Einfacher Datentausch per WLAN

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Einfacher Datenfunk: Autarke Dateiübertragung im lokalen Netzwerk

Fällt die zivile Netzinfrastruktur aus, bricht nicht nur die Internetkommunikation zusammen, sondern auch der Zugriff auf Cloud-Speicher und zentrale Datenspeicher. In einem solchen Krisenszenario ist das schnelle, drahtlose Teilen von Dokumenten, Kartenmaterial, medizinischen Leitfäden (PDFs) oder Bilddateien von Gerät zu Gerät überlebenswichtig.

Hier sind die zuverlässigsten Anwendungen, um Daten autark via Funk (WLAN und Bluetooth) zu übertragen, aufgeteilt nach ihrer Funktionsweise.

1. Protokoll-Klassiker: FTP & HTTP (Keine spezielle Empfänger-App nötig)

Der größte Vorteil dieser Methode: Nur das sendende Gerät benötigt eine installierte App. Der Empfänger greift über den bereits standardmäßig installierten Browser oder Dateimanager seines Betriebssystems auf die Daten zu.

  • WiFi Pro FTP Server (Android): Verwandelt das Smartphone per Knopfdruck in einen FTP-Server im lokalen WLAN. Jedes andere Gerät im Netzwerk kann über die IP-Adresse (z. B. im Dateimanager) lesend und schreibend auf freigegebene Ordner zugreifen.
  • TrebleShot / Shareik (Open Source): Ermöglicht das Starten eines lokalen HTTP-Webservers auf dem Handy. Der Empfänger scannt einen QR-Code oder tippt die lokale IP-Adresse in seinen Browser ein und kann die bereitgestellten Dateien sofort herunterladen.

2. Modernes Peer-to-Peer (P2P) Cross-Platform-Teilen

Diese Anwendungen bieten maximalen Komfort, moderne Benutzeroberflächen und extrem hohe Übertragungsgeschwindigkeiten über Wi-Fi Direct oder lokale Hotspots, erfordern jedoch meist die App auf beiden beteiligten Geräten.

  • LocalSend (Die absolute Empfehlung): Eine vollständig quelloffene (Open-Source) Software, die komplett ohne Internet oder fremde Server im lokalen Netzwerk arbeitet. Sie findet andere Geräte im selben WLAN-Raum automatisch und überträgt selbst riesige Datenmengen (z. B. Offline-Karten) rasend schnell.
  • Snapdrop / PairDrop (Die Web-Alternative): Nutzen den WebRTC-Standard. Wenn man einen lokalen Notfall-Webserver betreibt oder den Quelltext lokal gecached hat, können Geräte im selben WLAN-Netzwerk komplett browserbasiert und betriebssystemunabhängig Dateien per Drag-and-Drop austauschen.

3. Kontrollierte Hintergrund-Synchronisation

Für den automatischen Datenabgleich zwischen mehreren Geräten (z. B. dem Ubuntu-Laptop der Zentrale und den Mobilgeräten der Familie), sobald sie sich im selben Funkbereich befinden.

  • Syncthing: Arbeitet vollständig dezentral (P2P). Es überwacht definierte Ordner und synchronisiert diese verschlüsselt im lokalen WLAN, sobald sich die Geräte begegnen – völlig autark ohne Cloud.

Betriebssystem-Verfügbarkeit im direkten Vergleich

Da in Krisenlagen oft unterschiedliche Endgeräte (z. B. ausgemusterte Althandys, Linux-Laptops oder Windows-PCs) zusammenarbeiten müssen, ist die Plattformkompatibilität entscheidend:

Verfügbarkeit der autarken Datenfunk-Apps
Anwendung / Protokoll Android iOS (Apple) Linux (Ubuntu) Windows macOS
LocalSend (Open Source) Vorlage:Ja Vorlage:Ja Vorlage:Ja (Flatpak / Tarball) Vorlage:Ja Vorlage:Ja
WiFi Pro FTP Server (oder Baugleiche) Vorlage:Ja (als Server) Vorlage:Ja (über Drittanbieter) Vorlage:Ja (als Client via Terminal/Nautilus) Vorlage:Ja (als Client via Explorer) Vorlage:Ja (als Client via Finder)
Syncthing Vorlage:Ja Vorlage:Nein (nur über Drittanbieter-Apps wie Möbius Sync) Vorlage:Ja (nativ) Vorlage:Ja Vorlage:Ja
PairDrop / Snapdrop (lokal gehostet) Vorlage:Ja (via Browser) Vorlage:Ja (via Browser) Vorlage:Ja (via Browser) Vorlage:Ja (via Browser) Vorlage:Ja (via Browser)

Prepper-Praxistipp für die Praxis

Für den maximalen Erfolg beim autarken Datenfunk gilt die goldene Regel: Immer ein Gerät als dedizierten WLAN-Hotspot definieren! Wenn kein Router zur Verfügung steht, stellt der Familien-Koordinator an seinem Android-Gerät den internen "WLAN-Hotspot" bereit. Sobald sich alle anderen Geräte in dieses Funknetzwerk eingewählt haben, ist das autarke lokale Datennetzwerk (LAN) hergestellt und Anwendungen wie LocalSend oder FTP können uneingeschränkt genutzt werden.

