Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Watercone''' (auch Watercone®) ist ein patentiertes, passives '''Solar-Destillationsgerät''' (Solar Still), das Brackwasser, Salzwasser oder verschmutztes Wasser durch reine Sonneneinstrahlung in destilliertes Trinkwasser umwandelt. Es wurde Anfang der 2000er Jahre entwickelt und gilt als eine der einfachsten und transportabelsten Lösungen für dezentrale Trinkwassergewinnung in wasserarmen Regionen, Katastrophengebieten, Booten oder autarken Off-Grid-Setups.
 
Der '''Watercone''' (auch Watercone®) ist ein patentiertes, passives '''Solar-Destillationsgerät''' (Solar Still), das Brackwasser, Salzwasser oder verschmutztes Wasser durch reine Sonneneinstrahlung in destilliertes Trinkwasser umwandelt. Es wurde Anfang der 2000er Jahre entwickelt und gilt als eine der einfachsten und transportabelsten Lösungen für dezentrale Trinkwassergewinnung in wasserarmen Regionen, Katastrophengebieten, Booten oder autarken Off-Grid-Setups.
  
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* GEO Magazin (2012): „Meerwasserentsalzung: Meer – Salz = Hoffnung“
 
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* TechXLab / verschiedene Survival- und Permakultur-Foren
 
* TechXLab / verschiedene Survival- und Permakultur-Foren
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== Warum hat sich der Watercone nicht durchgesetzt? ==
 
== Warum hat sich der Watercone nicht durchgesetzt? ==
  

Aktuelle Version vom 11. März 2026, 16:35 Uhr

Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät

Siehe auch

AutarkWiki Portalseite: Wasser
├─ Destillation
├─ Wasserdestillation
├─ Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät
├─ Wie man Wasser mit Solardestillation reinigt
└─ Sponsoring von Wasserentsalzungsprojekten durch Firmen

Watercone – Konisches Solar-Destillationsgerät (Solar Still)

Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät

Der Watercone (auch Watercone®) ist ein patentiertes, passives Solar-Destillationsgerät (Solar Still), das Brackwasser, Salzwasser oder verschmutztes Wasser durch reine Sonneneinstrahlung in destilliertes Trinkwasser umwandelt. Es wurde Anfang der 2000er Jahre entwickelt und gilt als eine der einfachsten und transportabelsten Lösungen für dezentrale Trinkwassergewinnung in wasserarmen Regionen, Katastrophengebieten, Booten oder autarken Off-Grid-Setups.

Das Gerät hat die Form eines transparenten, konischen Trichters, der an ein Verkehrshütchen erinnert, mit einem nach innen gekrempelten/gefalteten ringförmigen Sammelrand am unteren Ende, in dem das Kondenswasser aufgefangen wird.

Geschichte und Hintergrund des Erfinders

Der Erfinder ist der deutsche Industriedesigner Stephan Augustin (geboren um 1968, Stand 2026 ca. 58 Jahre alt). Augustin war hauptberuflich als Designer bei BMW tätig und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit „ethischen Herausforderungen“ und einfachen Lösungen für globale Probleme.

Die Idee entstand Ende der 1990er Jahre während eines Urlaubs auf den Kanarischen Inseln. Augustin beobachtete dort die extreme Wasserknappheit, die hohen Kosten für Entsalzungsanlagen und die Abhängigkeit von teuren, energieintensiven Systemen. Er stellte sich die Frage, warum es keine einfache, dezentrale, stromlose und günstige Lösung für Einzelpersonen, Familien oder kleine Gruppen gibt.

Nach seiner Rückkehr nach München begann er in seiner Freizeit mit ersten Skizzen, thermodynamischen Berechnungen, Prototypen und Tests. Es dauerte mehrere Jahre intensiver Entwicklungsarbeit, bis der erste funktionsfähige Watercone entstand. Das Gerät wurde weltweit patentiert (Patentanmeldung ca. 2001–2002) und erstmals 2002/2003 öffentlich vorgestellt.

Augustin gründete später die Augustin Produktentwicklung und arbeitete mit Partnern wie Zeltec Engineering GmbH und ab 2008 mit MAGE Water Management GmbH zusammen, die Produktion und Vertrieb lizenzierten.

Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät

Das Design gewann mehrere renommierte internationale Preise, darunter:

  • iF Design Award (einer der weltweit wichtigsten Designpreise)
  • IDEA Award 2003 der Industrial Designers Society of America (IDSA)
  • Kyoto World Water Grand Prize (2009 in Istanbul)
  • National Energy Globe Award (2008 in Brüssel)

Das Gerät wurde in renommierten Sammlungen (z. B. MoMA New York) ausgestellt und in Medien wie GEO, Stern und internationalen Design-Magazinen als brillantes Beispiel für „back to basics“-Problemlösung gefeiert.

