Volla Phone und Tablet

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Volla Phone und Volla Tablet

Das Volla Phone und das Volla Tablet sind **datenschutzorientierte Smartphones** und Tablets aus Deutschland. Sie verzichten bewusst auf Google-Dienste und bieten Alternativen zu den dominierenden Ökosystemen von Android und iOS. Die Geräte richten sich an Nutzer, die Wert auf Privatsphäre, Einfachheit und Unabhängigkeit legen – ideal für autarke Nutzung, Outdoor-Aktivitäten oder datensensible Anwendungen.

Siehe: Wie funktioniert Meshtastic, Digitale Kommunikation mit Meshtastic, Volla Phone und Tablet, Outdoor Handy, Stromerzeuger, Autarkie

Geschichte des Volla

Dr. Jörg Wurzer gründete 2017 die Hallo Welt Systeme UG in Remscheid (Deutschland). Der Philosoph und ehemalige Journalist wollte eine Alternative zur zunehmenden Datensammlung durch Google und Apple schaffen. Er finanzierte das Projekt unabhängig durch Eigenkapital und Crowdfunding, ohne externe Investoren.

Nach drei Jahren Entwicklung und einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne kam 2020 das erste Volla Phone auf den Markt (basierend auf Hardware von Gigaset). Die Firma wurde später in Volla Systeme GmbH umgewandelt. Seitdem erschienen Modelle wie Volla Phone 22 (2022), Volla Phone X (rugged), Volla Phone X23 und Volla Phone Quintus (High-End-Modell). Seit 2024 gibt es auch das Volla Tablet.

Volla steht für **Einfachheit** (weniger Apps, mehr direkte Interaktion), **Privatsphäre** (keine Cloud-Zwang) und **Nachhaltigkeit** (lange Updates, reparierbare Hardware).

Warum Volla?

  • **Maximale Datenschutz**: Keine Google- oder Apple-Accounts nötig, keine Tracker, reduzierte Datenübertragung.
  • **Unabhängigkeit**: Zwei Open-Source-Betriebssysteme zur Auswahl, Multi-Boot möglich.
  • **Robustheit und Nachhaltigkeit**: Austauschbare Akkus (bei vielen Modellen), langes Support-Versprechen (mind. 5 Jahre), reduzierte Cloud-Nutzung spart Energie.
  • **Einfache Bedienung**: Intelligente Oberfläche ohne App-Überflutung.
  • Perfekt für Privacy-Enthusiasten, Outdoor-Nutzer und alle, die Big-Tech meiden wollen.

Speichererweiterung: Warum microSD-Slots entscheidend für Autarkie sind

Viele moderne Smartphones verzichten auf microSD-Slots und nennen Varianten ohne Erweiterung ironisch "Fan Edition" (z. B. Samsung Galaxy S21 FE und neuer). Hersteller wie Samsung, Google oder Apple argumentieren mit schlankem Design und schnellerem internem Speicher (UFS). Tatsächlich dient dies oft der Nutzerbindung an Cloud-Dienste:

  • Problem mit fehlenden Slots: Bilder, Videos und Daten müssen in Cloud-Speicher (Google Drive, iCloud, OneDrive) hochgeladen werden – abhängig von Internet, trackbar und kostenpflichtig bei Volumenüberschreitung.
  • Folgen für Autarkie: Kein lokaler Massenspeicher → Zwang zu Online-Backups, höherer Energieverbrauch durch Sync, Datenschutzrisiken und Ausfallgefahr bei Netzproblemen.
  • Beispiel Samsung: Galaxy S20 FE hatte noch microSD (bis 1 TB, beliebt); ab S21 FE entfernt – Fans kritisierten dies als "keine echte Fan Edition".

Volla setzt hier einen Kontrapunkt und bewahrt Unabhängigkeit:

Modell Interner Speicher microSD-Slot Max. Erweiterung Autark-Vorteil
Volla Phone Quintus (High-End) 256 GB Nein Fester Speicher reicht für Basics, aber Cloud-frei durch De-Googling.
Volla Phone X23 / X65 (rugged) 128/256 GB Ja (Triple-Slot: 2x SIM + microSD) bis 1 TB Ideal für Offline-Karten (OsmAnd), Fotos/Videos, Meshtastic-Logs – kein Cloud-Zwang!
Volla Tablet 512 GB Ja bis 1 TB Perfekt für lokale Datenbanken, Medien-Sammlungen in autarken Szenarien.

