Briar: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Bridgefy Mesh-Messaging für große Menschenmengen ===
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== Briar Die extremste Offline-Kommunikation ==
  
Bridgefy ist eine Offline-Messaging-App, die Nachrichten über Bluetooth Low Energy (BLE) sendet und empfängt – komplett ohne Internet, Mobilfunk oder Server. Sie baut ein automatisches Mesh-Netzwerk auf: Deine Nachricht springt von Handy zu Handy weiter, solange andere Bridgefy-Nutzer in der Nähe sind.
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Briar ist ein Open-Source-Messenger für Android, der komplett ohne Internet und ohne zentrale Server funktioniert – die ultimative Lösung, wenn wirklich gar nichts mehr geht.
  
==== Wer hat es erfunden – wann und warum? ====
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'''Siehe:''' [[Volla Phone und Tablet]]<br>
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└─ [[Smartphone]]
  
Bridgefy wurde vom mexikanischen Unternehmen **Bridgefy** entwickelt (gegründet von '''Jorge Rios''', CEO). Die App startete um **2015/2016**, gewann aber erst ab **2019** große Bekanntheit. 
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== Wer hat es erfunden – wann und warum? ==
  
**Warum wurde sie gemacht?** 
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Briar wurde ab 2011 von '''Michael Rogers''' (Lead-Entwickler) und Eleanor Saitta entwickelt.  
Jorge Rios wollte eine einfache Lösung für Situationen ohne Netz schaffen: 
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Michael Rogers ist ein langjähriger P2P-Entwickler (u. a. Freenet, LimeWire), der sich auf dezentrale, zensurresistente Systeme spezialisiert hat.  
* Große Veranstaltungen (Konzerte, Festivals, Fußballspiele, Messen)   
 
* Naturkatastrophen (Erdbeben, Hurrikane, Stromausfälle) 
 
* Internet-Blackouts oder Zensur (z. B. bei Protesten)   
 
  
Die App wurde weltberühmt durch Einsätze bei den **Hongkong-Protesten 2019**, **indischen CAA-Protesten**, **Myanmar-Protesten** und vielen anderen, wo Regierungen das Internet abschalteten. Bridgefy ermöglichte es Demonstranten, sich zu organisieren, ohne dass der Staat mitlesen konnte.
+
'''Der Hauptgrund:''' <br>
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In Ländern mit Internet-Blackouts, Zensur oder Überwachung (z. B. nach Protesten, bei Katastrophen oder in repressiven Regimen) fallen herkömmliche Messenger wie Signal oder WhatsApp aus, weil sie Server brauchen.
  
==== Reichweite & Bedienung ====
+
'''Michael wollte eine App schaffen, die:''' 
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* komplett peer-to-peer (P2P) läuft 
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* über Bluetooth, lokales Wi-Fi oder Tor funktioniert 
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* keine Telefonnummer, keine E-Mail, keine zentrale Registrierung braucht 
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* Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat 
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* und auch dann noch Nachrichten austauscht, wenn das Internet tot ist 
  
**Reichweite** 
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Die erste öffentliche Version kam 2017, die stabile 1.0 folgte 2018. Seitdem wird das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt (Open Source auf code.briarproject.org), mit Fokus auf Aktivisten, Journalisten und Menschen in Krisengebieten.
* Direkte Bluetooth-Verbindung: ca. **100 Meter** (330 Fuß) – abhängig von Hindernissen, Gerät und Umgebung 
 
* Durch Mesh (Weiterleitung): **mehrere hundert Meter bis Kilometer** in dicht besiedelten Gebieten (z. B. Proteste, Festivals, Camps). Je mehr Menschen die App aktiv nutzen, desto weiter reicht das Netz 
 
  
**Bedienung** (extrem einfach) 
+
== Reichweite & Bedienung ==
1. App aus Play Store / App Store herunterladen (kostenlos, mit optionalen In-App-Käufen für Premium-Features) 
 
2. Beim ersten Start: Internet benötigt (zum Aktivieren und Login) – danach komplett offline nutzbar 
 
3. Bluetooth aktivieren 
 
4. Kontakte finden: 
 
  * Automatisch: Andere Bridgefy-Nutzer in der Nähe werden erkannt 
 
  * Manuell: Per Benutzername suchen oder QR-Code scannen (bei persönlichem Treffen) 
 
5. Chatten: Reine Textnachrichten, Gruppenchats möglich 
 
  * Nachrichten werden automatisch gesendet, sobald ein Kontakt (direkt oder über Mesh) in Reichweite kommt 
 
