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'''Holzasche''' ist der mineralische Rückstand, der bei der vollständigen Verbrennung von naturbelassenem Holz entsteht. Sie wurde historisch als Rohstoff für Kaliumverbindungen genutzt und spielt heute in der Selbstversorgung als Dünger, Rohstoff für Seife und Reinigungsmittel eine Rolle. | '''Holzasche''' ist der mineralische Rückstand, der bei der vollständigen Verbrennung von naturbelassenem Holz entsteht. Sie wurde historisch als Rohstoff für Kaliumverbindungen genutzt und spielt heute in der Selbstversorgung als Dünger, Rohstoff für Seife und Reinigungsmittel eine Rolle. | ||
Aktuelle Version vom 22. April 2026, 17:27 Uhr
Inhaltsverzeichnis
Herstellen
Der kleine Alchemist └─ Holzasche ├─ Kalilauge aus Holzasche └─ Seife sieden mit Kalilauge
Holzasche
Holzasche ist der mineralische Rückstand, der bei der vollständigen Verbrennung von naturbelassenem Holz entsteht. Sie wurde historisch als Rohstoff für Kaliumverbindungen genutzt und spielt heute in der Selbstversorgung als Dünger, Rohstoff für Seife und Reinigungsmittel eine Rolle.
Geschichte
Die Nutzung von Holzasche ist seit der Antike belegt. Durch Auslaugen von Asche mit Wasser und anschließendes Eindampfen der Lauge in eisernen Töpfen, sogenannten „Potten“, gewann man Pottasche – chemisch Kaliumcarbonat.<ref name="alleantworten1">Woher kommt pottasche? - AlleAntworten.de</ref> Dieses Verfahren gab dem Element Kalium seinen englischen Namen Potassium, den Sir Humphry Davy 1807 nach der Isolierung aus Pottasche prägte.
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war der Beruf des Aschenbrenners verbreitet. In waldreichen Gebieten wurde Pottasche im großen Stil hergestellt und exportiert. Besonders Nordamerika war im 18. und 19. Jahrhundert ein Hauptlieferant für Europa, da durch großflächige Rodungen enorme Mengen Holzasche anfielen. Pottasche war Grundstoff für die Glas-, Seifen-, Textil- und Schießpulverherstellung.
Mit der Erschließung der Kalisalzlagerstätten in Staßfurt ab 1861 und dem Beginn der industriellen Chemie verlor die Holzasche als Kaliumquelle wirtschaftlich an Bedeutung.
Eigenschaften & Inhaltsstoffe
Holzasche besteht hauptsächlich aus Oxiden und Carbonaten. Die Zusammensetzung schwankt stark je nach Holzart, Rindeanteil, Verbrennungstemperatur und Boden des Wuchsortes.
| Bestandteil | Anteil Hartholz | Anteil Weichholz | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Calcium (CaO) | 30–50 % | 25–40 % | Hebt pH-Wert, Kalkdünger |
| Kalium (K₂O) | 10–30 % | 5–15 % | Hauptnährstoff, „Pottasche“ |
| Magnesium (MgO) | 2–6 % | 2–5 % | Blattgrün-Baustein |
| Phosphor (P₂O₅) | 2–8 % | 1–4 % | Wurzel- und Blütenbildung |
| pH-Wert | 10–13 | 10–13 | Stark basisch |
Faustregel: 1 kg Holzasche hat etwa die pH-Wirkung von 300 g Branntkalk. Harthölzer wie Buche oder Eiche liefern kaliumreichere Asche als Nadelhölzer.
Anwendungen (Beispiele)
Dünger
Holzasche ist ein Kalium-Kalk-Dünger für stark zehrende Pflanzen wie Kohl, Tomaten oder Beerensträucher.
Dosierung:
Max. 30–50 g/m² pro Jahr auf leichten Böden, max. 100 g/m² auf schweren Böden. Nicht geeignet für Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Heidelbeeren sowie für Kartoffeln. Immer leicht einarbeiten und nicht auf nasse Blätter stäuben.
Seifenherstellung
Durch Auslaugen von Asche mit Regenwasser entsteht Kalilauge. Diese Lauge ist die Basis für Schmierseife.
