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Aktuelle Version vom 31. Januar 2026, 16:23 Uhr
Inhaltsverzeichnis
Briar – Die extremste Offline-Kommunikation
Briar ist ein Open-Source-Messenger für Android, der komplett ohne Internet und ohne zentrale Server funktioniert – die ultimative Lösung, wenn wirklich gar nichts mehr geht.
Siehe: Volla Phone und Tablet
└─ Smartphone
Wer hat es erfunden – wann und warum?
Briar wurde ab 2011 von Michael Rogers (Lead-Entwickler) und Eleanor Saitta entwickelt. Michael Rogers ist ein langjähriger P2P-Entwickler (u. a. Freenet, LimeWire), der sich auf dezentrale, zensurresistente Systeme spezialisiert hat.
Der Hauptgrund:
In Ländern mit Internet-Blackouts, Zensur oder Überwachung (z. B. nach Protesten, bei Katastrophen oder in repressiven Regimen) fallen herkömmliche Messenger wie Signal oder WhatsApp aus, weil sie Server brauchen.
Michael wollte eine App schaffen, die:
- komplett peer-to-peer (P2P) läuft
- über Bluetooth, lokales Wi-Fi oder Tor funktioniert
- keine Telefonnummer, keine E-Mail, keine zentrale Registrierung braucht
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat
- und auch dann noch Nachrichten austauscht, wenn das Internet tot ist
Die erste öffentliche Version kam 2017, die stabile 1.0 folgte 2018. Seitdem wird das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt (Open Source auf code.briarproject.org), mit Fokus auf Aktivisten, Journalisten und Menschen in Krisengebieten.
Reichweite & Bedienung
Reichweite
- Bluetooth: ca. 10 Meter (abhängig von Hindernissen)
- Lokales Wi-Fi (Hotspot oder Ad-hoc): bis ca. 30–50 Meter
- Tor (bei Internet): unbegrenzt, aber langsamer
- Mesh-Netzwerk: Die echte Stärke – Briar leitet Nachrichten automatisch über andere Briar-Nutzer weiter. Wenn du dich in einer Menschenmenge mit 10–20 Briar-Nutzern bewegst, kann eine Nachricht über mehrere „Hops“ (Sprünge) quer durch die Stadt gehen. In großen Gruppen (z. B. Proteste, Festivals, Camps) kann die Reichweite dadurch hunderte Meter oder mehr betragen.
Bedienung (sehr einfach, aber bewusst minimalistisch) 1. App aus F-Droid oder briarproject.org herunterladen (nur Android) 2. Beim ersten Start: Keine Registrierung – nur ein Passwort für die lokale Datenbank setzen 3. Kontakte hinzufügen:
- Persönlich treffen und QR-Code scannen (am sichersten)
- Oder über einen Einmal-Link (per E-Mail, Signal usw.)
4. Chatten: Nur Text (keine Sprachnachrichten, Videos oder GIFs – bewusst reduziert für Sicherheit)
- Gruppen (Foren) möglich – jeder kann neue Mitglieder einladen
- Blogs (einseitige Posts für Broadcast)
5. Offline-Modus: App läuft im Hintergrund und synchronisiert automatisch, sobald ein Kontakt in Reichweite kommt (Bluetooth/Wi-Fi)
Fazit
Briar ist die extremste Form von Kommunikation: Kein Server, keine SIM-Karte, keine Cloud – nur deine Geräte und die Menschen um dich herum. Perfekt für Blackouts, Proteste, Katastrophen oder Situationen, in denen du gar nicht willst, dass jemand weiß, mit wem du sprichst.
Einschränkung: Nur Android, nur Text, Reichweite abhängig von der Dichte anderer Nutzer. Aber genau das macht es in der Krise unschlagbar.
Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden
Briar läuft auf sehr alten Android-Geräten (ab Android 5.0), verbraucht kaum Akku und braucht kein Google-Konto. Genau deshalb eignen sich ausgemusterte oder günstig gekaufte alte Smartphones perfekt als reine Briar-Geräte:
- Einmal LineageOS ohne Google-Apps drauf (oder einfach Briar auf Stock-ROM)
- Passwort setzen, Kontakte per QR-Code hinzufügen
- Flugmodus an, Bluetooth/WiFi nur bei Bedarf ein
- Fertig: Ein autarkes, stromsparendes Mesh-Kommunikationsgerät für den Ernstfall
So bekommt ein 8–10 Jahre altes Handy plötzlich einen echten Sinn – als Backup-Kontaktpunkt in der Tasche, im Auto oder im Notfall-Rucksack.