Tipp: Mit microSD (z. B. SanDisk Extreme, 512 GB für ~30 €) speichern Nutzer GB an OSM-Karten, Survival-Daten oder Meshtastic-Firmware-Backups lokal. Kombiniert mit austauschbarem Akku (bei X-Modellen) = maximale Off-Grid-Fähigkeit.

Durch Volla OS oder Ubuntu Touch läuft alles ohne Hintergrund-Cloud-Sync – bis zu 80 % weniger Datenverkehr und längere Akkulaufzeit.

Produktion

Volla-Geräte werden **"Made in Germany"** produziert. Die finale Montage, das Flashen des Betriebssystems, Qualitätskontrolle und Verpackung erfolgen in Remscheid. Frühere Modelle nutzten Kapazitäten von Gigaset in Bocholt. Komponenten (z. B. MediaTek-Prozessoren) stammen global, doch Volla legt Wert auf europäische Standards, faire Arbeitsbedingungen und kurze Lieferketten.

Betriebssystem: Volla OS

Volla OS basiert auf Android Open Source Project (AOSP) – komplett **ohne Google-Apps** und -Dienste.

  • **Features**: Springboard-Launcher (textbasierte, app-lose Bedienung), integrierte Firewall, App-Locker, Security Mode, Multi-Boot.
  • **Vorteile gegenüber Stock-Android**:
 * Bis zu 80 % weniger Datenverkehr zu Servern → bessere Privatsphäre.
 * Weniger Hintergrundprozesse → längere Akkulaufzeit, kühlerer Betrieb, geringerer Energieverbrauch.
  • **Apps**: Über F-Droid oder Aurora Store installierbar; viele laufen nativ (Push via microG möglich).

Betriebssystem: Ubuntu Touch

Volla-tablet002.png Ubuntu Touch ist eine mobile Linux-Variante der UBports-Community (basierend auf Ubuntu LTS).

  • **Was ist Ubuntu Touch?** → Vollständig Open-Source, gestenbasierte Bedienung, Convergence (Phone wird zum Desktop mit externem Monitor).
  • **Warum Ubuntu Touch?** → Reine Linux-Freiheit, native Linux-Apps, keine Android-Abhängigkeit.
  • **Android-Apps auf Ubuntu Touch**: Über Waydroid (Container-basierte Android-Umgebung, Google-frei) – viele Apps laufen gut, aber nicht alle (keine Play Services).
  • Volla unterstützt die UBports-Foundation finanziell pro verkauftem Gerät.

Verbindung mit LoRa/Meshtastic

Volla-Geräte haben kein integriertes LoRa-Modul, lassen sich aber hervorragend mit externen Meshtastic-Nodes kombinieren:

  • **Auf Volla OS**: Die offizielle Meshtastic-Android-App läuft problemlos.
  • **Auf Ubuntu Touch**: Die Community-App „Indra“ (experimentell, via Bluetooth).
  • Verbindung via Bluetooth oder USB-OTG (z. B. mit T-Beam oder RAK-Nodes).
  • Vorteil: Robuste Modelle wie Volla Phone X23 (IP68, MIL-STD-810H, austauschbarer Akku) + großer Akku = ideale mobile Zentrale für Off-Grid-Mesh-Netze.

Glossar

  • AOSP: Android Open Source Project – die freie Basis von Android ohne Google-Zusätze.
  • Convergence: Ubuntu-Touch-Feature, bei dem das Phone per Dock/Monitor zu einem Desktop-PC wird.
  • De-Googled: Entfernung aller Google-Dienste für mehr Privatsphäre.
  • LoRa: Long Range – energiesparende Funktechnik für große Reichweiten bei geringer Bandbreite.
  • Meshtastic: Open-Source-Projekt für dezentrale Mesh-Netze über LoRa (Off-Grid-Kommunikation).
  • microG: Open-Source-Alternative zu Google Play Services (für Push-Nachrichten etc.).
  • Multi-Boot: Mehrere Betriebssysteme auf einem Gerät installieren und beim Start wählen.
  • Waydroid: Container, um Android-Apps unter Ubuntu Touch auszuführen.
  • Springboard: Intelligenter Launcher von Volla OS – direkte Texteingabe statt App-Icons.
CC BY-SA 4.0

Quellen

Videos

Ubuntu Touch

Volla Tablet