Grundrezept:
1 Teil Asche mit 2 Teilen Wasser 24 h stehen lassen, abseihen. Die Konzentration muss mit einem Ei-Test geprüft werden: Schwimmt ein frisches Ei und schaut ca. 1-Euro-Stück groß heraus, ist die Lauge stark genug.
Weitere Nutzung
- Schädlingsabwehr: Trockener Aschering um Pflanzen gegen Schnecken
- Streumittel: Bei Glatteis, wirkt abstumpfend und leicht auftauend
- Reinigungsmittel: Feuchte Asche als Scheuermittel für Eingebranntes in Gusseisen oder Ofenglas
- Kompost: In dünnen Schichten zur Strukturverbesserung und pH-Pufferung
Holzasche-Mörtel
Einfacher Holzasche-Sand-Mörtel (experimentell)
Zutaten:
- 1 Teil feine Holzasche (gesiebt, ohne Kohlereste)
- 2–3 Teile Sand (möglichst scharf/kantig)
- Wasser (nach Bedarf)
Herstellung:
- Holzasche sorgfältig sieben, sodass nur feines Pulver übrig bleibt.
- Mit dem Sand trocken vermischen.
- Nach und nach Wasser zugeben, bis eine erdfeuchte bis leicht plastische Masse entsteht.
- Sofort verarbeiten.
Eigenschaften:
- Geringe Festigkeit
- Nicht dauerhaft witterungsbeständig
- Nur für einfache, nicht tragende Anwendungen geeignet
Verbesserter Mörtel mit Kalk: Um einen zuverlässigeren Mörtel zu erzeugen, kann Holzasche einem Kalkmörtel beigemischt werden.
Zutaten:
- 1 Teil Kalkhydrat (Baukalk)
- 2–3 Teile Sand
- 0,25–0,5 Teile feine Holzasche
- Wasser
Herstellung:
- Kalkhydrat und Sand trocken mischen.
- Holzasche untermengen.
- Wasser zugeben und zu einer geschmeidigen Mörtelmasse verrühren.
- Wie normalen Kalkmörtel verarbeiten.
Vorteile:
- Höhere Festigkeit
- Bessere Witterungsbeständigkeit
- Gleichmäßigere Materialeigenschaften
Hinweise:
- Nur unbehandelte Holzasche verwenden.
- Schutzkleidung tragen (alkalisch).
- Nicht für tragende Konstruktionen einsetzen.
Risiken & Grenzen
Warnung: Nur Asche aus naturbelassenem, unbehandeltem Holz verwenden.
Asche aus folgenden Materialien ist Sondermüll und darf nicht verwertet werden:
- Lackiertes, lasiertes oder imprägniertes Holz
- Spanplatten, OSB-Platten, Sperrholz – enthalten Leime und Bindemittel
- Altholz von Baustellen, Möbeln, Paletten – Risiko von Holzschutzmitteln
- Bedrucktes Papier, Kartonagen
Diese Aschen können Schwermetalle wie Blei, Chrom, Arsen sowie Dioxine enthalten.<ref name="alleantworten2">Pottasche (chemisch: Kaliumcarbonat) entstand früher...</ref> Eine Unterscheidung mit bloßem Auge ist nicht möglich. Weitere Risiken:
- Überdüngung: Zu viel Asche führt zu Bodenversalzung, blockiert die Aufnahme von Spurenelementen und schädigt das Bodenleben durch pH-Schock.
- Brandgefahr: Asche kann bis zu 3 Tage Glutnester enthalten. Nur in Metallbehältern mit Deckel auskühlen lassen, niemals in Kunststoff oder auf den Kompost kippen.
Herstellung & Qualität
Die Qualität der Asche wird im Ofen bestimmt:
- Nur trockenes, abgelagertes Scheitholz aus bekannten Quellen verwenden. Rinde enthält die meisten Mineralien.
- Auf vollständige Verbrennung bei hoher Temperatur achten. Schwarze Stücke oder Holzkohlereste deuten auf unvollständige Verbrennung und mögliche Schadstoffe hin.
- Kaminzug sicherstellen. Sauerstoffmangel erhöht die Bildung von Schadstoffen.
- Asche erst entnehmen, wenn sie vollständig kalt ist. Mit Wasser ablöschen nur im Freien wegen Dampfbildung.
Quellen
alleantworten.de