Offizielle Webseite

Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät

Die ursprüngliche und bis heute referenzierte Webseite ist:

Stand März 2026 ist die Seite jedoch nur noch teilweise aktiv oder archiviert (oft nur Produkt- und Kontaktseiten erreichbar). Für aktuelle Informationen, Preise oder Verfügbarkeit wird empfohlen, den Erfinder oder Lizenznehmer direkt zu kontaktieren:

  • E-Mail: stephan@augustin.net
  • oder MAGE Water Management GmbH (Lizenznehmer seit 2008)

Aufbau & Funktionsweise

Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät
  • Material: Transparentes, UV-beständiges Polycarbonat (Makrolon), schwarz eingefärbte Bodenpfanne (aus recyceltem Material).
  • Maße: Ca. 80 cm Durchmesser unten, Höhe ca. 30 cm, sehr leicht und tragbar.
  • Funktionsprinzip:
 # Das Gerät über eine flache Pfütze Brack-/Salzwasser, feuchten Boden oder eine schwarze Pfanne stellen.
 # Sonne erwärmt das Wasser → Verdunstung.
 # Wasserdampf steigt auf und kondensiert an der kühleren Innenseite des Kegels.
 # Tropfen laufen an der Innenwand nach unten und sammeln sich im ringförmigen, nach innen gekrempelten Sammelrinnen am unteren Rand.
 # Zum Entleeren: Gerät umdrehen, Schraubverschluss an der Spitze öffnen → destilliertes Wasser ausgießen.

Kein Strom, keine beweglichen Teile, keine Membranen oder Filter, die gewechselt werden müssen.

Leistung

  • Durchschnittliche Ausbeute: 1–1,4 Liter pro Tag und Einheit (bei 8–10 Stunden direkter Sonne, 30–35 °C, brackigem Wasser).
  • Theoretische Basis: Verdunstungsrate von ca. 8–9 Litern/m²/Tag unter optimalen Bedingungen.
  • Effizienz: 40–60 % der eingestrahlten Solarenergie wird in Trinkwasser umgewandelt (höher als bei vielen flachen Solar Stills).

Vorteile

  • Extrem einfach, wartungsfrei und robust (Lebensdauer 3–5 Jahre, auch bei Trübung noch als Regenfänger nutzbar).
  • Leicht, stapelbar und transportabel (ideal für Rucksack, Boot, Notfallkit, Katastrophenhilfe).
  • Entfernt Salze, Bakterien, Viren, Schwermetalle und organische Schadstoffe durch reine Destillation.
  • Günstig in der Massenproduktion (geplante Stückpreise unter 20 €).
  • Keine Chemikalien oder Energie nötig.

Risiken & Nachteile

Watercone Konisches Solar-Destillationsgerät
  • Niedrige Tagesausbeute → für eine Familie mehrere Einheiten nötig.
  • Nur bei direkter Sonne effektiv (Wolken, Nacht, Winter: fast null Ausbeute).
  • Destillat ist mineralarm → langfristig remineralisieren (z. B. Spur Meersalz, Mineralstein oder Mischung mit normalem Wasser).
  • Keine Massenproduktion / begrenzte Verfügbarkeit (Stand 2026 nur vereinzelt erhältlich).
  • Außenseite kann verschmutzen (Staub, Vogelkot) → Kondensat verunreinigen → regelmäßig abwischen.
  • Psychologischer Faktor: Reines Destillat schmeckt „flach“.

Wiederverwendung & Ergänzungen

  • Kombinierbar mit Grauwasser-Verdunstung (z. B. Grauwasser in flache Pfanne unter dem Cone stellen).
  • DIY-Nachbau möglich mit transparenter Folie, Polycarbonat-Platten oder 3D-Druck (Formen frei verfügbar in Foren).
  • Für höhere Ausbeute: Mehrere Cones nebeneinander oder größere konische/hemisphärische Varianten.

Quellen

Warum hat sich der Watercone nicht durchgesetzt?

Der Watercone hat trotz seiner genialen Einfachheit, mehrerer internationaler Design-Preise und positiver medialer Aufmerksamkeit in den frühen 2000er Jahren nicht breit durchgesetzt und ist bis heute (Stand 2026) kein Massenprodukt geworden.

Obwohl das Konzept technisch funktioniert, patentiert ist, preisgekrönt wurde und in Fachkreisen als „verkanntes Juwel“ gilt, blieb es bei Prototypen, kleinen Serien und Nischenanwendungen. Die Gründe dafür sind eine klassische Kombination aus technischen, wirtschaftlichen, marktbezogenen und praktischen Hürden – wie sie viele ähnliche dezentrale, low-tech Wasserlösungen treffen.

