Wasser – Grundlagen, Eigenschaften und Qualitätsstufen: Unterschied zwischen den Versionen

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   Durch Polarität und Wasserstoffbrücken löst Wasser ionische Verbindungen (Salze, Säuren, Basen) und viele polare Moleküle extrem gut. Es transportiert Nährstoffe im Blut, löst Mineralien aus Gestein (Grundwasserbildung), trägt Schadstoffe – aber auch Medikamente. Nur unpolare Stoffe (Öle, Fette) lösen sich schlecht → daher „Öl und Wasser“ als Metapher für Unverträglichkeit.
 
   Durch Polarität und Wasserstoffbrücken löst Wasser ionische Verbindungen (Salze, Säuren, Basen) und viele polare Moleküle extrem gut. Es transportiert Nährstoffe im Blut, löst Mineralien aus Gestein (Grundwasserbildung), trägt Schadstoffe – aber auch Medikamente. Nur unpolare Stoffe (Öle, Fette) lösen sich schlecht → daher „Öl und Wasser“ als Metapher für Unverträglichkeit.
  
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In autarken und Prepper-Kontexten ist es entscheidend zu wissen, welches Wasser man trinken kann, filtern, aufbereiten oder nur als Brauchwasser nutzen darf.
 
In autarken und Prepper-Kontexten ist es entscheidend zu wissen, welches Wasser man trinken kann, filtern, aufbereiten oder nur als Brauchwasser nutzen darf.
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   Durch Verdampfen und Kondensieren gereinigt – frei von Salzen, Bakterien, Organik. Sehr mineralarm. Gut für Notfall-Aufbereitung (z. B. Solar Still), langfristig ungeeignet als Trinkwasser.
  
 
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   Nicht trinkbar, aber nutzbar für Waschen, Spülen, Bewässerung, Toilettenspülung. Oft [[Regenwasser]], aufbereitetes [[Grauwasser]] oder Oberflächenwasser.
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   Nicht trinkbar, aber nutzbar für Waschen, Spülen, Bewässerung, Toilettenspülung. Oft Regenwasser, aufbereitetes Grauwasser oder Oberflächenwasser.
  
 
* '''Brackwasser'''   
 
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   Salzgehalt 0,5–30 g/L (Mündungsgebiete, Lagunen). Muss entsalzt werden ([[Umkehrosmose]], Destillation).
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   Salzgehalt 0,5–30 g/L (Mündungsgebiete, Lagunen). Muss entsalzt werden (Umkehrosmose, Destillation).
  
 
* '''Salzwasser / Meerwasser'''   
 
* '''Salzwasser / Meerwasser'''   

Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 16:57 Uhr

Wassertropfen.jpg

Wasser – Grundlagen, Eigenschaften und Qualitätsstufen

Wasser ist nicht nur „nass“, sondern eine der außergewöhnlichsten Substanzen der Natur. Chemisch H₂O, physikalisch einzigartig und für alles Leben auf der Erde unverzichtbar.

Siehe:

Wasser – Grundlagen, Eigenschaften und Qualitätsstufen
Wasserkreislauf – Warum Wasser nie wirklich „ausgeht“
Prüfen von Wasserqualität – einfache Methoden

