Linux

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Was ist Linux eigentlich?

Linux ist kein komplettes Betriebssystem wie Windows oder macOS, sondern der Kern (der sogenannte Kernel) davon. Der Kernel ist sozusagen das Herzstück: Er spricht direkt mit der Hardware (Prozessor, Speicher, Festplatte, Netzwerk usw.) und sorgt dafür, dass Programme laufen können, Dateien gespeichert werden und alles zusammenarbeitet.

Linux ist frei (kostenlos), open source (jeder darf den Quellcode anschauen, ändern, verbessern) und vor allem Unix-ähnlich – das heißt, es folgt denselben Prinzipien und Befehlen wie das alte Unix.

1. Wer hat Linux erfunden – und warum?

Linux wurde 1991 von einem finnischen Studenten namens Linus Torvalds erfunden (damals 21 Jahre alt, studierte Informatik an der Universität Helsinki).

Warum? Damals war ein richtiges Unix für normale PCs super teuer (oft mehrere Tausend Mark/Dollar) oder gar nicht verfügbar. Linus wollte einfach nur ein cooles, stabiles Betriebssystem für seinen neuen 386er-PC haben – ohne viel Geld auszugeben.

Er fing als Hobby-Projekt an: „Nur ein kleines Freizeitprojekt, wird nie groß und professionell wie GNU“ – so schrieb er damals in einer Newsgroup. 😄 Er nahm sich MINIX als Vorbild (ein kleines, lehrbuchartiges Unix-ähnliches System von Andrew Tanenbaum), schrieb aber alles von Grund auf neu – kein Kopieren von Code.

Am 25. August 1991 postete er das erste Mal öffentlich:

I'm doing a (free) operating system (just a hobby, won't be big and professional like gnu) for 386(486) AT clones.

Der Rest ist Geschichte: Tausende Entwickler weltweit halfen mit → heute läuft fast alles auf Linux-Kernel.

2. Welcher Unix-Kern war das Vorbild?

Linux ist kein direkter Abkömmling von einem bestimmten Unix-Kern, sondern ein von Grund auf neu geschriebener, Unix-kompatibler Kernel („Unix-like“).

Das große Vorbild war MINIX (nicht das originale AT&T-Unix). MINIX war ein Mini-Unix für Lehre, lief auf günstigen PCs und hatte einen Microkernel-Ansatz. Linus nutzte MINIX zuerst, um seinen Code zu entwickeln und zu testen – deswegen hat Linux z. B. anfangs das MINIX-Dateisystem übernommen. Später wurde alles eigene Sache.

Linux ist also kein Unix-Klon im Sinne von Kopie, sondern ein eigenständiges, freies System, das sich an Unix-Standards (POSIX) hält.

3. Unix-Kernel in Android und Apple?

Ja – fast jeder benutzt heute Unix(-like)-Technik, oft ohne es zu merken!

  • Android → läuft komplett auf dem Linux-Kernel (angepasst von Google). Jede App, jedes Foto, jedes Spiel auf deinem Android-Handy nutzt Linux-Code im Hintergrund. → Android ist quasi „Linux fürs Handy“.
  • Apple (iPhone/iPad = iOS, Mac = macOS) → basiert nicht auf Linux, sondern auf Darwin (das ist Apples freier Unix-Kern). Der Kernel heißt XNU („X is Not Unix“ – witziger Name). Darwin kommt aus NeXTSTEP (von Steve Jobs' Firma NeXT) + BSD-Unix-Teilen + Mach-Microkernel. → macOS und iOS sind offiziell Unix-zertifiziert (oder zumindest sehr nah dran).

Kurz gesagt:

  • Android = Linux-Kernel + Google-Extras
  • iOS/macOS = Darwin/XNU-Kernel (BSD-Unix-basiert)
  • Klassisches Linux (Ubuntu, Fedora, Debian…) = Linux-Kernel + GNU-Software + Co.

Fazit: Jeder arbeitet heute mit Unix!

Ob du ein Android-Handy in der Hand hast, einen Mac benutzt, einen Server bei Amazon/Google/Microsoft laufen lässt, in der Cloud surfst, Smart-TVs, Router, Autos, Supercomputer oder sogar die meisten Webseiten (ja, die meisten laufen auf Linux-Servern) – fast überall steckt Unix-Technik drin.

Linux hat es geschafft, dass freie, offene Unix-ähnliche Systeme die Welt erobern – ohne dass man teure Lizenzen zahlen muss.