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Wichtig: Verteilung plattformübergreifender Installationsdateien

Da das lokale Funknetzwerk (ob via LocalSend oder HTTP-Server) reine Binärdaten überträgt, können nicht nur mobile Apps, sondern die Installationspakete für alle gängigen Betriebssysteme offline vorgehalten und verteilt werden.

Es empfiehlt sich, auf dem Koordinator-Gerät oder dem Notfall-NAS einen Ordner namens `Software-Backup` mit folgenden Dateitypen anzulegen:

  • **`.apk` (Android):** Zur direkten Installation von autarken Apps wie Briar, Slide2Talk oder LocalSend auf Smartphones und Tablets.
  • **`.deb` (Ubuntu / Debian Linux):** Um Linux-Systeme der Einsatzzentrale offline mit Software-Paketen (z. B. der Desktop-Version von Briar) zu versorgen.
  • **`.exe` / `.msi` (Windows):** Für die Versorgung von klassischen Windows-Laptops der Familienmitglieder oder Kollegen mit Desktop-Clients.

Essentials für das Software-Backup: Unverzichtbare Offline-Installationsdateien

Um im Krisenfall die Handlungsfähigkeit auf allen Endgeräten der Familie oder des Teams sicherzustellen, muss der lokale Datenserver ("Smartphone-NAS") mit den passenden Installationspaketen bestückt sein. Da an Tag X kein Internetzugriff für Downloads besteht, müssen die Programme für alle drei Hauptplattformen (Android, Linux, Windows) als fertige Binärdateien vorliegen.

Hier ist die strategische Liste der wichtigsten Anwendungen, sortiert nach Einsatzzweck und Dateiendung.

1. Autarke Kommunikation (Messenger & Sprachfunk)

Sichert den Informationsfluss im Nahbereich komplett ohne Netzinfrastruktur.

  • Android (`.apk`): `briar.apk` (Mesh-Messenger), `slide2talk.apk` (Walkie-Talkie), `walkietooth.apk` (P2P-Funk).
  • Ubuntu Linux (`.deb`): `briar-desktop.deb` (Zentrale am Laptop).
  • Windows (`.exe`): `briar-desktop-windows.exe` (Für Familien-PCs).

2. Datenfunk & Synchronisation

Ermöglicht es neuen Geräten, sich in das lokale dezentrale Datennetzwerk einzuklinken.

  • Android (`.apk`): `localsend.apk` (P2P-Datentransfer), `syncthing.apk` (Automatischer Abgleich).
  • Ubuntu Linux (`.deb`): `localsend.deb`, `syncthing-gtk.deb` (Grafische Oberfläche für Linux).
  • Windows (`.exe`): `LocalSend-Setup.exe`, `SyncTrayzor.exe` (Windows-Container für Syncthing).

3. Offline-Wissen & Dokumentation (Das "Wissen der Welt")

Sichert den Zugriff auf deine Hausbibliothek, Wikipedia-Backups oder medizinische Leitfäden.

  • Android (`.apk`): `kiwix.apk` (Offline-Wiki-Reader), `muanpdf.apk` oder `com.google.android.apps.pdfviewer.apk` (Schlanke PDF-Reader).
  • Ubuntu Linux (`.deb`): `kiwix-desktop.deb`, `evince.deb` (Standard-PDF-Reader für GNOME).
  • Windows (`.exe`): `kiwix-desktop-win64.exe`, `SumatraPDF-installer.exe` (Extrem ressourcenschonender PDF- und E-Book-Reader).

4. Navigation & Offline-Karten

Ermöglicht Orientierung im Gelände und in der Stadt über das GPS-Signal der Smartphones (GPS funktioniert auch ohne Mobilfunknetz und Internet).

  • Android (`.apk`): `osmand+.apk` (OpenStreetMap Offline-Navigation – absolute Empfehlung), `mapswithme.apk` (Maps.me Alternative).
  • Ubuntu Linux (`.deb`): `viking.deb` (GPS-Daten-Manager und Karten-Viewer).
  • Windows (`.exe`): `GarminBaseCamp.exe` (Zur Routenplanung am Laptop) oder Offline-Karten-Viewer.

Empfohlene Ordnerstruktur auf dem Notfall-NAS

Um im Ernstfall unter Stress die Dateien sofort zu finden, empfiehlt sich auf der SD-Karte des Smartphones oder dem USB-Stick folgende strikte Struktur:

[GEMEINSAMES_LAUFWERK]
└── 01_Software-Backup/
    ├── 01_Android_APK/
    │   ├── briar.apk
    │   ├── localsend.apk
    │   └── osmand.apk
    ├── 02_Linux_DEB/
    │   ├── briar-desktop.deb
    │   └── localsend.deb
    └── 03_Windows_EXE/
        ├── briar-desktop.exe
        └── localsend.exe