  * Keine Anrufe, keine Bilder/Videos – bewusst reduziert für maximale Reichweite und Geschwindigkeit 
 
  
**Aktueller Status (2026)**  
+
'''Reichweite'''
Die App ist weiterhin aktiv und wird aktualisiert (letzte Versionen 2025/2026). Sie hat über **12–13 Millionen Downloads** (hauptsächlich Android + iOS). Es gibt auch ein **SDK**, das andere Apps integrieren können (z. B. für Events oder Katastrophen-Apps).
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* Bluetooth: ca. 10 Meter (abhängig von Hindernissen) 
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* Lokales Wi-Fi (Hotspot oder Ad-hoc): bis ca. 30–50 Meter 
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* Tor (bei Internet): unbegrenzt, aber langsamer  
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* Mesh-Netzwerk: Die echte Stärke – Briar leitet Nachrichten automatisch über andere Briar-Nutzer weiter. Wenn du dich in einer Menschenmenge mit 10–20 Briar-Nutzern bewegst, kann eine Nachricht über mehrere „Hops“ (Sprünge) quer durch die Stadt gehen. In großen Gruppen (z. B. Proteste, Festivals, Camps) kann die Reichweite dadurch hunderte Meter oder mehr betragen.
  
**Autarkie-Fazit**  
+
'''Bedienung''' (sehr einfach, aber bewusst minimalistisch) 
Bridgefy ist eine der besten Offline-Mesh-Apps für dichte Menschenmengen (Proteste, Festivals, Evakuierungen, Camps). Im Vergleich zu Briar ist sie einfacher zu bedienen und braucht keine QR-Codes für Kontakte aber sie ist **weniger sicher** (Metadaten werden teilweise gespeichert, keine volle Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in allen Modi).  
+
1. App aus F-Droid oder briarproject.org herunterladen (nur Android) 
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2. Beim ersten Start: Keine Registrierung – nur ein Passwort für die lokale Datenbank setzen 
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3. Kontakte hinzufügen: 
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* Persönlich treffen und QR-Code scannen (am sichersten)  
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* Oder über einen Einmal-Link (per E-Mail, Signal usw.)
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4. Chatten: Nur Text (keine Sprachnachrichten, Videos oder GIFs – bewusst reduziert für Sicherheit) 
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* Gruppen (Foren) möglich jeder kann neue Mitglieder einladen 
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* Blogs (einseitige Posts für Broadcast) 
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5. Offline-Modus: App läuft im Hintergrund und synchronisiert automatisch, sobald ein Kontakt in Reichweite kommt (Bluetooth/Wi-Fi)   
  
Perfekt als Ergänzung zu Briar: Briar für maximale Sicherheit & kleine Gruppen, Bridgefy für große Reichweite & einfache Nutzung.
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'''Fazit'''<br> 
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Briar ist die extremste Form von Kommunikation: Kein Server, keine SIM-Karte, keine Cloud – nur deine Geräte und die Menschen um dich herum. Perfekt für Blackouts, Proteste, Katastrophen oder Situationen, in denen du gar nicht willst, dass jemand weiß, mit wem du sprichst. 
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'''Einschränkung:''' Nur Android, nur Text, Reichweite abhängig von der Dichte anderer Nutzer. Aber genau das macht es in der Krise unschlagbar.
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== [[Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden]] ==
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'''Briar''' läuft auf sehr alten Android-Geräten (ab Android 5.0), verbraucht kaum Akku und braucht kein Google-Konto. 
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Genau deshalb eignen sich ausgemusterte oder günstig gekaufte alte Smartphones perfekt als reine Briar-Geräte:
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* Einmal LineageOS ohne Google-Apps drauf (oder einfach Briar auf Stock-ROM) 
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* Passwort setzen, Kontakte per QR-Code hinzufügen 
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* Flugmodus an, Bluetooth/WiFi nur bei Bedarf ein 
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* Fertig: Ein autarkes, stromsparendes Mesh-Kommunikationsgerät für den Ernstfall 
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So bekommt ein 8–10 Jahre altes Handy plötzlich einen echten Sinn – als Backup-Kontaktpunkt in der Tasche, im Auto oder im Notfall-Rucksack.
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'''Siehe:''' [[Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden]]

Aktuelle Version vom 31. Januar 2026, 16:23 Uhr

Briar – Die extremste Offline-Kommunikation

Briar ist ein Open-Source-Messenger für Android, der komplett ohne Internet und ohne zentrale Server funktioniert – die ultimative Lösung, wenn wirklich gar nichts mehr geht.

