chemie, Callwey 1990
- Uekötter, Frank: Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Oldenbourg 2007
