13 Krisenkommunikation
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13 Krisenkommunikation – PMR-/CB-Funk, Weltempfänger und digitales Meshtastic
Im Krisenfall (z. B. bei einem flächendeckenden Blackout oder Katastrophenlagen) brechen reguläre Mobilfunknetze und das Internet meist innerhalb weniger Stunden zusammen. Ein autarkes Kommunikations- und Informationssystem ist daher essenziell, um Lagedaten zu empfangen, Kontakt zu Angehörigen zu halten oder Hilferufe abzusetzen.
1. Die Kommunikations-Pyramide im Notfall
Krisenkommunikation teilt sich in zwei Grundprinzipien auf:
- Passiver Empfang (Information): Nachrichten über die Notfalllage erhalten (Einweg).
- Aktiver Funk (Kommunikation): Lokale Absprachen und Notrufe (Zweiweg).
2. Passiver Empfang: Der Weltempfänger
Bevor selbst gefunkt wird, steht das Beschaffen verlässlicher Lagedaten an erster Stelle.
- Geräteauswahl: Ein tragbarer Weltempfänger / Kurbelradio mit FM (UKW), AM (Mittelwelle) und DAB+. Ideal sind Modelle mit Solarpanel, Handkurbel und Akku/Batterie-Auszug.
- Kurzwelle (SW): Bietet globale Reichweiten, da Signale an der Ionosphäre reflektiert werden. Wichtig bei großflächigen Krisen.
- Frequenzen sichern: Notiere die lokalen Frequenzen der öffentlich-rechtlichen Sender (z. B. Deutschlandfunk, NDR, SWR) vorab auf Papier.
3. Jedermannfunk: PMR446 & CB-Funk
Für die Nahbereichs-Kommunikation ohne Lizenz stehen lizenzfreie Funkstandards zur Verfügung.
PMR446 (Private Mobile Radio)
- Frequenzbereich: 446 MHz (UHF).
- Reichweite: 1 bis 5 km (Sichtverbindung deutlich mehr, in Stadtgebieten oft unter 1 km).
- Eigenschaften: Kompakte Handfunkgeräte, einfache Bedienung, lizenzfrei.
- Einsatz: Kommunikation innerhalb der Familie oder Nachbarschaft.
- Notfall-Kanal: Kanal 3 (446.03125 MHz) gilt in vielen Prepper-Communitys als inoffizieller Prepper-/Previval-Kanal.
CB-Funk (Citizens Band)
- Frequenzbereich: 27 MHz (11m-Band / HF).
- Reichweite: 5 bis 30 km (je nach Antenne und Topografie).
- Eigenschaften: Höhere Reichweite als PMR, stationäre Antennen bringen massive Leistungsvorteile.
- Notfall-Kanäle:
- Kanal 9 (AM/FM): Inoffizieller Notrufkanal.
- Kanal 16 (USB): Wird oft im Prepper- und Notfunkbereich genutzt.
4. Digitales Mesh-Netzwerk: Meshtastic
Meshtastic ist ein offenes, dezentrales Off-Grid-Kommunikationssystem, das auf LoRa (Long Range) basiert.
[Smartphone] <--(Bluetooth)--> [Meshtastic-Knoten] <--(LoRa-Funk)--> [Meshtastic-Knoten]
Vorteile von Meshtastic:
- Dezentral: Kein zentraler Server oder Mobilfunknetz erforderlich.
- Mesh-Prinzip: Jeder Teilnehmer (Node) leitet Nachrichten verschlüsselt an den nächsten Knoten weiter. Dadurch wächst die Reichweite mit jedem Gerät.
- Geringer Stromverbrauch: Betrieb über Tage hinweg mit einer 18650-Li-Ion-Zelle oder kleine Solarmodule.
- Kopplung: Funktioniert via Bluetooth/WLAN mit der Meshtastic-App auf dem Smartphone (inklusive Offline-Karten und GPS-Positionen).
5. Standard-Einsatz-Regeln (SOP) für den Funkbetrieb
Um Energie und Bandbreite zu sparen, gilt im Notfunk:
- Denke nach, bevor du sprichst: Fasse Notrufe präzise zusammen (5 W-Fragen).
- Funk-Disziplin: Erst hören, ob die Frequenz frei ist, dann senden.
- Funkstille einhalten: Feste Zeitfenster vereinbaren (z. B. alle 2 Stunden zur vollen Stunde für 5 Minuten), um Akku zu sparen.
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- Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Autor: André Riese
- Webseite: autarkwiki.frei3.de