1. Zu niedrige tägliche Ausbeute für den realen Bedarf

  • 1–1,4 Liter pro Tag und Einheit bei optimalem Sonnenschein klingen in der Theorie nett, reichen aber in der Praxis für niemanden aus:
    • Eine Person braucht mindestens 2–3 Liter Trinkwasser pro Tag (plus Kochen und Hygiene).
    • Eine kleine Familie (4–5 Personen) bräuchte 10–20 Einheiten gleichzeitig – das wird schnell unhandlich, teuer und platzintensiv.
  • Viele Nutzer in wasserarmen Regionen brauchen sofort und zuverlässig größere Mengen. Der Watercone ist eher eine Notfall- oder Ergänzungslösung, kein Ersatz für Brunnen, Regenwasserspeicher oder kommunale Versorgung.

2. Starke Abhängigkeit von optimalen Bedingungen

  • Funktioniert nur bei direkter, intensiver Sonne (mindestens 6–8 Stunden klarer Himmel, Temperaturen >25–30 °C).
  • Bei Bewölkung, Regen, Staubstürmen, Winter oder in höheren Breitengraden → Ausbeute nahe null.
  • In vielen Zielregionen (z. B. Subsahara-Afrika, Teile Indiens, Naher Osten) gibt es zwar viel Sonne, aber auch Saisonen mit Monsun, Staub oder Bewölkung – die Zuverlässigkeit sinkt dramatisch.
  • Vergleich: Flache Solar Stills oder moderne Membran-Entsalzer (RO mit Solar-Pumpen) sind wetterunabhängiger oder skalierbarer.

3. Wirtschaftliche und Produktions-Hürden

  • Keine Massenproduktion gelungen: Trotz geplanter Stückpreise unter 20 € kam es nie zu Skaleneffekten.
    • Hohe Anfangsinvestitionen für Formenwerkzeuge (Polycarbonat-Spritzguss).
    • Lizenz- und Vertriebsstrukturen (MAGE Water, Zeltec) haben nicht funktioniert.
    • Kein großer Investor oder NGO hat es großflächig subventioniert/verteilt (im Gegensatz zu LifeStraw, Sawyer-Filtern oder Solar-Laternen).
  • Marktfragmentierung: Zielgruppen (Entwicklungshilfe, Survival, Boote, Katastrophen-NGOs) sind klein und schwer zu erreichen. Es fehlt ein „Consumer-Markt“ wie bei tragbaren Solar-Ladegeräten.

4. Konkurrenz durch bessere Alternativen

  • Regenwassersammlung + einfache Filter/UV ist in vielen Regionen einfacher und ergiebiger.
  • Moderne Solar-RO-Anlagen (kleine, batteriebetriebene) oder Membran-Entsalzer liefern mehr Wasser und sind wetterunabhängiger (wenn Solarstrom da ist).
  • Große zentrale Entsalzungsanlagen (Reverse Osmosis mit Solar) sind seit 2010–2020 massiv günstiger geworden und decken ganze Dörfer/Städte.
  • Low-Tech-Konkurrenz: Einfache flache Solar Stills (aus Glas/Folie) sind billiger herzustellen (DIY für <5 €) und skalierbar (ganze Felder damit).

5. Psychologische und kulturelle Barrieren

  • Yuck-Faktor bei destilliertem Wasser („schmeckt tot“, mineralarm) → viele bevorzugen Brunnen- oder Regenwasser, auch wenn es riskanter ist.
  • Akzeptanz in Communities: In vielen Kulturen wird Wasser aus „künstlicher“ Herstellung skeptisch gesehen; traditionelle Brunnen oder Regen haben höheren Status.

6. Aktueller Status (Stand März 2026)

  • Die Webseite watercone.com ist weitgehend inaktiv/archiviert.
  • Es gibt vereinzelte Restbestände oder Second-Hand-Geräte, aber keine aktive Produktion/Vertrieb mehr.
  • Stephan Augustin scheint sich wieder auf andere Design-Projekte konzentriert zu haben (keine neuen Updates seit ca. 2010–2015).
  • In der Survival-/Permakultur-Szene wird es gelegentlich als „verkanntes Juwel“ erwähnt, aber nie als Mainstream-Lösung.

Fazit für autarke Nutzer

Der Watercone war und ist eine brillante Proof-of-Concept-Idee – elegant, patentiert, preisgekrönt und funktional. Aber genau die Eigenschaften, die ihn genial machen (einfach, passiv, low-tech), machen ihn auch nicht skalierbar und nicht zuverlässig genug für den Massenmarkt oder den täglichen Bedarf.

Er bleibt eine tolle Nischenlösung:

  • Für Boote/Yachten (kleine Mengen Brackwasser-Entsalzung)
  • Als Notfall- oder Bug-Out-Bag-Add-on
  • Für Experimente/DIY-Nachbauten

Wenn du größere Mengen brauchst, sind Regenwassersammlung + Filter/UV, Brunnen oder kleine Solar-RO-Systeme meist die praktischere Wahl.