Kernseife

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Kernseife

Kernseife ist eine feste, meist natriumverseifte Seife ohne überschüssiges Alkali, Glycerin, Duft- oder Farbstoffe. Sie entsteht beim „Aussalzen“ des Seifenleims mit Kochsalz. Der Name stammt vom „Seifenkern“, der sich dabei vom Glycerinwasser trennt. Kernseife ist seit dem Mittelalter die Basis für Reinigung im Haushalt, Körperpflege und Industrie.

Herstellung

1. Verseifung: Tierische oder pflanzliche Fette werden mit Natronlauge oder Kalilauge gekocht. 2. Aussalzen: Zugabe von Kochsalz trennt die Seife als „Kern“ vom Unterlaugewasser mit Glycerin. 3. Formen: Der Seifenkern wird abgetrennt, getrocknet und in Riegel gepresst.

Merke: Kernseife + Ochsengalle = Gallseife. Kernseife + Waschsoda = Waschpaste 1752.

Eigenschaften

  • pH-Wert: 9–10, deutlich alkalisch
  • Inhaltsstoffe: Reine Natriumsalze von Fettsäuren, meist aus Talg, Kokos- oder Palmöl
  • Härte: Sehr hart, sparsam im Verbrauch, biologisch abbaubar
  • Schaum: Schaumarm, besonders in hartem Wasser → Waschsoda zugeben hilft

Vielseitige Verwendung

Bereich Anwendung Rezept Timmi-Edition Hinweis
Körper Handseife, Fußbad, Rasur Pur verwenden Alkalisch, trocknet Haut aus. Nicht für Gesicht/Daueranwendung
Wäsche Fleckenvorbehandlung, Handwäsche 20g raspeln + 1L heißes Wasser = Flüssigwaschmittel Gut für Wolle + Seide, wenn kalt + schnell
Küche Spülmittel, Topf reinigen Seifenspiritus: 30g Seife + 100ml Spiritus + 400ml Wasser Entfettet brutal, Handschuhe tragen
Bad Allzweckreiniger 15g Seife + 1 EL Natron + 500ml Wasser aufkochen Gegen Fettfilm, nicht auf Marmor
Garten Blattlausmittel 20g Seife + 1L Wasser + 1 TL Spiritus, sprühen Tensid zerstört Schutzschicht der Läuse. Nicht bei Sonne
Haustiere Hundeshampoo, Pferde-Hufpflege Stark verdünnt 1:20 Nur bei robustem Fell, nicht bei Katzen
Werkstatt Pinsel auswaschen, Hände nach Öl Pur mit Sägespänen als Paste Besser als alles aus der Tube
Historisch Schmierseife-Vorstufe, Walkseife Mit Kalilauge]] statt Natronlauge = weiche Seife Grundlage der Tuchmacherei

Kernseife vs. Schmierseife

| Merkmal | Kernseife | Schmierseife | | --- | --- | --- | | Lauge | Natronlauge NaOH | Kalilauge KOH | | Konsistenz | Hart, fest | Weich, pastös | | pH | 9–10 | 10–11 | | Aussalzen | Ja, Glycerin entfernt | Nein, Glycerin bleibt drin | | Einsatz | Stückseife, Wäsche | Boden, grober Schmutz |

Vorteile & Nachteile

| Vorteile | Nachteile | | --- | --- | | Extrem ergiebig, billig, plastikfrei | Alkalisch, reizt Haut + Schleimhäute | | Keine Duftstoffe, für Allergiker ok | Kalkseife bei hartem Wasser → Zitronensäure zum Nachspülen | | Vielseitig, lagerfähig über Jahre | Kein Schaum in hartem Wasser, graue Wäsche ohne Waschsoda |

Timmi-Hacks aus dem Badehaus

1. „Reise-Waschmittel 1752“: Kernseife raspeln, im Marmeladenglas. 1 EL pro Wäsche. 2. „Walfänger-Peeling“: Kernseife + Kaffeesatz + Sand. Für Hände nach dem Tran. 3. „Mottenschutz“: Seifenstück in den Kleiderschrank. Motten hassen Alkali. 4. „Reißverschluss-Hilfe“: Trockene Seife über hakenden Zipper reiben. Flutscht.

Sicherheit

Kernseife ist alkalisch. Nicht in die Augen, nicht unverdünnt auf Schleimhäute. Staub beim Raspeln nicht einatmen. Für Kinder nur unter Aufsicht. Bei Einnahme viel Wasser trinken, kein Erbrechen herbeiführen. pH 9 klingt harmlos, frisst aber auf Dauer den Schutzmantel der Haut.