Chemische und physikalische Grundlagen

  • Chemische Formel: H₂O – zwei Wasserstoffatome und ein Sauerstoffatom, kovalent gebunden.
  • Molekülstruktur: Das Molekül ist polar (Sauerstoff zieht Elektronen stärker an → leichte negative Ladung am O-Atom, positive an den H-Atomen). Dadurch entstehen starke Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Molekülen.
  • Wichtigste physikalische Eigenschaften:
    • Sehr hohe spezifische Wärmekapazität → puffert Temperaturschwankungen (Ozeane als globaler Wärmespeicher, menschlicher Körper als Temperaturregler)
    • Hohe Verdampfungsenthalpie → starke Kühlwirkung beim Verdunsten (Schwitzen)
    • Dichteanomalie: Eis ist leichter als flüssiges Wasser → Eis schwimmt, Gewässer frieren von oben zu (Lebensrettend für Fische im Winter)
    • Sehr hohe Oberflächenspannung → Kapillarwirkung (Wasser steigt in Pflanzenrohren hoch)
  • Universelles Lösungsmittel (Super-Lösungsmittel):
 Durch Polarität und Wasserstoffbrücken löst Wasser ionische Verbindungen (Salze, Säuren, Basen) und viele polare Moleküle extrem gut. Es transportiert Nährstoffe im Blut, löst Mineralien aus Gestein (Grundwasserbildung), trägt Schadstoffe – aber auch Medikamente. Nur unpolare Stoffe (Öle, Fette) lösen sich schlecht → daher „Öl und Wasser“ als Metapher für Unverträglichkeit.

Wasserqualitätsstufen & Begriffe (von rein bis schmutzig)

In autarken und Prepper-Kontexten ist es entscheidend zu wissen, welches Wasser man trinken kann, filtern, aufbereiten oder nur als Brauchwasser nutzen darf.

  • Hochreines Wasser / Reinstwasser / Ultrapures Water
 Leitfähigkeit < 0,055 µS/cm, fast keine Ionen/Mineralien mehr (Mehrfachdestillation + Ionenaustauscher). Für Labore, Akkus, Medizin – nicht zum Trinken geeignet (Mineralmangel, laugt den Körper aus).
  • Destilliertes Wasser
 Durch Verdampfen und Kondensieren gereinigt – frei von Salzen, Bakterien, Organik. Sehr mineralarm. Gut für Notfall-Aufbereitung (z. B. Solar Still), langfristig ungeeignet als Trinkwasser.
  • Mineralstoffarmes Wasser
 Mineralgehalt < 50 mg/L. Oft Osmosewasser oder stark gefiltert. Ähnlich wie destilliert – nur kurzfristig zum Trinken.
  • Optimales Trinkwasser (nach WHO/DVGW)
 pH 6,5–9,5, Leitfähigkeit 100–1.000 µS/cm, Mineralien 50–500 mg/L (Calcium, Magnesium wichtig), keine Schadstoffe/Bakterien. Typisches gutes Leitungswasser in Deutschland.
  • Natürliches Mineralwasser
 Aus geschützter unterirdischer Quelle, ursprüngliche Reinheit, natürlicher Mineralgehalt (oft > 250 mg/L), direkt an der Quelle abgefüllt.
  • Brauchwasser / Betriebswasser
 Nicht trinkbar, aber nutzbar für Waschen, Spülen, Bewässerung, Toilettenspülung. Oft Regenwasser, aufbereitetes Grauwasser oder Oberflächenwasser.
  • Brackwasser
 Salzgehalt 0,5–30 g/L (Mündungsgebiete, Lagunen). Muss entsalzt werden (Umkehrosmose, Destillation).
  • Salzwasser / Meerwasser
 ~35 g/L Salz (hauptsächlich NaCl). Nur nach Entsalzung nutzbar.
  • Konzentriertes Salzwasser (Sole)
 > 50 g/L Salz (Salzseen, Solequellen). Für Konservierung, Tafelwasser-Anreicherung.
  • Grauwasser
 Leicht verschmutztes Abwasser aus Dusche, Waschmaschine, Waschbecken (ohne Fäkalien). Mit Filtern/Pflanzenkläranlagen zu Brauchwasser aufbereitbar.
  • Schmutzwasser / Schwarzwasser
 Fäkalienhaltig (Toilette) – stark verschmutzt, pathogen. Nur mit aufwendiger Klärung nutzbar.
  • Bis hin zum Schlamm
 Sedimenthaltiges Wasser (z. B. nach Starkregen). Vorfiltration nötig (Sedimentation, grober Filter), dann weitere Aufbereitung.