Siehe: Volla Phone und Tablet
└─ Smartphone

Wer hat es erfunden – wann und warum?

Briar wurde ab 2011 von Michael Rogers (Lead-Entwickler) und Eleanor Saitta entwickelt. Michael Rogers ist ein langjähriger P2P-Entwickler (u. a. Freenet, LimeWire), der sich auf dezentrale, zensurresistente Systeme spezialisiert hat.

Der Hauptgrund:
In Ländern mit Internet-Blackouts, Zensur oder Überwachung (z. B. nach Protesten, bei Katastrophen oder in repressiven Regimen) fallen herkömmliche Messenger wie Signal oder WhatsApp aus, weil sie Server brauchen.

Michael wollte eine App schaffen, die:

  • komplett peer-to-peer (P2P) läuft
  • über Bluetooth, lokales Wi-Fi oder Tor funktioniert
  • keine Telefonnummer, keine E-Mail, keine zentrale Registrierung braucht
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat
  • und auch dann noch Nachrichten austauscht, wenn das Internet tot ist

Die erste öffentliche Version kam 2017, die stabile 1.0 folgte 2018. Seitdem wird das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt (Open Source auf code.briarproject.org), mit Fokus auf Aktivisten, Journalisten und Menschen in Krisengebieten.

Reichweite & Bedienung

Reichweite

  • Bluetooth: ca. 10 Meter (abhängig von Hindernissen)
  • Lokales Wi-Fi (Hotspot oder Ad-hoc): bis ca. 30–50 Meter
  • Tor (bei Internet): unbegrenzt, aber langsamer
  • Mesh-Netzwerk: Die echte Stärke – Briar leitet Nachrichten automatisch über andere Briar-Nutzer weiter. Wenn du dich in einer Menschenmenge mit 10–20 Briar-Nutzern bewegst, kann eine Nachricht über mehrere „Hops“ (Sprünge) quer durch die Stadt gehen. In großen Gruppen (z. B. Proteste, Festivals, Camps) kann die Reichweite dadurch hunderte Meter oder mehr betragen.

Bedienung (sehr einfach, aber bewusst minimalistisch) 1. App aus F-Droid oder briarproject.org herunterladen (nur Android) 2. Beim ersten Start: Keine Registrierung – nur ein Passwort für die lokale Datenbank setzen 3. Kontakte hinzufügen:

  • Persönlich treffen und QR-Code scannen (am sichersten)
  • Oder über einen Einmal-Link (per E-Mail, Signal usw.)

4. Chatten: Nur Text (keine Sprachnachrichten, Videos oder GIFs – bewusst reduziert für Sicherheit)

  • Gruppen (Foren) möglich – jeder kann neue Mitglieder einladen
  • Blogs (einseitige Posts für Broadcast)

5. Offline-Modus: App läuft im Hintergrund und synchronisiert automatisch, sobald ein Kontakt in Reichweite kommt (Bluetooth/Wi-Fi)

Fazit
Briar ist die extremste Form von Kommunikation: Kein Server, keine SIM-Karte, keine Cloud – nur deine Geräte und die Menschen um dich herum. Perfekt für Blackouts, Proteste, Katastrophen oder Situationen, in denen du gar nicht willst, dass jemand weiß, mit wem du sprichst.

Einschränkung: Nur Android, nur Text, Reichweite abhängig von der Dichte anderer Nutzer. Aber genau das macht es in der Krise unschlagbar.

Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden

Briar läuft auf sehr alten Android-Geräten (ab Android 5.0), verbraucht kaum Akku und braucht kein Google-Konto. Genau deshalb eignen sich ausgemusterte oder günstig gekaufte alte Smartphones perfekt als reine Briar-Geräte:

  • Einmal LineageOS ohne Google-Apps drauf (oder einfach Briar auf Stock-ROM)
  • Passwort setzen, Kontakte per QR-Code hinzufügen
  • Flugmodus an, Bluetooth/WiFi nur bei Bedarf ein
  • Fertig: Ein autarkes, stromsparendes Mesh-Kommunikationsgerät für den Ernstfall

So bekommt ein 8–10 Jahre altes Handy plötzlich einen echten Sinn – als Backup-Kontaktpunkt in der Tasche, im Auto oder im Notfall-Rucksack.

Siehe: Alte Smartphones sinnvoll weiter verwenden